HopStopBanda im Sommergarten: Gypsy-Boogie und Volkspunk

HopStopBanda im Sommergarten : Gypsy-Boogie und Volkspunk

Um die Musik der Band "HopStopBanda" zu beschreiben, sind schon viele Synonyme konstruiert worden: Gypsy-Boogie, Sowjet-Tango, Gangster-Swing. "Ich würde sagen, wir machen Volkspunk", sagt Drummer Stas Torb, der inzwischen unter dem Pseudonym Sava Freudenfeld unterwegs ist.

Die Kölner Formation, die am Sonntag, 14. Juni, beim GA-Sommergarten auf dem Dach der Bundeskunsthalle spielen wird, ist eben vieles, aber sicher nicht gewöhnlich oder vorhersehbar.

"Punk ist ideologisch eine sehr volksnahe Musik, die sich nicht um Grenzen schert und alle möglichen Einflüsse vermischt", führt Freudenfeld aus. "Das passt eigentlich sehr gut zu dem, was wir so machen." Zumindest besser als der Balkan-Pop-Topf, in den die Formation gerne mal geworfen wird. "Eigentlich lassen wir uns ja gar nicht richtig einordnen, und deshalb greifen viele zu diesem Begriff, weil der Stil gerade angesagt ist. Wir nehmen natürlich auch Einflüsse davon auf, aber wir machen keine authentische Balkan-Musik. Das sage ich bei unseren Konzerten auch immer wieder."

Die Band, die 2015 ihr Fünfjähriges feiert, zelebriert den Mischmasch aus allen möglichen Kulturen. Schon der Einführungstext zu dem Quintett spricht Bände: "Wenn ein Jude, ein Chilene, ein Russe, ein Deutscher und ein Tatare aufeinander treffen, klingt das zuerst nach einem politisch unkorrekten Witz."

"Wir haben alle sehr unterschiedliche Backgrounds", erklärt Freudenfeld. "Bassist Micha Duboff war zum Beispiel Mitglied der ersten sowjetischen Punkband, während Sänger Rifkat Daukaev bei einer Boyband mitgewirkt hat; und unser Akkordeonist Leo Röttig ist eher klassisch geprägt. Aber wir haben damals beschlossen, uns aufeinander einzulassen - und das macht uns jede Menge Spaß." Offensichtlich. "Was uns besonders gefällt, ist, dass wir einfach alles ausprobieren können. Wir haben festgestellt, dass die einzelnen Volksmusiken sich näher sind als man mitunter glaubt", erläutert Freudenfeld.

"Was wichtig ist, in allen Belangen, ist Kompromissbereitschaft." Vor allem mit Partymusik. Wenn man feiert, bewegt man sich aufeinander zu und stellt fest, dass Sachen, die scheinbar unvermischbar sind, doch sehr gut zusammen funktionieren." Das klingt durchaus politisch, obwohl sich "HopStopBanda" vor dieser Bezeichnung eher drückt.

"Ja, wir äußern uns auch mal zum Ukraine-Konflikt oder zu anderen Themen", gibt Freudenfeld zu. "Grundsätzlich wollen wir aber gute Vibes verbreiten. "Wenn unsere Botschaft ankommt und das Publikum am Ende eines Konzerts so viel gute Laune getankt hat, dass es für die gesamte Woche reicht, haben wir unser Ziel erreicht."

Beim GA-Sommergarten am Sonntag, 14. Juni, werden sich "HopStopBanda" wie schon vor zwei Jahren dieser Mission annehmen. Von 11.30 bis 14.30 Uhr spielen sie bei freiem Eintritt auf dem Dach der Bundeskunsthalle. Bitburger und das Café-Restaurant Speisesaal sorgen als Partner für die kulinarischen Angebote.

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