Einblick in Swisttal-Heimerzheim: 41. Wandertag im Ausbildungszentrum der Bundespolizei

Einblick in Swisttal-Heimerzheim : 41. Wandertag im Ausbildungszentrum der Bundespolizei

Ziel des 41. GA-Wandertags ist das Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei. Dort ist Alexa Vogel Azubi.

"Es ist das erste Mal, dass Alexa Vogel in ihrer Uniform das Gelände des Bundespolizei-Standortes Heimerzheim verlässt und für ein Foto vor die Schranke tritt. Die 26-Jährige hat erst zum 1. März dieses Jahres ihre Ausbildung begonnen. "Mich reizt, dass ich bei der Bundespolizei Praxis und Theorie miteinander verbinden kann. Wichtig ist mir die Vielfältigkeit, denn ich möchte nicht mein ganzes Leben an nur eine einzige Aufgabe gebunden sein", sagt die frisch verheiratete Auszubildende.

Nach ihrem Abitur und einem noch nicht ganz beendeten Jura-Studium mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht hatte sie sich für den mittleren Polizeidienst beworben. Der Anteil der Abiturienten, die sich für den mittleren Dienst anstatt für den gehobenen Dienst bewerben, sei inzwischen relativ hoch, sagt Lewin Aldenkirchs, Pressesprecher des Aus- und Fortbildungszentrum (AFZ) der Bundespolizei in Heimerzheim. Ein Aufstieg in den gehobenen Dienst sei auch später noch möglich.

Alexa Vogel hatte gleich mit ihrer ersten Bewerbung für den mittleren Dienst Erfolg. Dem Zufall überlassen hat sie dabei im Vorfeld allerdings nichts. Vielmehr hatte sie sich gründlich informiert über die Anforderungen und sich dann intensiv auf die Prüfungsteile mit Sport und Lernen vorbereitet. Zum zwei- bis dreitägigen Auswahlverfahren gehören ein schriftlicher Test mit Diktat, ein mündlicher Test in Form eines Vorstellungsgesprächs, eine polizeiärztliche Untersuchung und ein Sporttest, bestehend aus einem Zwölf-Minuten-Lauf, einem Koordinationstest, Standweitsprung und Liegestützen.

Die Ausbildung für den mittleren Dienst dauert insgesamt 30 Monate. Recht, Einsatzlehre, praktische Übungen und Sport stehen auf dem Lehrplan im ersten Jahr. "Im ersten Dienstjahr ist der Input sehr hoch", sagt der Leiter des AFZ, Carsten Westerkamp. "Oder anders gesagt: Ohne Zutaten kann man keinen Kuchen backen", ergänzt Lewin Aldenkirchs. Anwärterin Vogel gefällt die "gute Mischung zwischen Sport, Einsatztraining und Theorie". Wobei für sie auch ganz klar ist: "Ohne dass man jeden Tag lernt, wird's eng. Aber man weiß ja, wofür man das macht."

Frauen bei der Polizei sind Selbstverständlichkeit

Ihr nächstes wichtiges Zwischenziel auf dem Weg in ihren Wunschberuf: die Zwischenprüfung im Dezember dieses Jahres. Im zweiten Dienstjahr geht es dann nach theoretischen Ausbildungsinhalten bereits für insgesamt sechs Monate in die Einsatzpraktika, in denen jeder Einsatzbereich der Bundespolizei durchlaufen wird, von grenzpolizeilichen Aufgaben an einer Land- oder Seegrenze sowie an einem Flughafen einschließlich Luftsicherheitsaufgaben bis zu bahnpolizeilichen und verbandspolizeilichen Aufgaben. Im dritten Dienstjahr, das nur noch ein halbes Jahr dauert, haben die Anwärter dann noch Recht, Einsatzlehre und Sport vor sich, bevor die Laufbahnprüfung ansteht.

Für ihren Einsatzbereich danach hat Anwärterin Vogel einen konkreten Wunsch: "Ich würde am liebsten in die Einsatzhundertschaft, weil mir das verbandsmäßige und die Teamarbeit besonders gut gefällt." Den Gebrauch von Waffen scheut sie nicht, wenn es nötig und verhältnismäßig ist. "Darüber habe ich mir natürlich Gedanken gemacht", sagt sie. Als Frau sieht sie sich in einer Hundertschaft ebenso wie in der Bundespolizei im Allgemeinen absolut gleichberechtigt gegenüber männlichen Kollegen.

Diese Auffassung teilt auch Polizeidirektor Westerkamp: "Frauen in der Bundespolizei sind eine Selbstverständlichkeit geworden, alle stehen ihre Frau und ihren Mann. Beide haben ihren gleichen Einsatzwert."

Nähere Informationen zu den Ausbildungsgängen bei der Bundespolizei im Polizeidienst sowie in Technik, IT, Verwaltung und zivilen Berufen: www.komm-zur-bundespolizei.de