1. Freizeit
  2. Reise

Ostsee und Schwarzwald beliebt: So reisen die Bonner in Zeiten von Corona

Ostsee und Schwarzwald beliebt : So reisen die Bonner in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise traf auch die Tourismusbranche hart. Nach Lockerung der Reisebeschränkungen rollt in Deutschland das Geschäft langsam wieder an. Vor allem Urlaubsziele im Inland sind gefragt.

Die Zeit auf Balkonien hat langsam ein Ende: Seit dem 11. Mai dürfen Ferienwohnungen und Campingplätze in den meisten Bundesländern wieder öffnen. Auch Übernachtungen in Hotels sind unter Auflagen ab dem 18. Mai möglich und die Hoffnung auf den wohlverdienten Sommerurlaub wächst. Dass das Reisegeschäft langsam wieder ins Rollen gerät freut nicht nur die Urlauber, sondern auch Reiseveranstalter.

Der Tourismus zählt zu den von der Corona-Krise am härtesten getroffenen Branchen. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) geht die deutsche Tourismusbranche davon aus, dass sie noch lange mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kämpfen muss. Im Reise- und Gastgewerbe rechnen rund 40 Prozent der Betriebe frühestens im kommenden Jahr mit einer Rückkehr zur Normalität.

Voraussichtlich bis zum 14. Juni besteht seitens des Auswärtigen Amtes eine Warnung für touristische Reisen ins Ausland, so ass gebuchte Auslandsreisen über die Feiertage oder für den Sommerurlaub storniert werden. Da noch nicht klar ist, wann die Reisewarnung ausläuft, verzeichnen Reiseveranstalter weniger Anfragen für Urlaube im Ausland.

Es geht ans Meer und in die Berge

Nach der Öffnung von Hotels und Campingplätzen sehen die Urlaubsmöglichkeiten innerhalb Deutschlands wieder anders aus. „Seitdem die deutschen Ferienregionen wieder verfügbar sind, sehen wir eine große Nachfrage an den Küsten und Bergen“, sagte ein Tui-Sprecher in Bonn. Dies bestätigen auch die Ergebnisse von Vergleich.org: Das Vergleichsportal wertete im Mai die häufigsten Google-Suchanfragen für deutschlandweite Urlaubsziele aus. Dabei landete die Ostsee auf dem ersten Platz, dicht gefolgt vom Harz in Sachsen-Anhalt und dem Schwarzwald.

Um der erhöhten Nachfrage gerecht zu werden, müssen Reiseveranstalter ihr Deutschland-Angebot erweitern. Das Reisecenter in Sinzig hat dies bereits umgesetzt und sich einem weiteren Reiseportal angeschlossen. Die Kapazitäten werden knapp - sowohl bei den Reisecentern als auch bei Hotels und Ferienwohnungen. Martin Katz, Mitarbeiter des Reiseveranstalters FTI, geht davon aus, dass die Nachfrage zumindest für einige Regionen und bestimmte Zeiten höher sein wird als die verfügbaren Kapazitäten. Verstärkt gebuchte Regionen müssten sich auf den wachsenden Tourismus einstellen. Kerstin György sieht darin auch eine neue Chance: „Der Harz und auch das Sauerland haben viel zu bieten und sind gut aufgestellt.“

Bei der TUI in Bonn ist derzeit noch kein eindeutiger Trend zu erkennen. Die Kunden aus der Region seien im Moment damit beschäftigt, gebuchte Urlaube abzuwickeln oder schauen sich nach Angeboten im nächsten Jahr und darüber hinaus um, erklärt der Reiseveranstalter.