Urlaubsziel Thailand: Selfie mit Elefantendame

Urlaubsziel Thailand : Selfie mit Elefantendame

Bei einem Besuch im Elephant Hills in Thailand kommt man den gutmütigen Dickhäutern ganz nahe. Und das ist ein Erlebnis. Aber nicht das einzig. Eine Übernacht auf dem Stausee Cheow Larn Lake ist atemberaubend.

Rosa Ameise ist ein echter Dreckspatz. Man kann es nicht anders sagen. Den lieben langen Tag lang bewirft sich die Elefantendame mit dem höchst unpassenden Namen mit Dreck. Richtigem Dreck. Matsch. Schlamm. Grasbüscheln. Und wenn sie ein Bad im Tümpel nimmt, kommt sie nicht minder verdreckt aus dem Wasser. Was dann folgt: der Einsatz des Touristen.

Er soll die fünf Tonnen schwere Lady mit einem bisschen Kokosnussschale und Wasser reinigen. Der Respekt ist auf beiden Seiten, was ein bisschen erstaunt, groß. Eher zögerlich wagen sich die Gäste mit dem Naturwaschlappen an den sanften Riesen, der die Prozedur seinerseits ruhig aber, oder so scheint es zumindest, mit wachen Augen beobachtet.

Regen, schlicht, unprätentiös, plätschernd, intensiv, wie eine warme Dusche

Gerade, als beide Seiten sich aneinander zu gewöhnen beginnen, fängt es an zu schütten. Regen, wie man ihn selten erlebt. Nicht feindlich, nicht bedrohlich. Fast schön. Aber heftig. Wie so oft in dieser Gegend von Thailand, an der Grenze zu Malaysia, schlicht, unprätentiös, plätschernd, intensiv, wie eine warme Dusche. Eigentlich ist das kein Wunder, befindet sich dort doch eines der größten Regenwaldgebiete der Welt.

Mitten in der Heimat des Regens liegt das Elephant Hills Luxury Tented Camp, an der Grenze zum Nationalpark Khao Sok. Es bietet dem Besucher eine Mischung als Exotik und Luxus, ein bisschen Hemingway in Asien – und den hautnahen Kontakt mit den Dickhäutern, ohne dass der Besucher ein schlechtes Gewissen haben muss. Elephant Hills ist international ausgezeichnet für seinen Umgang mit den Tieren. „Früher waren die Elefanten Arbeitstiere, doch das ist mittlerweile weitgehend verboten“, erklärt Begleiterin Supukwadee Thossanoot – kurz Noon.

In Elephant Hills haben es die Tiere besser

Doch was das Leben der Tiere verbessern soll, ist manchmal auch eine Last. Denn die Mahout, die Führer, und ihre Tiere wissen oft nicht, wie sie ihren Unterhalt nun verdienen sollen. Viele, so berichtet Noon, lassen Touristen auf den Tieren reiten – keine angenehme Aufgabe für die Tiere. Oder sie ziehen bettelnd durch die Straßen, in der Hoffnung, Geld und Nahrungsmittel für Mensch und Tier zusammenkratzen zu können.

In Elephant Hills haben es die Tiere besser. Auch hier „arbeiten“ sie, aber ihre Aufgabe besteht darin, sich abrubbeln zu lassen – und zu naschen. Denn zur „Elephant Experience“ gehört auch die Zubereitung von Leckereien für die Elefanten. Fleißig hacken die Besucher Zuckerrohr, zerkleinern Bananen oder rollen liebevoll Tamarinde in Salz, bevor sie sie mit Bananenblättern zu kleinen Päckchen verschnüren.

Rosa Ameise ist ziemlich egal, was man ihr reicht

Rosa Ameise ist ziemlich egal, was man ihr reicht. Ganz vorsichtig greift sie mit ihrem Rüssel, der von etwa 40 000 zu Bündeln verflochtenen Muskeln gesteuert wird, nach den „Süßigkeiten“. Um diese dann in Sekunden in ihrem Mund verschwinden zu lassen, bevor sie ihren Rüssel wie eine Schlange zwischen denen der anderen Elefanten hindurchreckt, um den nächsten Happen zu erhaschen.

Doch die Zeltstadt mitten im thailändischen Nirgendwo bietet den Besuchern noch mehr. Sie versucht das Land erlebbar zu machen. Der Auftritt der Grundschulkinder, die traditionelle Tänze vorführen, gehört dazu. Oder ein Besuch auf einem Markt, dessen Gerüche und Vielfalt den Europäer sprachlos und angesichts ganzer Schweineköpfe auch ein bisschen grün im Gesicht zurücklässt.

Ein Naturerlebnis der ganz ganz anderen Art

Wer möchte, dem bietet das Ressort noch ein Naturerlebnis der ganz ganz anderen Art. Eine Stunde von Elephant Hills entfernt liegt Cheow Larn Lake. Dabei handelt es sich um einen – durchaus auch in Thailand kritisch gesehenen – Stausee. Mit 165 Quadratkilometern ist er rund doppelt so groß wie der Chiemsee und liegt mitten im Naturschutzgebiet. Als das Gebiet geflutet wurde, versuchte man zwar, die Fauna vor dem Ertrinken zu retten, hatte aber nur mäßigen Erfolg. 13 Dörfer, die vorher nicht per Straße erreichbar waren, mussten umgesiedelt werden.

Die heutige Landschaft ist dadurch allerdings nicht minder spektakulär. Wie verfaulende Zähne ragen die Spitzen der ehemaligen Kalkberge aus dem Wasser – und bilden nun mehr als 100 Inseln in dem Süßwassersee. Mit dem „Ruea Hang Yao“ – wörtlich übersetzt Langschwanzboot, dem typischen thailändischen Wasserfahrzeug – werden die Touristen zu den schwimmenden Hütten chauffiert. Das Elephant Hills Rainforest Camp verfügt über 20 Zelte, jedes mit einem eigenen Badezimmer und einem Kanu vor der Terrasse. Hinter dem Zelt liegt der immergrüne Dschungel mit all seinen Geräuschen, schrillen Schreien und dem unablässigen Knistern und Knacken. Vor dem Zelt spiegelt sich der sich ständig verändernde Himmel in glasklaren, fast lauwarmen Wasser. Nach dem Regen ist hier vor dem Regen, es ist, als würde er zwischen den immergrünen Hügeln ausgebrütet.

In den Wäldern turnen Affen durch die Zweige

Aber genau das ist, was die Landschaft so unendlich artenreich macht. In den Hügeln verbergen sich Schluchten und Tropfsteinhöhlen, in denen Millionen Fledermäuse nisten. In den Wäldern turnen Affen durch die Zweige und im See gründeln Karpfen. Wer mit dem Kanu die vielen, weit verzweigten Arme des Sees ergründet, begegnet der unberührten Natur fast zwangsläufig, immer neue traumhafte Einblicke eröffnen sich. Wenn Abends die Dunkelheit übernimmt, steigt gefühlt die Geräuschkulisse im selben Maße, wie die Sicht abnimmt. Der Reiz des Regenwalds – er ist immer da. Bei Tag und Nacht – unterschiedlich oder stets spektakulär.

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