Kultur in Bonn: Theater, Kabarett, Konzert - Aktuelle Veranstaltungen

Konzerte, Tanz und Theater : Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Die „Rheinbühne“ feiert Eröffnung an der Oxfordstraße, in der Springmaus wird (mit)gesungen, und im Kleinen Theater ist der Thriller „Heilig Abend“ von Daniel Kehlmann zu sehen.Das und mehr gibt es in unseren Veranstaltungstipps für Bonn.

Eröffnung der „Rheinbühne“ in Bonn

Verzögerungen beim Bau, man kennt das von der Beethovenhalle. Es geht auch eine Nummer kleiner: Zwei Straßenecken weiter bremste Anfang Oktober ein Rohrbruch die Eröffnung der Rheinbühne aus, die das Bonner Kulturleben mit Kabarett und Comedy beleben möchte. Der neue Club in der Oxfordstraße kann nach Angaben der Betreiber Katharina Niehus und Paul Leipertz endlich durchstarten. Nicht mit Comedy, aber doch komödiantisch: Beim Pint of Science-Festival am 17. Oktober (18 Uhr) geht es um Wissenschaft zum Anfassen, und dabei kommt immer Freude auf. Am 25. Oktober (20 Uhr) inszeniert sich der Hamburger Dennis Grundt als „Friseur des Vertrauens“ mit dem Fortsetzungsprogramm „Geschnitten und unzensiert 2.0“. Am 1. November (20 Uhr) stellen sich in der Reihe „Jung und ungebremst“ die Newcomer Lukas Wandke und Serkan Ates-Stein vor. Am 9. November (20 Uhr) erzählt der Influencer Nizar lustige Anekdoten aus dem Alltag. Und am 15. November (20 Uhr) spielt Falk Schug sein Programm „Ein Sozialarbeiter packt aus“. (Heinz Dietl)

Gesangsstunde im Haus der Springmaus

Das Genre der Mitsing-Konzerte kennt kaum Grenzen. Im Haus der Springmaus erfährt das angesagte Format eine geistliche Zuspitzung: Die Sängerin Tamara Peters gibt die fidele Ordensschwester Bernadetta, die mutterseelenallein auf das Kloster aufpassen muss, während ihre Glaubensschwestern eine Wallfahrt unternehmen. Langweilig wird der frommen Nonne nicht: Sie entdeckt den PC der Oberin und gerät auf ein Shoppingportal, mit dem sich allerlei anstellen lässt. Während im Klostergarten das Gemüse verdurstet.

Foto: Springmaus

Und dann investiert Bernadetta locker fünfstellig in eine Nasen-OP. Zur Strafe muss sie mit dem Saalpublikum singen. Es beginnt ganz unverdächtig mit „Lobet den Herren“ und steigert sich hin zu den Klassikern der Unterhaltungsmusik, was dem Publikum das Einstimmen erleichtert: „Schön ist es auf der Welt zu sein“, „Wer hat die Kokusnuss geklaut“ und „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“, aber auch „Atemlos“ als Gruß an Schwester Helene.

Die „Gesangsstunde mit Schwester Bernadetta ist eine Produktion der Opernwerkstatt am Rhein. Yuhao Guo gibt den Dekan am Piano. Und kein Besucher kann sich herausreden: Die Texte werden auf die Leinwand projiziert werden.

Info: Gesangsstunde mit Schwester Bernadetta, Bonn-Endenich, Haus der Springmaus, 18. Oktober, 20 Uhr; www.springmaus-theater.de; opernwerkstatt-am-rhein.de (Heinz Dietl)

Thriller im Kleinen Theater in Bad Godesberg

Heilig Abend: Der Bestsellerautor Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“) inszeniert in seinem Thriller das eineinhalbstündige Verhör einer terrorverdächtige Philosophieprofessorin. Regie: Stefan Krause. Mit Sandra Krolik und Wolf-Guido Grasenick.

Info: Bonn-Bad Godesberg, Kleines Theater, Vorstellungen fast täglich, 20 Uhr

Willy Astor: „Jäger des verlorenen Satzes“

Der bajuwarische Wortspieler und Multiinstrumentalist Willy Astor präsentiert sein neues Solo „Jäger des verlorenen Satzes" und verspricht dabei einmal mehr eine „Wortsgaudi“.

Foto: Pantheon

Info: Pantheon, Bonn-Beuel, Siegburger Str. 42, 16. Oktober, 20 Uhr

Cynthia Nickschas in der Harmonie in Bonn

Die Bonner Liedermacherin Cynthia Nickschas blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück – mit Konzerten unter anderem auf dem Bonner KunstRasen und beim Herzberg Festival. Zurzeit arbeitet die Sängerin und Gitarristin, zu deren Markenzeichen authentische Texte aus dem wahren Leben zählen, an ihrem dritten Album. Und am 20. Oktober gibt sie mit ihrer Band ein Konzert in der Harmonie. Besetzung: Stefan Janzik (Gitarre), Mario Hühn (Schlagzeug), Chris Wegener (Bass), Christian Zerban Saxophon), Alwin Moser (Violine) und Olaf Roth (Klavier). Als Gast wirkt die Sängerin Lucie Licht mit.

Foto: cynthia-nickscha/Promo

Info: Cynthia Nickschas & Band, Bonn-Endenich, Harmonie, 20.10. 19 Uhr; www.ga-bonn.de/ticktes (Heinz Dietl)

„Die Schnecke und der Buckelwal“ im Jungen Theater

Eine Schnecke möchte mehr von der Welt sehen als nur den Felsen, auf dem sie lebt. Als eines Tages ein Buckelwal vorbeikommt und ihr anbietet, mit ihm um die Welt zu reisen, kriecht sie flugs auf seine Schwanzflosse. So erzählt es das Bilderbuch „Die Schnecke und der Buckelwal“ von Julia Donaldson und Axel Scheffler. Und so erzählt es auch das Junge Theater, das mit dem Londoner Theater Tall Stories bereits den "Grüffelo" auf die Bühne gebracht hat. In der Geschichte "Die Schnecke und der Buckelwal" geht es um eine besondere Freundschaft und um die Schönheit einer schützenswerten Welt.

Foto: Rolf Franke

Info: „Die Schnecke und der Buckelwal“, Junges Theater Bonn, Hermannstraße 50, 19 und 20. Oktober, je 15 Uhr (Ulrike Strauch)

Kellertheater Chateau Pech

Der Name ist Programm. Und weil dies so ist, hat das Kellertheater jetzt unter dem Motto "Ergoetzliches drei heitere Einakter des Autors Curt Goetz inszeniert. "Der fliegende Geheimrat" zum Beispiel entlarvt einen von seinen ärztlichen Fähigkeiten überzeugten Geheimrat als wahren Meister falscher Diagnosen. Im Stück "Minna Magdalena" indes herrscht große Empörung im Hause des Professors und seiner tugendhaften Frau Mathilde: Und der "Hund im Hirn" beschwört eine handfeste Ehekrise herauf.

Info: Kellertheater Chateau Pech. "Ergoetzliches", Nachtigallenweg 22, Wachtberg-Pech, nächste Vorstellungen: 13., 16., 18., 19., 22., 25., 27., 29. und 31. Oktober, jeweils 19 Uhr. Tel (0228) 325951 (Ulrike Strauch)

Nackte Tatsachen im Contra-Kreis-Theater

Die kanadische Journalistin Kerry Renard, Jahrgang 1961, hat erst Literatur studiert, dann als Redakteurin bei Funk und Fernsehen gearbeitet. Im Jahr 2003 schrieb sie ihr erstes und bisher einziges Bühnenstück - eine Komödie über Männer. Mittlerweile liegt auch eine deutsche Fassung vor. "Nackte Tatsachen" geht in zwei Stufen vor: Das Stück beginnt mit nackigen Männern und lässt sich Zeit mit den Tatsachen. Warum die besten Freunde Michael und Oliver eines Morgens aneinander gefesselt im Bett liegen, wissen weder die beiden Herren noch das Publikum. Die Komödie nimmt Fahrt auf, als die besseren Hälften Emily und Nicole auf der Bildfläche erscheinen und Antworten erwarten. Mehr muss man nicht wissen - außer vielleicht, dass die Autorin "bereits" an ihrem zweiten Buch arbeitet. die

Info: "Nackte Tatsachen", Bonn, Contra-Kreis-Theater, Am Hof 3-5, 3. Oktober bis 1. Dezember, fast tägliche Vorstellungen, Tel. (0228) 63 23 07; www.contra-kreis-theater.de

Von Mossul nach Palmyra in der Bundeskunsthalle

Nein, das ist kein Videospiel: Die Zerstörungen des architektonischen Weltkulturerbes von Mossul (Irak), Aleppo und Palmyra (Syrien) sowie Leptis Magna (Libyen) sind echt. Und es grenzt schon an eine gewisse tragische Ironie, dass nur Videoaufnahmen noch ein Bild dessen vermitteln können, wie diese Städte – vor der Terrorherrschaft des IS und den klimatischen Veränderungen an der nordafrikanischen Küste – einmal ausgesehen haben. So ist diese Ausstellung auch ein Manifest, das kulturelle Erbe zu schützen, und zwar weltweit.

Info: Bundeskunsthalle, Helmut-Kohl-Allee 4, bis 3. November

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