Kultur in Bonn: Theater, Kabarett, Konzert - Aktuelle Veranstaltungen

Kabarett, Variete und Theater : Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Wonach hört sich das Grundrauschen an? Warum im Stau stehen, wenn man doch zu Fuß schneller wäre? Nicht nur philosophische Fragen im Tanz und Theater, sondern auch Kölsche Töne von der BAP-Tribute-Band MAM und zauberhafte Magie im Haus der Springmaus gibt es in Bonn und der Region zu erleben.

Das Berlin der späten 20er Jahre im Musical Dome

Berlin in den späten 20er Jahren: Diese Stadt ist, was man heute einen Hotspot nennt. Irgendwas wird immer gerade ge- oder erfunden – in Wissenschaft und Technik, Kunst und Kultur. In der Millionenmetropole, die zu dieser Zeit in einem Atemzug mit New York und Paris genannt wird, pulsiert das pure Leben: am Tag auf Straßen und Plätzen wie dem Alex, des nachts auf der Amüsiermeile Friedrichstraße. Nummer 101/102 zum Beispiel gehört dem Admiralspalast, einem der wenigen erhaltenen Vergnügungsstätten aus dieser Zeit.Genau dort spielt die Revue „Berlin Berlin“,  die vom 21. Januar bis zum 2. Februar auch im Musical Dome zu sehen ist.

Vom Blauen Engel über die Dreigroschenoper und die „Tänze des Lasters“ bis zum legendärem Bananenrock: Sensationen sind in Berlin an der Tagesordnung. Darf’s noch für’n Fünfer mehr sein? Aber immer doch. Erlaubt ist, was gefällt. Die Berliner sind so frei. Und diese Show ist es auch, setzt Akzente und verstreut ein wenig Asche, ein wenig Staub zwischendurch, Der Pulsschlag dieser Tage ist hoch – der Verschleiß ist es auch. Doch wer denkt schon an morgen, wenn die Band spielt? (Ulrike Strauch)

  • Info: Berlin Berlin,  21. Januar bis 2. Februar Musical Dome Köln. Karten gibt es unter www.bonnticket.de

Bonner Solistin Anka Zink im Haus der Springmaus

Die Bonnerin Anka Zink, einst Gründungsmitglied des Springmaus-Ensemble, zieht seit 1991 erfolgreich als Solistin durchs Land. Und sie macht Kabarett, keine Comedy. Kopf und Stimme können nicht anders. Zink ist der Geist, der stets hinterfragt, und dazu passt die scharfe Zunge. Im aktuellen Programm ruft sie „Das Ende der Bescheidenheit“ aus und richtet ihre Geschütze auf die Selbstinszenierung gefallsüchtiger Mitmenschen. „Alle sind super fit, super talentiert, super schön, super jung und super geil  – zumindest auf ihren Selfies“, sagt Frau Zink. Ein bisschen Lebenshilfe ist gesetzt bei Zink. Und so bietet sie „tolle Übungen für alle Bescheidenen, die Unbescheidenheit verdient haben“. Und ihr Terminkalender ist voll, siehe Info. die

  • Info: Anka Zink, „Frau Jahnke hat eingeladen.....!“, Opernhaus Bonn, 01. Februar, 20 Uhr / Düsseldorf, Kom(m)ödchen, 24. Januar, 20 Uhr / Köln, Senftöpfchen, 14. Februar, 20.15 Uhr.
  • Tickets ab 30,60 Euro unter www.bonnticket.de

Fringe Ensemble - „Rauschen“: Das Geräusch als 24/7-Phänomen

Irgendein Geräusch ist immer und völlige Stille anscheinend unerreichbar. Stellt sich nur die Frage, wonach es sich anhört, dieses (Grund)Rauschen. Wer das Fringe Ensemble und die Inszenierungen unter Regie von Frank Heuel kennt, weiß, dass Antworten dort auf ungewöhnlichen Wegen gesucht und gefunden werden. So auch in dieser Produktion eines Teams mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Türkei, aus der Schweiz, aus Burkina Faso und aus Deutschland.

Das Phänomen ist also global und folgt dabei dem Rhythmus 24/7. Der Strom von Informationen, Mitteilungen und Bildern reißt nicht ab. Und die Sinfonie aus Sprache, Bildern und Tönen – klingt nach Stimmungs- und Weltlage mal hell, mal dunkel, mal leise, mal laut oder auch bloß dissonant.

Kurzum: Ohne persönlichen Filter geht es nicht. Fragt sich nur, wie man ihn einstellt: ob bewusst oder unbewusst, in kleineren oder größeren Blasen, im Versuch, den Überblick zu behalten oder indem man manches ganz einfach durchrauschen lässt. Tatsache ist: Ein gelegentliches Funkloch besitzt einigen Charme Und ebenso gewiss: Die Vorstellung, abgekoppelt zu sein, lässt sich nur bedingt genießen. (Ulrike Strauch)

  • Info: Fringe Ensemble, „Rauschen“, Bonn, Theater im Ballsaal, Frongasse 9, 24. und 25. Januar, je 20 Uhr
  • Tickets ab 15 Euro unter www.bonnticket.de oder telefonisch unter (0228) 79 79 01

Gemeinsames Singen mit Klosterschwester Bernadetta

Tamara Peters kennt viele Bühnen, selbst auf dem ZDF-Traumschiff war sie im Einsatz. Jetzt singt sie im Kloster, und das kam so: Peters ist Mitglied der Kölner Opernwerkstatt am Rhein, die sich als „ThinkTank“ für junge Künstler versteht. In dieser Werkstatt entstand das Projekt „Gesangsstunde mit Schwester Bernadetta“. Peters spielt eine Nonne, die ihren Orden aufmischt – und das Publikum nicht nur damit bei Laune hält. Zentrales Element der Show ist der gemeinsame Gesang, der Pianist Yuhao Guo versteht sein Handwerk, die Texte erscheinen auf einer Leinwand. Das Repertoire reicht von „Atemlos“ bis „Lobe den Herren“. Zu erleben im Haus der Springmaus am 23. Januar (20 Uhr). Info: Tel. (0228) 79 80 81.

Magier des Jahres 2019 Detlef Simon im Haus der Springmaus

Er sei „Hannovers unterhaltsamster Zauberer und zauberhaftester Unterhalter“, schreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung über einen berühmten Sohn der Niedersachsenmetropole. Gemeint ist Detlef Simon, der unter seinem Künstlernamen Desimo auch den Rest der Republik verzaubert. Simon verwischt die Grenzen zwischen Magie und Comedy, und so wundert es nicht, dass der 53-Jährige im vergangenen Jahr zwei entsprechende Titel eingefahren hat: Magier des Jahres und Deutscher Kabarettpreis.

Seine Fachgebiete definiert Simon ganz simpel: „Moderation, Entertainment, Unerklärliches“. Beim Auftritt im Haus der Springmaus setzt er sich mit dem Wesen der Manipulation auseinander. Als Beispiele serviert er dem Publikum einen bunten Buchstabensalat und belegt damit die Leistungsfähigkeit des Gehirns, das in der Lage ist, bereits den Begriff „Muanoiapltin“ als „Manipulation“ zu entlarven. die

  • Info: Desimo, „Manipulation – Die Gedanken sind frei – zugänglich“, Haus der Springmaus, 24. Januar, 20 Uhr

Bernard Paschke - Der jüngste politische Kabarettist Deutschlands kommt ins Pantheon

Irgendwie kommt einem sein Gesicht bekannt vor. Ist das nicht der Junge  von der Kinderschokolade? Nun, nicht ganz. Zwar sieht Bernard Paschke –  Jahrgang 2000 und somit der jüngste politische  Kabarettist Deutschlands  – auf Anhieb wirklich nett und verbindlich aus. Auch seine Kollegen der Leipziger Pfeffermühle werden diesen Vorzug gewiss zu schätzen wissen. Und sei es nur, dass der Überraschungseffekt um so größer ist, wenn er aus seinem juvenilen Blickwinkel über Klima, Kirche, Kramp-Karrenbauer, Flüchtlinge, Fleischverbot, Facebook. Ungleichheit, Umwelt, Uckermark und Usbekistan resümiert.

Bernard Paschke ist als jüngster politischer Kabarettist Deutschalnds im Pantheon zu Gast. Foto: Bernhard Paschke

Bevor er 2018 nach Sachsen gezogen ist, hat Paschke schon in Bonn die Theaterlandschaft mit selbst geschriebenem Stoff und eigenen Inszenierungen bestückt. Nach mehrfachen Auftritten im Pantheon und im Contra-Kreis-Theater sowie  einer ersten Deutschlandtour, wechselte er zu einem der bekanntesten Kabaret-Ensembles überhaupt und scheifgt dort seine Zunge für die passende satirische Schärfe

„Ein bunter Pott Püree“ hieß im Herbst 2017 seine erstes abendfüllendes Solo. Nun ist Paschke mit einer überarbeiteten Version dieses Programms unter dem noch viel passenderen Titel „Der Tag des jüngsten Gesichts“ wieder im Pantheon zu Gast. stl

  • Info: Bernard Paschke, „Der Tag des jüngsten Gesichts“, Pantheon. Siegburger Straße 42, 23. Januar, 20 Uhr
  • Tickets ab 18,75 Euro unter www.bonnticket.de

Tribute an BAP von MAM

Verdamp lang her: Könnte man so sagen, wenn man auf das Gründungsdatum der Tribute Band MAM vor gut 15 Jahren blickt. Mit „Ne schöne Jrooß“ an Leadsänger Klaus Drothbohn und Oliver Küster (Gitarre), die seinerzeit mit Keyboarder Andreas Opitz (nicht mehr dabei) beim Geburtstag eines Freundes spontan einige Nummern von BAP spielten. Der Rest ist Geschichte, und die wird jetzt mit drei Konzerten in der Harmonie gefeiert: auch von Marc Juras (Bass), Marco Beier (Schlagzeug), Alexander Arnautovic (Percussion), Christoph Freitag (Saxofon), Oliver Rebhahn (Keyboards und Christian Ebert (Gitarre).  Die ersten zwei Konzerte stehen unter dem Motto „Affrocke“, das dritte ist unplugged. stl

Die Tribute Band MAM spielt bekannte Songs von BAP in der Harmonie Bonn. Foto: MAM
  • Info: MAM, Harmonie Bonn, Frongasse 28-30, 24. und 25. Januar, 19.30 Uhr,
  • 26. Januar (Akustik), 19 Uhr
  • Tickets ab 25,50 Euro unter www.bonnticket.de

The Impossible Flight: Tanzshow in der Brotfabrik

Die Tanzproduktion von Vanek und Preuß setzt philosophische Fragen in Produktion. Foto: Tanzwerke Vanek Peuß/Tanzwerke Vanek Preuss

„Teilnahmslos glücklich im globalen Stockholm-Syndrom?“ Diese Frage stellen Karel Vanek und Guido Preuß nun mit ihrer neuen Tanzproduktion, die am 23. Januar in der Brotfabrik Premiere feiert.  Doch was bedeutet das eigentlich genau? Im Sturm zu sitzen und die Grillen nicht mehr zu hören? Im Stau zu stehen, obwohl man zu Fuß viel schneller wäre? Ist das so etwas wie das kollektive Hamsterrad? Von einem System okkupiert, das seinen „Geiseln“ mit Privilegien den Blick verstellt und sie in eine undurchschaubare Fantasie-Welt einlullt. Dwayne Holliday, Nora Vladiguerova und Tobias Weikamp setzten dieses „Woanders-sein“ auf der Bühne in Bewegung um. stl

  • Info:  Tanzwerke Vanek Preuß, „The Impossible Flight“, Brotfabrik, Kreuzstraße 16, 23. bis 25. Januar, sowie 31. Januar und 1. Februar, Beginn: jeweils um 20 Uhr
  • Tickets ab 18,65 Euro unter www.bonnticket.de
Das Bühnenbild zur Aufführung der Cavalleria Rusticana und des Bajazzo im Bonner Opernhaus. Foto: Thilo Beu/THILO BEU

Die unzertrennlichen Opern Cavalleria Rusticana und Der Bajazzo

Die beiden Werke von Pietro Mascagni (1863 - 1945) und Ruggero Leoncavallo (1857 - 1919) sind seit ihrer voneinander unabhängigen Entstehung doch wie unzertrennlich miteinander verknüpft. Den Anstoß gab seinerzeit ein Wettbewerb zur Förderung junger italienischer Komponisten. Mascagni legte dort ein Eifersuchtsdrama vor. Vom Erfolg des Kollegen befügelt – und angestachelt sicher auch – ließ Leoncavallo eine Commedia-dell’arte-Truppe in Leidenschaft brennen und wüten. Zu sehen am 19. Januar (18 Uhr) und am 25. Januar (19.30 Uhr).

Events in Köln

Köln-Kenner wissen: Karneval bedeutet Ausnahmezustand. Viele, aber nicht alle Bühnen lassen sich vom Virus infizieren. Das E-Werk in der Schanzenstraße befindet sich als jecke Hochburg fest in der Hand der Stunksitzung mit ausverkauften Vorstellungen bis zum 25. Februar. Erst danach findet der Club zur Normalität zurück, etwa mit einem Auftritt der Comedienne Tahnee am 6. März. Im Palladium gegenüber kommt Karneval kaum vor. Die angesagte 4000er-Halle veranstaltet Konzerte mit Milky Chance, Liam Gallagher und dreimal Rin, dem populären Rapper aus Bietigheim-Bissingen.

Auch die linksrheinische Kleinkunstbühne Senftöpfchen präsentiert karnevalsfreie Kost. Auf der Bühne stehen Vera Deckers, Markus Maria Profitlich und Wildes Holz. Die Live Music Hall in Ehrenfeld präsentiert unter anderem die Punk-Bands Backyard Babies und The Bones, ab Weiberfastnacht indes gehört die Halle ganz den Jecken. Das Gloria Theater im Zentrum fährt zweigleisig: Da gibt es normales Programm mit Cavewoman und Caveman, Wallis Bird und Gernot Hassknecht, aber auch karnevalistische Kultshows wie den Sweet Fastelovend mit Querbeat, Fiasko und Domstürmer am 6. Februar sowie Cat Ballou, Miljö und Lupo am 15. Februar. (Heinz Dietl)

Programm im Dottendorfer Ortszentrum

Wie bringt man Leben in sein Veedel? Ganz einfach: Verein gründen, Kultur veranstalten – fertig. In Dottendorf scheint das Konzept zu funktionieren. Im Jahr 2011 gründeten Burghard Mandt und Herbert Kaupert den Bürgerverein, „um das Ortszentrum als Kulturzentrum und Bürgertreffpunkt zu beleben“. Das sei gelungen, sagen die beiden Initiatoren. Am Beispiel der „Dottendorfer Jazznacht“ lässt sich das belegen. Die monatliche Reihe hat sich festgesetzt im Bonner Kulturkalender, die Liste der Künstler wird immer prominenter. Am 20. März ist der Trompeter Nils Wülker zu Gast, geboren in Bonn, wohnhaft in Hamburg.

Wülker tritt im Duo mit dem Gitarristen Arne Jansen auf. Am 24. April ist die Berliner Sängerin Lisa Bassenge zu Gast. Am 31. Januar (20 Uhr) trifft die Klassik-Pianistin und Jazz-Sängerin Olivia Trummer auf den italienischen Schlagzeuger Nicola Angelucci.

Unter der Dachmarke „DottKult“ sind weitere Veranstaltungsformate im Ortszentrum geplant. Einmal im Monat wollen die Veranstalter ihre Bühne auch Amateurmusikern im Rahmen einer „Offenen Bühne“ zur Verfügung stellen. (Heinz Dietl)

Varieté: „Grand Hotel“ im GOP-Theater

Am 8. Januar startete die neue Show im GOP-Theater Bonn. Die Varieté-Show „Grand Hotel“ wirft einen Blick hinter die Kulissen einer traditionsreichen Nobelherberge. Im Mittelpunkt stehen die mitunter eigenwilligen Gäste des Hauses und auch das umtriebige Personal. Auch diese Show versteht sich als Mix aus Artistik, Tanz, Schauspiel und viel Musik. Für die Regie und das Bühnenbild zeichnet Ulrich Thon verantwortlich. „Grand Hotel“ steht bis einschließlich 1. März auf dem Spielplan. (die)

  • Info: „Grand Hotel“, 8.1. bis 1.3., Vorstellungen mittwochs bis sonntags, Eintritt 34 Euro; www.variete.de

„Ende der Schonzeit“ im Haus der Springmaus

Am 31. Januar (20 Uhr) winkt eine weitere Vorstellung des Programms „Ende der Schonzeit“ von Cosima Seitz, Michael Müller und Andreas Etienne im Haus der Springmaus. Der kabarettistische Ansatz passt eigentlich auf jeden Anlass und in jede Jahreszeit. Das Trio analysiert Rituale im Büro und anderen gängigen Gehegen der modernen Arbeitswelt. Die Kabarettisten machen dabei schnell Parallelen in der Tierwelt aus. Zitat: „Wer ist der Platzhirsch? Wer hat das größte Geweih? Wer macht wem das Revier streitig, wem folgen die Ricken?“ Irgendwie und irgendwann kommen die Akteure auch noch auf das Thema Umwelt und machen den Kleiderabrieb im Publikum für den Feinstaub im Saal verantwortlich. Ziemlich kühn, die These, aber auch amüsant. (die)