Kultur in Bonn: Theater, Kabarett, Konzert - Aktuelle Veranstaltungen

Konzerte, Tanz und Theater : Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Das Festaival Bluegrass & Americana kommt auf die Bühne der Harmonie, es ist wieder Zeit für die Dottendorfer Jazznacht und Fritz und Herrmann packen zum Weihnachtsspezial im Pantheon schon mal aus. Hier sind unsere Veranstaltungstipps.

Festival of Bluegrass & Americana in der Harmonie

Der „Banjo-Bus“ ist wieder auf Tour und macht am 4. Dezember in Endenich Halt. Ziemlich genau vor der Harmonie, wo neben Banjos auch Mandolinen, Geigen, Gitarren und ein Kontrabass ausgeladen werden. Sie gehören zum typischen Sound, der mit dem  2008 von Rainer Zellner ins Leben gerufenen Festival „Bluegrass Jamboree“ mittlerweile Kultstatus besitzt; auch hier in Bonn

Der Charme dieser akustischen Spielart, die es in Sachen  Joie de Vivre locker mit dem hierzulande recht beliebten Cajun Groove aufnehmen kann spricht für sich: Wobei auch Bluegrass tief in der amerikanischen Musikgeschichte wurzelt und in die Zeit zurück verweist, als die Tänze und Balladen der irischen und schottischen Einwanderer auf die Musik der afrikanischen Sklaven mit ihren raffinierten komplexeren Rhythmen und Gesängen trafen. Spirituals und Gospels gesellten sich noch dazu.

Und Bill Monroe mit seinen Bluegrass Boys (benannt nach dem Staat Kentucky, wo das Gras etwas blauer wachse als anderswo) kreierte aus diesem „Soundtrack“ mit Blues, Fiddle Tunes, Gospel und Celtic Folk Balladen in den 1940er Jahren .eine eigene Richtung, aus der wiederum Elvis Presley seinen „Rock’n’Roll und Rockabilly“ formte. Bevor die studentische Szene der 60er Jahre mit ihren Folk Festivals und Folk Stars dem Bluegrass  als „Kultur der einfachen Leute“, frisches Publikum  in Stadt und Land zuführte.
Etwas ganz Ähnliches hat seit nunmehr elf Jahren auch Zellner – von der European Bluegrass Union als „Bluegrass Personality of the Year“ ausgezeichnet – im Sinn. Für sein Festival of Bluegrass and Americana Music ist er stets auf die Sprung, die aktuell angesagten Künstler zu präsentieren. So finden sich etliche spätere Stars und Grammy-Gewinner auf der Künstlerliste der vergangenen Bluegrass Jamboree Jahrgänge.

Dieses Mal setzen die Straßen-Troubadoure Amy Albey und Mark Kilianksi von Hoot and Holler aus North Carolina. Akzente mit ihrer Version des authentisch-modernen Americana-Roots-Folk  und richten den Fokus auf die in der Szene angesagten Folk-Klänge der Appalachen im Südosten. Clawhammer Banjo, Flatpicking Gitarre und Oldtime Fiddle rollen den archaisch-akustischen Teppich dafür aus. Traditional Bluegrass, gewürzt mit virtuosen Mandolinen Banjo- und Geigensoli, ist die Spezialität der Price Sisters aus Ohio. Geigerin Leanna Price und Mandolinistin Lauren Price Napier sind Zwillinge, aufgewachsen im authentischen Umfeld legendärer Bluegrass-Künstler.  Auch ihre Stimmen sind in den überwiegend männlich dominierten Bands der Szene etwas Besonderes. Das Repertoire der Price Sisters stammt aus der goldenen Zeit des Genres. Den Schwestern zur Seite stehen Lincoln Hensley (Banjo), Matthew Parsons (Gitarre) und Andrew Brown (Kontrabass)

Aus Wisconsin – weit weg von den Bergen des Südostens der USA –  kommt die Formation Chicken Wire Empire, die progressiven, rockigen Jamgrass spielt.  Mit langen expressiven Soli der Bluegrass-Instrumente, mit Rockelementen und modernem Songwriting hat sich dieser Stil auf Festivals zum Renner entwickelt.

Die fünf Musiker haben zuerst ihre Bluegrass-Hausaufgaben absolviert und sich anschließend zu neuen akustischen Ufern aufgemacht, im besten Sinne von Bill Monroe, dem „Father of Bluegrass Music“. Und Chicken Wire Empire ist ganz vorne mit dabei, Jamgrass und Progressive Bluegrass weiterzuentwickeln..“ (von Ulrike Strauch)

Info: Bluegrass Jamboree – Festival of Bluegrass and Americana Music, Harmonie, Frongasse 28-30, 4. Dezember, 20 Uhr, Tel. (0228)614042

Traditional Bluegrass spielt The Price Sisters am 4. Dezember in der Harmonie. Foto: John Flavell/By John Flavell

"Cavewoman" im Haus der Springmaus

Ob „Caveman“ oder Cavewoman“: Missverständnissen zwischen Männern und Frauen gehen der Bühne immer, und auch umgekehrt, also zwischen Frauen und Männern, funktioniert das Format. So hat die One-Woman-Show nach Produzentenangaben allein in Deutschland schon mehr als 600 000 Zuschauer in 2000 Vorstellungen auf 50 Bühnen gelockt.

Und weiter geht’s: Die Berliner Schauspielerin Ramona Krönke packt im Haus der Springmaus erneut als Höhlenfrau Heike ihr paläolithisches Pflegeset aus und erteilt den Damen im Publikum „Praktische Tipps zur Haltung und Pflege eines beziehungstauglichen Partners“, so der Untertitel.

Die Männer hören zu und lachen verschämt zu. Dabei sei das Stück „gar kein feministischer Großangriff auf die gemeine Spezies Mann, sondern ein vergnüglicher Blick auf das Zusammenleben zweier unterschiedlicher Wesen, die sich einen Planeten, eine Stadt und im schlimmste Fall eine Wohnung teilen müssen.“(von Heinz Dietl)

Info: Cavewoman, Bonn, Haus der Springmaus, 8. Dezember, 19 Uhr; www.springmaus-theater.de

In "Cavewoman" wird die Haltung und Pflege eines Partners erklärt. Foto: Cavewoman

Die Wasserfuhrs in Dottendorf

Zum Abschluss des Konzertjahres 2019 spielen die Brüder Julian und Roman Wasserfuhr am 6. Dezember bei der „Dottendorfer Jazznacht“. Mit fünf erfolgreichen Alben zählen die beiden hierzulande zu den renommiertesten Jazz-Musikern und haben einige Auszeichnungen und Preise gewonnen, so zum Beispiel den German Jazz Award vom Bundesverband der Musikindustrie. Gemeinsam mit dem Cellisten Jörg Brinkmann präsentieren sie nun ihr Album „Relaxin‘ in Ireland“, einen in Noten umgesetzten Blick auf die grüne Insel im Atlantik. Und ein Album, das davon erzählt, was die Umgebung von West Cork mit dem Trio im Moment des musikalischen Schaffens gemacht hat. (stl)

Info: Dottendorfer Jazznacht, „Relaxin’ in Ireland“ mit Julian und Roman Wasserfuhr, Ortszentrum Dottendorf,
6. Dezember, 20 Uhr

Kino aus der Vorstadt von Paris

Alles außer gewöhnlich: Bruno und Malik arbeiten als Betreuer für autistische Kinder und Jugendliche. Die Herausforderungen sind zahlreich angesichts der schwer auszurechnenden seelischen Geisteslagen der Betreuten und einer Stadtverwaltung, die die Betreuungseinrichtung von Bruno und Malik ins Auge gefasst hat. Eine reale Geschichte aus der Vorstadt von Paris, dynamisch gespielt von Vincent Cassel und Reda Kareb, die in ihrem Streetworker-Look kaum zu erkennen sind. Der Film von Olivier Nakache und Eric Toledano ist hart, realistisch, zugleich leicht, locker und witzig. Das Regieteam von „Ziemlich beste Freunde“ packt erneut ein heißes Eisen unterhaltsam an.

Start: Ab Donnerstag, 5. Dezember, in den Kinos

"Alles außer gewöhnlich" startet am 5. Dezember in den Kinos. Foto: dpa/Carole Bethuel

Michel aus Lönneberga im Jungen Theater Bonn

Ach, sie sind wahrlich nicht zu beneiden, die Svenssons aus Lönneberga: So schön friedlich könnte das Leben bei ihnen auf dem Katthulthof sein – gäbe es diesen Michel nicht; ein Lausbub wie man ihn sich nur irgend vorstellen kann. Mit seinen runden blauen Augen und seinem hellen Haar sieht Michel fast wie ein Engel aus – das aber auch nur, solange er schläft. So wie er wach wird, hat er mehr Unfug im Kopf als jeder andere Junge in ganz Lönneberga, in ganz Småland und vermutlich auch in ganz Schweden.

Seit Astrid Lindgren ihn 1963 in ihren Geschichten zum Leben erweckte, sind die Erzählungen um den kleinen Bauernsohn aus der Heimat der Schriftstellerin buchstäblich um die ganze Welt gegangen. Die Bücher wurden weltweit mehr als 30 Millionen Mal verkauft, in 53 Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt.  Denn eigentlich ist Michel ein liebevoller Junge, der es im Grunde immer gut meint. Doch mit so vielen Einfällen im Kopf und mit eben diese Kopf in Mutters bester Suppenschüssel glaubt das keiner. Ebensowenig, dass ausgerechnet dieser kleine Kerl im dicksten Schneetreiben den schwer kranken Knecht Alfred zum nächsten Arzt kutschiert haben soll.

Tristan Berger, Autor und Regisseur, hat mehrere solcher Episoden aus den Michel-Erzählungen als Grundlage für sein Theaterstück benutzt und zu einer Geschichte verwoben, die ebenso lustig wie spannend und berührend ist. Bernard Niemeyer inszeniert die Abenteuer des wilden Blondschopf für Zuschauer ab fünf Jahren. (Ulrike Strauch)

Info: „Michel aus Lönneberga“, Junges Theater Bonn, Hermannstraße 50, Karten gibt es noch für Vorstellungen am 15.Dezember, 11 Uhr und wieder ab 28. Dezember unter Tel. (0228)46 36 72

Das Stück nach den Geschichten von Astrid Lindgren. Foto: Junges Theater Bonn

„Fritz und Herrmann packen aus“ im Pantheon in Bonn

Soll man das so sagen - der Countdown läuft? Kein Monat mehr bis zum Fest. Wobei die Wahrscheinlichkeit, dass jemand wie Hermann Schwaderlappen (Norbert Alich) in eine wie auch immer geartete, vorweihnachtlich-besinnliche Stimmung verfallen könnte, scharf gegen Null tendiert. Bei Fritz Litzmann (Rainer Pause) –  seinem Kameraden vom „FKKVB Heimatverein Rhenania n.V. 1983“ sieht die Sache schon anders aus. Der möcht‘ schon wollen, kommt aber meist nicht dazu.

Was die Herren unter Weihnachtsstimmung verstehen, könnte von landläufigen Vorstellungen jedenfalls ein klein wenig abweichen. Es ist eben alles etwas anders im Fall dieser Globalphilosophen, die sich auf der Bühne nicht das Schwarze unterm Fingernagel gönnen.

Doch eigentlich und bei Lichte besehen - tun sie ja gar nichts anderes als das, was man selbst schon mal gern getan hätte, wenn es rund um den Tannebaum ein wenig fad zu werden droht. Um dann frohgemut darin einzustimmen, was jedes Weihnachten gilt: „Alles wird anders, so wie‘s immer war“..

Und obwohl das Weihnachtsfest ihnen alle Jahre wieder die schöne Session zu ruinieren droht, werden sie dennoch an zehn Abenden den Genuss von Glühwein und anderer alkoholhaltiger Erfrischungen tapfer hintanstellen, um Päckchen für Päckchen auszupacken: Päckchen voll mit Liedern, mit Ideen, dazu ein paar gepflegten Vorurteilen, und natürlich Antworten auf Fragen, die außer ihnen so auch noch niemand gestellt hat. (Ulrike Strauch)

Info: „Fritz und Hermann packen aus – Das Weihnachtsspezial 2019“, mit Rainer Pause und Norbert Alich, Pantheon, Siegburger Straße 42, alle Termine unter www.pantheon.de

Rainer Pause als Fritz Litzmann und Norbert Alich als Hermann Schwaderlappen in Festtagslaune. Foto: Harald Kirsch

Sông Trang - Neue  Show im GOP Varieté-Theater Bonn

Die neue  Show im GOP Varieté-Theater Bonn „Sông Trang – Wenn der Mond sich im Fluss spiegelt“entstand in Zusammenarbeit mit der Vietnam Circus Federation und präsentiert spektakuläreAkrobatik aus dem südostasiatischen Land. Eine zentrale Rolle spielen dabei flexibel eingesetzte Elemente aus Bambus.

Info: Vorstellungen mittwochs bis sonntags bis zum 5. Januar; Tickets ab 34 Euro unter ga-bonn.de/tickets; www.variete.de

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