Kultur in Bonn: Theater, Kabarett, Konzert - Aktuelle Veranstaltungen

Konzerte, Tanz und Theater : Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Die niederländische A-cappella-Formation Rock4 wandelt im Pantheon auf den Spuren Freddie Mercurys. Das Theater Marabu präsentiert sein neues Stück „“Hast du schon gehört?“ In der Harmonie findet ein Beat Festival statt. Babette Dörmer und Karin Kroemer gehen in Beuel auf „Kul-Tour“ - das noch mehr gibt es in unseren Veranstaltungstipps.

A-cappella-Formation Rock4 im Pantheon in Bonn

Kein Zweifel: „We Will Rock You“ ist einer dieser Rock-Klassiker, der binnen Minuten eine ganze Halle zum Singen bringt. Und es ist auch ein Stück Musik, dessen wahre Qualitäten sich offenbaren, wenn man das ganze Instrumentarium einfach mal weg- und den Rhythmus, die Stimme allein für sich arbeiten lässt. Genau das tut die niederländische A-cappella-Formation Rock4 in ihrem Programm „A Night at the Opera“, das sie am 23. Oktober im Pantheon präsentiert.

Luc Devens, Lucas Blommers, Luc Nelissen und Miklós Németh sind dort schon sozusagen Stammgäste. Mit viel Gespür und Leidenschaft für das Original auf der einen sowie mit der Frische, ganz eigene vokale Akzente zu setzen, haben sie auch in Bonn eine verlässliche Fangemeinde um sich versammelt.

Was natürlich auch Devens Stimme zuzuschreiben ist, die jedem Text - sei er noch so oft gesungen - sein Geheimnis lässt und dem Zuhörer die wohlige Gänsehaut. Wobei die Band um Freddie Mercury auch „brauchbare“ Vorlagen geliefert hat. „Love Of My Life“ ist so oder so zum Niederknien schön. „Don‘t Stop Me Now“ steht für Energie und Lebensfreude pur. Gradmesser schlechthin dürfte aber die legendäre „Bohemian Rhapsody“ werden .- nicht nur für die, die den gleichnamigen und mit vier Oscars prämierten Kinofilm gesehen haben. (Ulrike Strauch)

Info: Rock4, „A Night at the Opera“, Pantheon, Siegburger Straße 42, Mi 23. Oktober, 20 Uhr, Tel (0228) 21252

Heimspiel mit Adrienne Haan

Sie lebt in New York und in Bonn und meistens aus dem Koffer: Die deutsche Sängerin Adrienne Haan präsentiert im November und Dezember in Manhattans The Triad Theater ihre Revue „Vom Ku‘damm zum Broadway“ und das vorweihnachtliche Programm „White Christmas“.

Adrienne Haan kommt ins Pantheon. Foto: Pantheon

Zuvor ist die agile Entertainerin erneut in der alten Heimat aktiv: Am 24. Oktober zeigt Haan im Pantheon ihr französisches Programm „Cabaret Français“ mit Klassiker von Edith Piaf, Charles Aznavour und Jacques Brel. Einen Abschnitt widmet sie den weniger bekannten Liedern von Kurt Weill aus dem französischen Exil. Ein weiteres Kapitel gehört den modernen Chansons der großen Kollegin Patrica Kaas. Benjamin Schaefer begleitet die Sängerin am Flügel. (Heinz Dietl)

Info: Adrienne Haan, Bonn, Pantheon, 24. Oktober, 20 Uhr

„Hast du schon gehört?“ im Theater Marabu

Das Bild vom bösen Wolf ist allgegenwärtig. Doch was macht ihn eigentlich dazu? Und was ist das überhaupt: böse? Genau darum geht es jetzt in „Hast du schon gehört?“, der neuen Produktion des Theater Marabu unter der Regie von Claus Overkamp.
Die heitere Musiktheaterperformance über böse Märchen und die Angst vom Hörensagen mit einer Empfehlung für Grundschüler ab der ersten Klasse ist eine Koproduktion mit dem Beethovenfest Bonn und dem Jungen Nationaltheater Mannheim und eine Kooperation mit der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.

Produktion des Theater Marabu für Kinder der ersten Grundschulklasse. Foto: Ursula Kaufmann/Ursula kaufmann

Die musikalischen Performer Silas Eifler (Kontrabass), Tobias Gobesch (Klarinetten) und Leonhard Spies (E-Gitarre) spielen auf der Bühne so allerlei Instrumente. Was Märchen eben mitunter so hergeben und womit sich illustrieren lässt, wie sich die Bilder im Kopf formen und warum die Angst vor der Angst manchmal noch jedes Geheul im Mondlicht übertönt. und ein Ungeheuer erschafft, vor dem selbst ein Wolf selbst zittern würde.

Das Stück hinterfragt die Welt der Märchen, ohne ihnen ihr Geheimnis zu stehlen. Doch wenn sich zu guter Letzt der eine oder andere fragt, ob man wirklich alles glauben soll, was an Gerüchten herumschwirrt, dann verlieren die manchmal schon viel von ihrem Schrecken. (Ulrike Strauch)

Info: Theater Marabu, Kreuzstraße 16, 24. Oktober, 10 Uhr, und 27. Oktober,16 Uhr, Tel. (0228) 4339759

„Oh mein Gott!“ in der Pathologie

Die Psychoanalytikerin Ela erhält einen mysteriösen Anruf: Ein völlig verzweifelter Mann besteht darauf, sie noch am selben Abend aufzusuchen. Er mag ein Prominenter, ein hohes Tier beim Geheimdienst oder etwas ähnlich Bedeutsames sein, doch er will um jeden Preis seine Anonymität wahren: Steckt G(ott) etwa in einer tiefen Depression? Plant er, seinem Leben und Werk ein Ende zu setzen? „Oh mein Gott!“ des israelischen Autors Anat Gov ist ein vergnügliches, intelligentes und berührendes Theaterstück, zum Grundverständnis jüdischer Kultur und zum Selbstverständnis unserer Zeit. (Ulrike Strauch)

„Oh mein Gott!§ im Theater Die Pathologie. Foto: Jürgen Klack

Info: „Oh mein Gott“, Theater Die Pathologie, Weberstraße 43, 25. und 26. Oktober (je 20 Uhr) und 27. Oktober (18 Uhr) Tel: (228) 2223 58

Onkel Fisch: „Populisten haften für ihre Kinder“

Gelten die Menschenrechte für alle Menschen? Was genau ist die Alternative zu Fakten? Und wenn Populismus die Antwort ist, wie doof war dann die Frage? Diese und weitere Fragen beantworten Adrian Engels und Markus Riedinger - oder kurz Onkel Fisch - jetzt in ihrem siebzehnten abendfüllenden Programm,das am 25. Oktober im Haus der Springmaus zu sehen ist. So  streiten, singen, tanzen und spielen sich die beiden erklärten Bewegungsfanatiker durch ein brandnues Stück Politik-Survival-Action-Kabarett. (Ulrike Strauch)

Das Kabarettduo Onkel Fisch kommt ins Haus der Springmaus. Foto: Rainer Holz

Info: Onkel Fisch, „Populisten haften für ihre Kinder“, Haus der Springmaus, Frongasse 8, 26. Oktober, 20 Uhr,  Tel (0228)798081

„Beat Festival“ in der Harmonie in Bonn

Im Internet geht nichts verloren, selbst die Nischen der Vergangenheit bleiben präsent. Dass der britische Sänger Roger Chapman am 27. Januar 1981 sein Konzert von der Kölner Stadthalle in den Bonner Bellawuppdich-Saal verlegt hat, wäre normalerweise ein Fall für Erbsenzähler mit abgebrochenem Geschichtsstudium. In einer Facebook-Gruppe indes erinnern sich Zeitzeugen lebhaft an das „grandiose Konzert“. Schließlich zählte die Bühne im Graurheindorfer Lokal Rheinterrassen in den 80er Jahren zu den Topadressen von Rock, Punk und Neuer Deutscher Welle.

Ein weiteres Beispiel für kreative Vergangenheitsbewältigung liefert das „Beat Festival“ in der Harmonie, das die 60er Jahre aufleben lässt. Dabei treffen reanimierte Bands auch ihr damaliges Publikum – allesamt in Ehren ergraut und zu neuen Abenteuern bereit. Die fünfte Ausgabe findet am 26. Oktober  statt, es spielen die regionalen Bands The Strongs, Side Effects, Peace Pipe, Powerkraut, Blow Up Reunion, Rowi & Friends und The Firebirds. „In mehr oder weniger Originalbesetzungen“, wie es heißt. (Heinz Dietl)

Info: Beat Festival, Bonn, Harmonie, 26. Oktober, 19 Uhr; www.harmonie-bonn.de; www.bn-beat.de

„Kul-Tour“ in Beuel mit Babette Dörmer und Karin Kroemer

In den Bonner Stadtteilen blüht viel Kultur, wie beispielsweise die Oberkasseler Kulturtage erneut unter Beweis gestellt haben. Besucher flanierten zu Ateliers und in Privathäuser, um Kunst zu schauen und über Kultur zu reden. Im Beueler Zentrum wiederum lassen die Kabarettistinnen Babette Dörmer und Karin Kroemer am Samstag, 26. Oktober, nach längerer Pause ein altes Format wieder aufleben: Mit dem kabarettistischen Stadtrundgang „Kul-Tour“ ist das Duo im Jahr 1992 erstmals in Aktion getreten.

Nicht als reale Figuren Dörmer und Kroemer, sondern in den Rollen der leicht verschrobenen Oberstudienrätinnen a. D. Fräulein Annette von Hoppenstett (Dörmer) und Frau Bärbel Pagel (Kroemer).Die betagten Damen, beide über 80 Jahre alt, schwingen sich dieses Mal jungdynamisch in den Fahrradsattel und kurven mit interessierten Teilnehmer durchs Bonner Sunshine-Viertel, immer auf den Spuren von Kultur. Ihre Tour 2019 nennen sie zeitgemäß „Beuel For Future“. Dörmer und Kroemer erklären die Intention der Damen Hoppenstett und Frau Pagel folgendermaßen: „Gerade weil die beiden auch einmal eine Zukunft hatten, ergreifen sie jetzt die Möglichkeit, um zu gucken, was daraus geworden ist und noch werden kann.“

Beuel for Future: Babette Dörmer und Karin Kroemer gehen auf „Kul-Tour“. Foto: Babette Dörmer

In weiser, nicht greiser Voraussicht haben die beiden Ladys den 26. Oktober generalstabsmäßig durchgetaktet. Und sie haben lokale Prominenz ins Boot genommen. So wird „Kul-Tour 2019“ um 10.30 Uhr durch den Bezirksbürgermeister Guido Déus in der Brotfabrik (Kreuzstraße 16) eröffnet.

Um 10.50 Uhr radeln die Teilnehmer zur ersten Station, dem Baumhaus in der Kreuzstraße 47, wo der Hausherr Wolfgang Hunecke sein Atelier und die Ausstellungsräume vorstellt. Um 11:20 Uhr wird der SWB-Betriebshof (Neustraße) besichtigt, weil dort alte Straßenbahnen zu Neufahrzeugen umgebaut werden. Das Junge Theater in der Hermannstraße öffnet um 11.50 Uhr seine Türen. Intendant Moritz Seibert steht parat und erlaubt einen Blick in die Proben der Schauspieler.

Im Landgrabenweg besichtigt die Radlergruppe um 12.25 Uhr die Halfpipe, danach geht es zur Shellsons Kochschule, dann ins Pantheon Theater. Um 14 Uhr wird die Burg Lede besichtigt, um 14.25 Uhr das Bürgermeister-Stroof-Haus und zum Finale das Kulturzentrum Brotfabrik. (Heinz Dietl)

Info: Kult-Tour 2019, Bonn-Beuel, 26. Oktober, 10.30 Uhr; die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung erbeten unter traumpalast@brotfabrik-bonn.de. Infos und Flyer unter www.brotfabrik.de

Programm in der „Rheinbühne“ in Bonn

Die „Rheinbühne“, der neue Club in der Oxfordstraße in Bonn, hat eröffnet. Am 25. Oktober (20 Uhr) inszeniert sich der Hamburger Dennis Grundt als „Friseur des Vertrauens“ mit dem Fortsetzungsprogramm „Geschnitten und unzensiert 2.0“. Am 1. November (20 Uhr) stellen sich in der Reihe „Jung und ungebremst“ die Newcomer Lukas Wandke und Serkan Ates-Stein vor. Am 9. November (20 Uhr) erzählt der Influencer Nizar lustige Anekdoten aus dem Alltag. Und am 15. November (20 Uhr) spielt Falk Schug sein Programm „Ein Sozialarbeiter packt aus“. (Heinz Dietl)

Thriller im Kleinen Theater in Bad Godesberg

Daniel Kehlmann inszeniert mit „Heilig Abend“ ein 90-minütiges Verhör. Es spielen Sandra Krolik und Wolf-Guido Grasenick. Foto: PATRIC PRAGER

Heilig Abend: Der Bestsellerautor Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“) inszeniert in seinem Thriller das eineinhalbstündige Verhör einer terrorverdächtige Philosophieprofessorin. Regie: Stefan Krause. Mit Sandra Krolik und Wolf-Guido Grasenick.

Info: Bonn-Bad Godesberg, Kleines Theater, Vorstellungen täglich (außer 29. Oktober), 20 Uhr

Kellertheater Chateau Pech

Der Name ist Programm. Und weil dies so ist, hat das Kellertheater jetzt unter dem Motto "Ergoetzliches drei heitere Einakter des Autors Curt Goetz inszeniert. "Der fliegende Geheimrat" zum Beispiel entlarvt einen von seinen ärztlichen Fähigkeiten überzeugten Geheimrat als wahren Meister falscher Diagnosen. Im Stück "Minna Magdalena" indes herrscht große Empörung im Hause des Professors und seiner tugendhaften Frau Mathilde: Und der "Hund im Hirn" beschwört eine handfeste Ehekrise herauf.

Info: Kellertheater Chateau Pech. "Ergoetzliches", Nachtigallenweg 22, Wachtberg-Pech, nächste Vorstellungen: 22., 25., 27., 29. und 31. Oktober, jeweils 19 Uhr. Tel (0228) 325951 (Ulrike Strauch)

Nackte Tatsachen im Contra-Kreis-Theater

Die kanadische Journalistin Kerry Renard, Jahrgang 1961, hat erst Literatur studiert, dann als Redakteurin bei Funk und Fernsehen gearbeitet. Im Jahr 2003 schrieb sie ihr erstes und bisher einziges Bühnenstück - eine Komödie über Männer. Mittlerweile liegt auch eine deutsche Fassung vor. "Nackte Tatsachen" geht in zwei Stufen vor: Das Stück beginnt mit nackigen Männern und lässt sich Zeit mit den Tatsachen. Warum die besten Freunde Michael und Oliver eines Morgens aneinander gefesselt im Bett liegen, wissen weder die beiden Herren noch das Publikum. Die Komödie nimmt Fahrt auf, als die besseren Hälften Emily und Nicole auf der Bildfläche erscheinen und Antworten erwarten. Mehr muss man nicht wissen - außer vielleicht, dass die Autorin "bereits" an ihrem zweiten Buch arbeitet. die

Info: "Nackte Tatsachen", Bonn, Contra-Kreis-Theater, Am Hof 3-5, 3. Oktober bis 1. Dezember, fast tägliche Vorstellungen, Tel. (0228) 63 23 07; www.contra-kreis-theater.de

Von Mossul nach Palmyra in der Bundeskunsthalle

Nein, das ist kein Videospiel: Die Zerstörungen des architektonischen Weltkulturerbes von Mossul (Irak), Aleppo und Palmyra (Syrien) sowie Leptis Magna (Libyen) sind echt. Und es grenzt schon an eine gewisse tragische Ironie, dass nur Videoaufnahmen noch ein Bild dessen vermitteln können, wie diese Städte – vor der Terrorherrschaft des IS und den klimatischen Veränderungen an der nordafrikanischen Küste – einmal ausgesehen haben. So ist diese Ausstellung auch ein Manifest, das kulturelle Erbe zu schützen, und zwar weltweit.

Info: Bundeskunsthalle, Helmut-Kohl-Allee 4, bis 3. November

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