1. Freizeit
  2. Region erleben

Alle Infos zur Kirschblüte 2020 in Bonn

Milder Winter : Japanische Kirschblüten in Bonn könnten 2020 früher blühen

Da der Winter 2019/2020 besonders mild war, könnte die Kirschblüte in Bonn in diesem Jahr früher losgehen als sonst. Der große Besucheransturm dürfte in diesem Jahr ausbleiben.

Es ist ein Naturspektakel, das aus Bonn nicht mehr wegzudenken ist: Jeden Frühling zieht die Kirschblüte in der Bonner Altstadt zahlreiche Touristen aus aller Welt in die Heerstraße und die Breite Straße. In diesem Jahr dürfte das anders sein - die Blütezeit fällt mitten in die weltweite Coronakrise. Blühen werden die Bäume - sofern das Wetter mitspielt - natürlich trotzdem.

Üblicherweise erreichen die Bäume den Höhepunkt ihrer Blütezeit Mitte April. Etwa zehn bis 14 Tage stehen die Bäume dann in voller Blüte. Da der Winter 2019/2020 der zweitmildeste der vergangenen Jahrzehnte war, könnte sich die Blüte in diesem Jahr sogar etwas nach vorne verschieben.

„Mehrere Pflanzen haben in diesem Jahr bereits zwei bis drei Wochen früher geblüht als sonst“, sagt Cornelia Löhne, wissenschaftliche Leiterin der Botanischen Gärten der Universität Bonn. Ungewöhnlich früh hätten beispielsweise die Osterglocken geblüht. Auch Krokusse und Mandelbäume waren früher dran als sonst. Ausschlaggebend dafür seien die Temperaturen und die Sonnenscheindauer pro Tag.

Steigende Übernachtungszahlen zur Kirschblütenzeit

Seit einigen Jahren verzeichnet die Bonner Tourismus & Congress GmbH stetig steigende Ankunfts- und Übernachtungszahlen zur Kirschblütenzeit, die meist in den April fällt. „Besonders aus dem asiatischen Raum haben wir starke Zuwächse“, so ein Sprecher. Ganz vorne liegen dabei Touristen aus China, Südkorea und Japan.

Um Gastronomen und Händler zu entlasten und der großen Zahl der Touristen gerecht zu werden, wurden 2019 einige mobile Toiletten auf dem Schulhof der Marienschule aufgestellt. Auch für 2020 hatte die Stadt ursprünglich geplant, zehn solcher Toiletten an Marienschule und Stadthaus aufzustellen. Aufgrund der aktuellen Situation wurden die Pläne inzwischen aufgehoben.

Der Ursprung in den Achtzigern

Heutzutage im Frühling als eines der schönsten Viertel von Bonn bezeichnet, war die Altstadt vor drei Jahrzehnten noch grau und von starkem Durchgangsverkehr geprägt. Mehrere Stadtplaner befassten sich Mitte der Achtzigerjahre schließlich mit der Sanierung der schmalen Straßen. Die historischen Fassaden ringsum wurden erneuert, die Verkehrslage beruhigt und japanische Kirschblüten eingepflanzt - trotz anfänglicher Proteste der Anwohner, die Sorge um verdunkelte Wohnungen hatten. Dass aus dem rosafarbenen Blütenmeer einst ein Publikumsmagnet werden sollte, konnte damals wohl niemand ahnen.

„Japanische Blütenkirsche“ (Prunus serrulata) heißen die Bäume in der Altstadt. In der Heerstraße und Breite Straße stehen jeweils 60 Japanische Nelkenkirschen der Sorte „Kanzan“, die durch ihre besonders üppigen und in kräftigen Rosa leuchtenden Blüten bekannt ist.

Bäume werden sukzessive erneuert

Die Stadt ist schon seit 2014 dabei, die Bäume sukzessive zu fällen und zu ersetzen. Die Stadtverwaltung hat erst Anfang dieses Jahres rund 30 neue Kirschbäume in der Altstadt gepflanzt. 2019 waren die alten Bäume an diesen Stellen gefällt worden, weil sie morsch, teilweise abgestorben und von Pilzen befallen waren. Bis die neuen Bäume ihre volle Pracht zeigen, werden noch etwa zehn Jahre vergehen. Die Lebensdauer der Bäume liegt bei etwa 30 Jahren, die bei vielen der Bäume jetzt erreicht ist. Insgesamt gibt es 300 Kirschbäume in der Bonner Altstadt.

Social-Media-Hype

Sowohl in der Offline- als auch in der Onlinewelt ist die Bonner Kirschblüte mittlerweile ein internationales Ereignis. Besonders die Heerstraße gilt in den sozialen Netzwerken als eine der schönsten Straßen der Welt. Blogger erwähnen sie in ihren persönlichen Bestenlisten von Orten, die jeder besucht haben sollte. Die Facebookseite "Places to see before you die" widmete der Bonner Kirschblüte im Jahr 2012 gar einen eigenen Beitrag und verhalf ihr damit zu einer noch größeren weltweiten Bekanntheit. Auf Instagram finden sich unter deutsch- und englischsprachigen Hashtags mehrere Hundert Beiträge zu den japanischen Zierkirschen in Bonn.