Konzerte, Comedy und Theater

Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Der schottische Darts-Superstar Peter Wright.

Der schottische Darts-Superstar Peter Wright.

Bonn/Region. Filme im Kunstmuseum, Ramazotti in der Rheinaue und Theater in Köln: Das und viel mehr finden Sie in unseren Veranstaltungstipps.

Filme im Bonner Kunstmuseum

Der Tod lässt sich nicht vermeiden, aber eine Weile auf Distanz halten. Mit einer Partie Schach beispielsweise. Erst wenn er das Spiel gewinnt, darf der Sensenmann sein Werk vollenden. In Ingmar Bermans Film "Das siebente Siegel" (1957) nutzt der Ritter Antonius Block den Aufschub, um mit dem Tod ausgerechnet über den Sinn des Lebens zu debattieren. In den Gesichtern der brillanten Hauptdarsteller Max von Sydow (Block) und Bengt Ekerot (Tod) spiegeln sich die Weltuntergangsszenarien des späten Mittelalters. Ein Film wie geschaffen für ein kleines Sommerfestival. Die Bonner Kinemathek zeigt das schwedische Meisterwerk an diesem Sonntag (14. Juli, 14.30 Uhr) im Bonner Kunstmuseum.

Die Reihe "Kulturkino im Kunstmuseum" beschert den Cineasten im Sommer weitere Arthaus-Perlen. Am 21. Juli ist "Eyes Wide Shut" (1999) von Stanley Kubrick mit Tom Cruise und Nicole Kidman zu sehen und am 28. Juli der deutsche Film "Die endlose Nacht" (1962) mit Hannelore Elsner in einer ihrer frühen Kinorollen.

Info: Weitere Filme und Termine unter www.kunstmuseum-bonn.de

Sommerfestival in der Rheinaue

Ramazzotti geht immer. Selbst dann, wenn der italienische Superstar persönlich er verhindert sein sollte. "Seit Anfang der 80er Jahre ist Eros Ramazzotti ein wesentlicher Bestandteil der italienischen und internationalen Musikwelt", sagt der Sänger Toni Cardone aus Much und ergänzt: "Leider können wir diesen großen Künstler nicht so oft, wie wir das möchten, live in Deutschland erleben, doch für jedes Problem gibt es eine Lösung." Und die sieht so aus: Cardone übernimmt die Partie des Idols und spielt mit seiner Formation Eros-TC die großen Hits des Italieners, darunter "Dove c?é Musica", "L'Aurora", "Terra Promessa" und das wundervolle "Piú Bella Cosa". die

Info: Eros-TC, Bonn, Parkrestaurant Rheinaue, Di 16. Juli, 19.30 Uhr

Eros-TC spielt in der Bonner Rheinaue.

Eros-TC spielt in der Bonner Rheinaue.

 

Französische Filmtage

Wer das Kino liebt, schaut seit Jahren begehrlich nach Westen - zu unseren Nachbarn rund um Paris, denen die Balance zwischen Niveau und Popularität mit geradezu spielerischer Leichtigkeit gelingt. Wie sie das machen, zeigen Jahr für Jahr auch die Französischen Filmtage in Bonn. Die haben zwar schon begonnen - das macht aber nichts. Bis zum 17. Juli bietet das Programm in der Neuen Filmbühne in Beuel noch genug Auswahl.

Da wäre zum Beispiel "Les Invisibles - Der Glanz der Unsichtbaren" (10. Juli, 19 Uhr; 13. Juli, 17.45 Uhr; 16. Juli, 20 Uhr) über vier grundverschieden Sozialarbeiterinnen, die in einer grauen und von Armut geprägten Provinzstadt im Norden Frankreichs gegen die Schließung ihres Tagesheims für obdachlose Frauen kämpfen. Trostlos, deprimierend? Ganz im Gegenteil: Mit einer Besetzung aus Profi- und Laienschauspielern landete Regisseur Louis-Julien Petit einen Überraschungserfolg mit mehr als einer Million Zuschauern. Und die wissen, was sie an ihrem Kino haben.

Info: Französische Filmtage, Neue Filmbühne Bonn, Friedrich-Breuer-Straße 68, noch bis So, 17. Juli; www.frz.filmtage-bonn.de

Konzert im Arkadenhof der Uni Bonn

Ja, Mozart geht immer - nicht "nur", weil es schön klingt. Sein Einfluss auf die Musikwelt ist unbestritten, und sie ist allgegenwärtig. Was die Klassische Philharmonie unter Leitung von Heribert Beissel jetzt im zweiten Konzert der Saison illustrieren möchte: beginnend mit der "Linzer" Sinfonie und gefolgt von Tschaikowskys Rokoko-Variationen und Mendelssohns 1. Symphonie, in der Mozarts Handschrift unverkennbar anklingt. (stl)

Info: Poppelsdorfer Schlosskonzerte im Arkadenhof der Uni Bonn: "Hommage an Mozart", Werke von Mozart, Tschaikowsky und Mendelssohn, 20. Juli, 20.30 Uhr, (0228) 478489

Beim Arkadenkonzert im Arkadenhof der Uni Bonn geht es um Mozart.

Beim Arkadenkonzert im Arkadenhof der Uni Bonn geht es um Mozart.

 

The Show Must Go Wrong

"Ein Feuerwerk an Gags", "das Zeug zum Sommerhit", "Unterhaltung auf Top-Niveau" - die Kölner Medien übertreffen sich in ihrer Begeisterung über die Komödie "The Show Must Go Wrong", die noch bis zum 28. Juli fast täglich in der Volksbühne am Rudolfplatz zu sehen ist. Das Stück hat schon im Londoner Westend für Ströme aus Lachtränen gesorgt, jetzt ist Köln an der Reihe. Es geht um eine Theatergruppe, die ein Kriminalstück aufführen will. Doch die Inszenierung läuft aus dem Ruder. Dialoge in der falschen Reihenfolge, fehlende Requisiten und so. die

Info: The Show Must Go Wrong, Köln, Volksbühne am Rudolfplatz, bis 28. Juli; Tel. (0221) 25 17 47; www.volksbuehne-rudolfplatz.de

Die Kölner Medien übertreffen sich in ihrer Begeisterung über die Komödie "The Show Must Go Wrong", die noch bis zum 28. Juli fast täglich in der Volksbühne am Rudolfplatz zu sehen ist.

Die Kölner Medien übertreffen sich in ihrer Begeisterung über die Komödie "The Show Must Go Wrong", die noch bis zum 28. Juli fast täglich in der Volksbühne am Rudolfplatz zu sehen ist.

 

Das Mittelrhein-Musikfestival

Die natürliche Ausformung der Flusslandschaft Oberes Mittelrheintal ist eine, die Gestaltung durch den Menschen aber noch eine ganz andere Sache: Beides war der Unesco 2002 die Eintragung als Weltkulturerbe wert. Seit zwei Jahrtausenden dienen die 67 Kilometer von Bingen bis nach Koblenz als einer der wichtigsten Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas. Gründe zu feiern gibt es also reichlich, und genau das tun die Organisatoren und Gastgeber des Mittelrhein Musikfestivals, das am 14. Juni in der historischen Gießhalle von Bendorf-Sayn startet.

Die Schauspielerin Birgit Minichmayr wird dort aus "Dorothy Parker's New Yorker Geschichten" lesen und dabei von Pianoduos Hopkins & Lhotzky Swing an zwei Flügeln begleitet.

Wo Flüsse sind, ragen links und rechts auch gern Berge auf. Und genau dazu passt das Programm "Waldlauschen" des Quartetts Alpcologne am 16. Juni. Victoria Riccio (Gesang) wird dabei von Mitch Hoehler, Ebasa Pallada und Norbert Schmeißer auf den imposant-ausladenden Instrumenten begleitet. Die Konzertbesucher treffen sich an der Filsener Grillhütte "Am Hexengraben". Von dort aus geht's durch den Wald zum Konzert.

"The Best Klezmer Love Songs" stehen am 27. Juni auf dem Programm des Magda Brudzinska Trios; passend zum Ambiente der Abtei Rommersdorf. Gefolgt von zwei musikalischen Weinproben in der Vinothek von Matthias Müller. Dort zeigt das Trio Wildes Holz am 28. und 29. Juni, dass die braven Tage der Blockflöte längst Geschichte sind; klangvoll unterstützt von Gitarre und Kontrabass.

Im Juli wird dann auf Burg Namedy die Open-Air-Saison eröffnet. Am 11. Juli schickt die Band Spark Klassiker wie Bach, Vivaldi, Mozart & Co. "On the Dancefloor".

Wohingegen argentinischer Tango, Bossa Nova und Latin die Spezialität von Lily Dahab und ihren Musikern sind: zu hören am 12. Juli. Ebenfalls unter freiem Himmel feiert vor dem Kurfürstlichen Schloss in Koblenz das neue Format "Soul & Jazz am Schloss" Premiere: Am 25. Juli spielt die Kanadierin Laila Biali Jazz und Pop, und am 26. Juli steht Soul von Myles Sanko an. Bevor es am 28. Juli die Nostalgie anklingt, wenn Dennis Wittberg & seine Schellack-Solisten zu "Picknick & Swing in den Kurpark von Bad Salzig einladen.

Weinprobe Nummer drei des Festivals 2019 führt am 3. August "Menna & Harfe" auf das Weingut Lanius-Knab in Oberwesel. Ein Bus-Shuttle bringt die Gäste von Koblenz über Boppard dorthin. Das nächste Konzert am 17. August wiederum steht ganz im Zeichen Al Jarreau: Unter Leitung des schwedischen Saxofonisten Magnus Lindgren verneigt sich die SWR Big Band vor dem 2017 verstorbenen legendären Sänger und Songschreiber Open-air auf dem Jakobsberg in Boppard. Am 18. August geht es zur "Tea Time" nach Bad Ems in die Brunnenhalle des Häcker's Grandhotel. Dort trifft mit Songs & Bows ein Klassik Ensemble auf eine Jazz Combo.

Den Schlussakkord setzt am 30. August auf der Festung Ehrenbreitstein die Saxofonistin Candy Dulfer, die durch Dave Stuarts Hit "Lily was here" berühmt wurde. (Ulrike Strauch)

Info: 12. Juni bis 30. August; www.mittelrheinmusik.de

Die Liedermacher Falk und Jakob Heymann (Foto) kommen am 12. Juni ins Pantheon

Dokumentarfilm über Sängerin Amy Winehouse

Mit Songs wie "Rehab" oder "Back to Black" schrieb Amy Winehouse Musikgeschichte und wurde in den frühen 2000er-Jahren zum internationalen Star, in ihrer kurzen Karriere verkaufte sie mehr als 30 Millionen Tonträger. Doch die Britin mit der unverwechselbaren Stimme litt auch unter psychischen Problemen, trank zu viel und konsumierte harte Drogen.

2011 wurde die Künstlerin tot in ihrer Wohnung in London aufgefunden, sie starb mit gerade mal 27 Jahren und reihte sich damit in die makabre Galerie von Rockstars wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison oder Kurt Cobain ein, die ebenfalls in diesem Alter gestorben waren.

Der Dokumentarfilm "Amy", der am 19. Juli auf Arte als TV-Premiere zu sehen ist, schildert den steilen Aufstieg und den tiefen Fall. Für sein einprägsames zweistündiges TV-Porträt konnte der britische Regisseur Asif Kapadia auf Hunderte Stunden auch unveröffentlichtes Filmmaterial zurückgreifen, davon viele Privataufnahmen von Amy Winehouse. Die zeigen die 1983 in London geborene Britin als süßes Kind und frechen Teenager, der schon in jungen Jahren im Wohnzimmer kleine Privatkonzerte für Familie und Freunde gab. Nach Auftritten in kleinen Jazzclubs und Kellerbars unterschrieb sie mit 19 ihren ersten Plattenvertrag und startete die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Produzenten Salaam Remi, der mit ihr das noch vom Jazz geprägte Debütalbum "Frank" herausbrachte. Die melancholischen Texte zu den meisten Songs schrieb Winehouse selber, sie spielen auch eine große Rolle im Film, der damit immer wieder einen Bogen vom Werk zum Privatleben der Sängerin schlägt.

Mit ihrem stark vom Soul der 60er Jahre beeinflussten zweiten Album "Back to Black" gelang Winheouse 2006 der internationale Durchbruch, die Platte sprang in 20 Ländern auf Platz eins. Schon bald machten jedoch Alkohol- und Drogenprobleme der Sängerin schwer zu schaffen, sie musste Konzerte absagen und Tourneen abbrechen.

2009 legte sie eine Karrierepause auf unbestimmte Zeit ein, machte eine Entziehungskur und absolvierte nur noch in Ausnahmefällen Auftritte - unter anderem ein 60-minütiges Privatkonzert für einen russischen Milliardär vor 500 Gästen, für das sie eine Gage von mehr als einer Million Pfund bekam.

2011 versuchte Winehouse ein Comeback. Ein Konzert in Belgrad, bei dem sie volltrunken auf die Bühne kam und sich kaum auf den Beinen halten konnte, wurde zum Desaster - die traurigen Bilder sind auch im TV-Porträt zu sehen und dokumentieren den künstlerischen Tiefpunkt der Britin. Gut einen Monat nach dem Skandalauftritt in Belgrad starb Amy Winehouse in London an einer Alkoholvergiftung.

Info: "Amy", Fr 19. Juli, 21.45 Uhr, Arte

(Martin Weber)

Mit Songs wie "Rehab" oder "Back to Black" schrieb Amy Winehouse Musikgeschichte und wurde in den frühen 2000er-Jahren zum internationalen Star, in ihrer kurzen Karriere verkaufte sie mehr als 30 Millionen Tonträger.

Mit Songs wie "Rehab" oder "Back to Black" schrieb Amy Winehouse Musikgeschichte und wurde in den frühen 2000er-Jahren zum internationalen Star, in ihrer kurzen Karriere verkaufte sie mehr als 30 Millionen Tonträger.

 

Skulpturenausstellung auf dem Gelände des Katharinenhofs

Die Anfahrt in die Hochlagen von Bad Godesberg nach Schweinheim zur Venner Straße 51 sollte kein Problem darstellen. Wenn Bonn überhaupt Serpentinen hat, dann dort. Aber die Tour lohnt sich, erst recht am kommenden Sonntag, dem 16. Juni, wenn das Künstlerpaar Anne und Konrad Beikircher auf seinem Katharinenhof die neue Skulpturenausstellung The Rhine Art eröffnet. Auf dem weitläufigen und naturbelassenen Parkgelände, wo kein anglophiler Landschaftsgärtner eine Wasserwaage angelegt hat, stellen 60 internationale Künstler ihre Skulpturen aus. Die aufwendige Gesamtinstallation gleicht schon technisch und logistisch einer wahren Meisterleistung. Dem fantasiefähigen Flaneur blüht ein faszinierender Parcours der unterschiedlichsten Kreationen, die nicht selten auch eine humorvolle Deutung zulassen, vielleicht sogar provozieren. (Heinz Dietl)

Info: TheRhineArt, Bad Godesberg, Schweinheim, Venner Str. 51; bis 6. Oktober; geöffnet freitags 13-18 Uhr, samstags und sonntags 11-18 Uhr; Eintritt 4 Euro, Kinder sind frei; Tel. (0177) 76 34 600; www.therhineart.de