Pütchens Markt 2017: Heim- und Waisenkinder besuchen Pützchens Markt

Pütchens Markt 2017 : Heim- und Waisenkinder besuchen Pützchens Markt

"Das ist eine super Sache": das Beueler Badminton-Ass Marc Zwiebler hat erstmals die Schirmherrschaft über den Heim- und Waisenkindertag auf Pützchens Markt übernommen und begleitete am Montag 1100 Behinderte über die Kirmes.

„Der Verein 'Pützchens Markt hilft' lebt in der Tradition von Sankt Adelheid“, erklärte Lilo Patt-Krahe, Vorsitzende des Pfarrausschusses der Adelheid-Gemeinde am Montagmorgen zur Begrüßung der etwa 1100 geladenen, überwiegend schwer- und mehrfachbehinderten Menschen, die sich am Brünnchen vor der Adelheidiskapelle einfanden. So, wie die Heilige Adelheid den Beuelern das Wasser bescherte, so schenkte nun der Verein den Behinderten und Pflegebedürftigen aus Bonn und der Umgebung einen Besuch auf Pützchens Markt.

Was vor 60 Jahren aus der Initiative von drei Bonner und Beueler Schaustellern heraus entstand, dürfte heute einzigartig in Deutschland sein. Seit dem Jahr 2000 ist aus dem damaligen Freundeskreis ein Verein geworden, der es sich nun weiterhin zur Aufgabe macht, bereits im Vorfeld von Pützchens Markt Spenden einzusammeln und Freifahrten für die Menschen zu organisieren, die in der Regel von solchen Vergnügungen ausgeschlossen sind. Schon die Zahl der notwendigen Betreuer sagt mit mehr als 300 Personen etwas über die Schwere der Behinderung Einzelner aus.

„Man muss dem lieben Gott dankbar sein, dass man gesund ist“, sagt der Beueler Claus Werner Müller, der sich seit mehr als 25 Jahren zusammen mit dem ehemaligen Bezirksvorsteher und heutigen Leiter des Heimatmuseums, Hans Lennarz, für den Heim- und Waisenkindertag engagiert. Etwa 100 geistig- und körperbehinderte Menschen aus den Bonner Werkstätten sind mit ihren Betreuern in den Gassen unterwegs.

„Die sind alle total begeistert und suchen die Action“, lacht Jamina Bokaddour, die mit einer Gruppe von fünf Behinderten aus den Beueler Werkstätten gerade vor einem schwindelerregend schnellen Fahrgeschäft steht, auf das sich der Rollstuhlfahrer David am liebsten ein zweites Mal begeben würde. „Riesenrad ist mir zu langweilig“, sagt er und treibt seine Betreuer zum Weitergehen an. Die Bonner Werkstätten gehören zusammen mit den LVR-Kliniken und der Königin-Juliana-Schule zu den 25 geladenen Einrichtungen, die mit den meisten Besuchern vertreten sind.

Marc Zwiebler, neunfacher Deutsche Badminton-Meister und dreimalige Olympiateilnehmer, ist in diesem Jahr, nach Bruce Kapusta, Konrad Beikircher und Norbert Blüm, Schirmherr der Aktion. Er konnte aus der Spendensammlung des Vereins einen Scheck über 3000 Euro an die kirchliche Bürgerstiftung Johannes Nepomuk überreichen. „Ich war bisher jeden Tag hier“, erzählt Zwiebler, der in seinen aktiven Jahren nie die Zeit hatte, Pützchens Markt zu besuchen: „Ich bin stolz darauf, dass man mich gebeten hat, den Ehrenamtlern und Schaustellern für ihr Engagement danken zu können. Das ist eine super Sache.“

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