Pützchens Markt 2016 offiziell eröffnet: Ein Start nach Maß

Pützchens Markt 2016 offiziell eröffnet : Ein Start nach Maß

Sonne pur, Menschenmassen in den Budengassen, gut gelaunte Gesichter überall: Die Eröffnung des 649. Pützchens Markts war das von der Stadtund den Schaustellern versprochene Highlight für den Spätsommer.

Nur zwei Schläge mit dem Holzhammer benötigte Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan, dann floss das Wiesenbier – im Rheinland natürlich Kölsch. Festzelt-Moderatorin Ina Harder rief den 2500 Gästen zu: „O'zapft is. Die Kirmes ist eröffnet.“ Dann wurde getanzt, gefeiert und gesungen.

Dem Vorstand des Freundeskreises Pützchens Markt und dem städtischen Marktmeister Harald Borchert war mittags noch die Anspannung deutlich anzumerken. Grund: Für Borchert war es die Premiere, für den Freundeskreis die Feuertaufe für 2017, dem Jubiläumsjahr von Pützchens Markt. Dann feiert die beliebte Rheinische Kirmes ihr 650-jähriges Bestehen.

OB Sridharan zog schon nach wenigen Minuten auf dem VIP-Wagen des Historischen Festumzugs sein blaues Sakko aus. Die Sonne brannte so gnadenlos vom blauen Himmel runter, dass dem Stadtoberhaupt zu recht die Etikette egal war. Er winkte, warf Blumen unters Volk und musste immer wieder gemeinsam mit Ehefrau Petra den Fotografen in die Kamera lächeln.

Gefragt nach seinem Empfinden, antwortete Sridharan: „Ich denke gerne ein Jahr zurück. Damals war ich noch OB-Kandidat, und es waren nur noch zwei Tage bis zur Wahl. Die Bürger haben mich damals in Pützchen sehr freundlich begrüßt. Und am Sonntagabend nach der Wahl habe ich mit meiner Frau und den Parteifreunden auf Pützchens Markt meinen Wahlsieg gefeiert.“

Festumzug von Pützchens Markt

Der Historische Umzug wirkte wie ein Siegeszug des rheinischen Frohsinns: Mehr als 750 Teilnehmer marschierten kostümiert mit, mehr als 40 alte Zugmaschinen begeisterten das Publikum, und mitten drin ein Franzose, der so einen Trubel noch nie miterlebt hat. Yves Sejourné, Bürgermeister der Beueler Partnerstadt Mirecourt, war auf Einladung seines Beueler Kollegen Guido Déus nach Pützchen gekommen und staunte nicht schlecht: „Es ist für mich eine große Freude, so viele glückliche Menschen sehen zu können. Pützchens Markt hat Charme und ist eine Herzensangelegenheit für die Beueler – ähnlich wie die Weiberfastnacht. Das muss man einfach mal erlebt haben.“

Ähnlich äußerte sich auch der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff: „Ich erlebe die Eröffnung der Kirmes zum ersten Mal mit, weil mich mein Freund und Parteikollege Joachim Stamp mitgenommen hat. Ich bin begeistert. So toll und schwungvoll habe ich mir das nicht vorgestellt.“ Auch er war umlagertes Motiv der Fotografen – zumeist umgeben von ehemaligen, aktuellen und designierten Karnevalsprinzessinnen.

Pützchens Markt - der 1. Tag

Nach der Eröffnung zog die Gästeschar auf den Marktplatz. OB Sridharan und Guido Déus lösten dann ihr im Festzelt gegebenes Versprechen ein. Die beiden Politiker wagten sich auf den Tower, mit 90 Metern Höhe der höchste transportable Freifallturm der Welt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde rasen die Fahrgäste in die Tiefe, um kurz vor dem Erdboden heftig abgebremst zu werden. So auch die beiden. Sridharan und Déus blickten sich nach der Talfahrt tief in die Augen, klatschten sich ab – geschafft, überstanden. Die Schausteller zogen respektvoll ihren Hut. „Echte Kirmeskerls“, rief ihnen einer zu.

Mit der Hitze zu kämpfen hatte auch die NRW-Kirmeskönigin. Sofie I. (Henzig) aus Bochum erlitt in der Sonne einen kleinen Schwächeanfall. Schausteller Hubert Markmann kümmert sich väterlich um die 20-Jährige, brachte sie in den Schatten und gab ihr Wasser zu trinken. Nachdem sich die Kirmeskönigin wieder erholt hatte, ging sie auf die Bühne und sprach ein Grußwort. „Pützchens Markt hab ich bislang noch nicht erlebt. Angetan bin ich von der Begeisterung der Besucher. Das ist hier schon ein riesiges Spektakel“, sagte sie im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Von nun an drehen sich die Karussells fünf Tage lang bis Dienstag. Pützchens Markt endet traditionell mit einem Höhenfeuerwerk, das am Dienstag ab 22 Uhr gezündet wird.

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