GA-Filmecke 5. - 11. Januar: Von Kultfilmen bis Weltalldramen: Highlights in den Bonner Kinos

GA-Filmecke 5. - 11. Januar : Von Kultfilmen bis Weltalldramen: Highlights in den Bonner Kinos

Ein Kultfilm im Kinopolis, eine Anime Night, dazu jetzt schon eines der Filmhighlights des Jahres sowie eine Liebesgeschichte im All als spannende Neustarts: Die Kinos in Bonn bieten in der neuen Spielwoche verschiedene Highlights. Wir geben einen Überblick.

Kurz nach dem Jahresstart lassen sich die Bonner Kinos nicht lumpen und bieten in der neuen Spielwoche neben den aktuell noch laufenden Blockbustern wie "Rogue One" oder "Assassin's Creed" auch eine ganze Reihe Neues und Besonderes. Eben in solche Großproduktionen reiht sich auch "Passengers" von "The Imitation Game"-Regisseur Morten Tyldum ein.

Viele Jahre lag das Drehbuch in den Schubladen der Traumfabrik, bevor es nun doch verfilmt in den Kinos kommt. Darin erwacht der Mechaniker Jim Preston während einer interstellaren Reise von der Erde zu einem neuen bewohnbaren Planeten auf einem Luxusgleiter aufgrund eines Computerfehlers viele Jahrzehnte vor der eigentlichen Ankunft. Kurze Zeit später wacht auch die Journalistin Aurora Lane auf. Zusammen leben sie nun auf dem riesigen Raumschiff, bis plötzlich verschiedenste Fehlfunktionen auftreten.

Deutet der Trailer noch auf einen rasanten Action-Blockbuster, fällt das Endresultat doch anders aus. Denn die meiste Zeit ist "Passengers" ein ruhig erzähltes, fast klassisches (Liebes)-Drama im Weltall, das die besondere Beziehung zwischen den beiden Passagieren herausstellt; getragen von den beiden Hauptdarstellern Chris Pratt und Jennifer Lawrence.

Ihre Zweisamkeit inszeniert der Film durchaus optisch eindringlich, klinisch und rein wirken die Räume auf dem Weltraum-Kreuzer. Spannung gewinnt der Film auch durch einen Wissensvorsprung, den der Zuschauer gegenüber eine der beiden Figuren hat und dessen Auflösung sich auf die Beziehung der Figuren auswirken könnte.

Zum Ende hin, wenn der Action-Anteil deutlich zunimmt, verliert sich der dramaturgisch ohnehin übersichtliche Film jedoch im Sci-Fi-Spektakel und greift auf klassische Genre-Standards zurück. Bei der Ausgangslage wäre deutlich mehr drin gewesen. "Passengers" ist täglich, sowohl in 2D, 3D als auch im englischen Originalton, im Kinopolis zu sehen.

"Die Taschendiebin": Clever konstruiert und wunderschön

Neu im Kino startet auch "Die Taschendiebin" von "Oldboy"-Regisseur Chan-wook Park. Eine junge Koreanerin heuert darin bei einer wohlhabenden japanischen Erbin als Hausmädchen an. Doch ihre Intention ist nicht nur, soviel sei verraten, dort zu dienen und für Ordnung zu sorgen. Und auch der Hausherr und die Erbin sind nicht allein an den Diensten der jungen Frau im Haushalt interessiert. Soviel zum Plot des Films, der wahrscheinlich dann so viel Spaß macht, wenn vor dem Kinobesuch wenig bekannt ist.

Denn auch wenn sich bei knapp zweieinhalb Stunden in dem doch eher gemächlichen Erzähltempo einige Längen einschleichen: Regisseur Chan-wook Park gelingt mit „Die Taschendiebin“ ein clever konstruiertes Thrillerdrama, welches er in drei Akten gliedert. Einzelne Szenen werden in den verschiedenen Teilen aus unterschiedlichen Perspektiven wiederholt und durch Details ergänzt, stehen so plötzlich in einem anderen Licht und geben erst im Verlauf die ganze Wahrheit preis, wenn die Intentionen und Absichten der Figuren aufgedeckt werden. Wie ein Puzzle, das sich erst nach und nach zusammensetzt und die gesamte Aufmerksamkeit des Zuschauers verlangt.

Ein visueller Hochgenuss

Ebenso ist „Die Taschendiebin“ ein visueller Hochgenuss, gleichsam minimalistisch und opulent, voll von kunstvoll geschmückten und ästhetisch ausgestatteten Räumen, begleitet von einer virtuosen Regie und Kameraarbeit. Ästhetisch inszeniert sind auch die expliziten und sinnlichen Sexszenen zwischen den beiden Protagonistinnen (herausragend gespielt von Kim Min-Hee und Kim Tae-Ri), die den Höhepunkt einer zunächst zaghaften, immer doch voller erotischer Untertöne begleitenden und glaubhaften Beziehung der beiden darstellen.

Am Ende steht ein komplex verschachteltes Verwirrspiel, gleichsam spannend, leidenschaftlich und wunderschön inszeniert und gefilmt. Jetzt schon eines der Filmhighlights des Jahres, welches, glücklicherweise auch hier bei uns, im Kino in der Brotfabrik im Original mit Untertiteln gezeigt wird.

Weitere Neustarts

In dem Beueler Kino ist darüber hinaus der Neustart "The Happy Film" um den österreichischen Designer Stefan Sagmeister zu sehen, der sich auf unterschiedlichen Weisen dem Thema "Glück" nähert und dies tagebuchartig und selbstexperimentell festhält. Wer Omar Sy, den Star aus "Ziemlich beste Freunde" mal wieder im Kino sehen möchte, sollte in dieser Woche nach Bad Godesberg oder in die Bonner Innenstadt fahren. Das Kinopolis und das Stern zeigen täglich die Vater-Tochter-Komödie "Plötzlich Papa", auf der sich ein lebenslustiger Mann plötzlich als Vater beweisen muss und sich auf die Suche nach der Mutter begibt. Einmalig ist an diesem Sonntag zudem die russische Komödie "Yolki 5 - Weihnachtsbäume 5" im Kinopolis zu sehen. Für die ganz Kleinen zeigen sowohl das Woki und als auch das Kinopolis den Animations-Neustart "Feuerwehrmann Sam - Achtung Außerirdische".

Ein Kultfilm kehrt zurück auf die große Leinwand

Wer lieber Lust auf einen echten Kultfilm hat, sollte einen Blick nach Bad Godesberg werfen. Das Kinopolis präsentiert die "Hollywood Collection Kultfilm Classics!" und zeigt am Montag, 9. Januar einen der Kinohits der 90er Jahre: "Fight Club" von Regisseur David Fincher, mit Brad Pitt und Edward Norton.

Ob der großartige "Toni Erdmann" auch irgendwann als Kultfilm gesehen wird, lässt sich erst in einigen Jahren sagen. Die weltweit gefeierte Tragikomödie ist auf jeden Fall weiterhin fest im Programmpunkt im Rex und der Neuen Filmbühne verankert. Am Sonntag, 8. Januar, um 19.45 Uhr in der Neuen Filmbühne und am Mittwoch, 11. Januar, um 20.15 Uhr im Rex bieten sich erneute Chancen auf einen Kinobesuch.

Specials: Kino für Menschenrechte und eine Anime Night

Anime-Freunde aufgepasst! Für alle Fans gibt es am Dienstag, 10. Januar, einen ganz besonderen Abend: Die Anime Night steht an. Im Woki, im Stern und im Kinopolis wird dann "One Piece Film: Gold" gezeigt, der Spielfilm zur erfolgreichen Anime-Serie. Im Woki steht ein neuer Termin im Rahmen der Reihe "Kino für Menschenrechte" an. Die Amnesty-International-Hochschulgruppe der Uni Bonn zeigt dort einmal im Monat einen Film zum Thema Menschenrechte und bietet dazu einem Kurzvortrag und Hintergrundinformationen. Am Dienstag, 10. Januar steht "Soy Nero" auf dem Programm. Darin gelingt dem Jugendliche Nero illegal die Flucht in die USA, wo er sich auf die Suche nach seiner Identität begibt. Als er in der Hoffnung auf die Green Card der U.S. Army beitritt, findet er sich plötzlich im Afghanistan-Krieg wieder.

Lassen Sie sich überraschen

In der Reihe filmreif zeigt das Kinopolis eigenen Angaben zufolge "große, aber auch kleine Filme aus dem Bereich des gehobenen Mainstreams". Diese Woche gibt es dort jeweils dreimal die Dramen "Nebel im August" und "Jonathan" zu sehen. Alle Fans, die keinen Film auf der Leinwand genießen wollen, bieten die Kinos ebenfalls eine Alternative. Zu Tschaikowskis Musik können Besucher die Inszenierung von "Der Nussknacker" durch das Royal Ballett am Sonntag, 8. Januar, um 11 Uhr im Rex genießen. Freunde der Oper kommen mit der Aufführung von Verdis Nabucoo am Samstag, 7. Januar, um 19 Uhr im Kinopolis auf ihre Kosten.

Wer sich lieber ganz überraschen will, dem bieten die verschiedenen Sneak Previews eine gute Gelegenheit. Da werden Filme vor Bundesstart in den Kinos gezeigt, ohne dass der Zuschauer vorher weiß, welcher Film es sein wird. Sneak Previews sind im Woki (auf Deutsch am Mittwoch, 11. Januar, 20.30 und 22.30 Uhr, und auf Englisch am Montag, 9. Januar, 20.30 Uhr, im Kinopolis (auf Deutsch am Dienstag, 10. Januar, 20.30 Uhr, und auf Englisch am Donnerstag, 5. Januar, 20.30 Uhr) sowie im Stern (englische Filmfassung am Donnerstag, 5. Januar, 20 Uhr) zu sehen.

Das Programm der Bonner Kinos im Überblick:

Und zum Schluss bleibt noch eins: Ab ins Kino und viel Vergnügen.

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