Feuerwerk der Innovationen

Feuerwerk der Innovationen

Kaum eine andere Stadt hat sich wirtschaftlich so umfassend gewandelt wie es Troisdorf gelungen ist: Wo einst Sprengstoffe produziert wurden, haben heute Weltmarktführer ihren Sitz – Unternehmen profitieren von Troisdorfs Lage.

Aus dem früheren und mehr als 150 Jahre alten Industrieareal der Dynamit Nobel AG ist ein moderner und 96 Hektar großer Industriestadtpark entstanden, in dem es sich heute weniger um Explosivstoffe, sondern meist um hochmoderne Kunststoffe dreht. Das zweite große Gewerbegebiet an der Belgischen Allee ist mit dem Camp Spich, dem ehemaligen Standort der belgischen Streitkräfte, zusammengewachsen. Das dritte der insgesamt zehn größeren Gewerbestandorte im Stadtgebiet ist am Junkersring zu finden, wo auf der grünen Wiese unmittelbar an der A 59 Logistiker, Dienstleister, Freizeit und Gastronomie angesiedelt sind.

Troisdorfer Weltmarktführer

Hidden Champions, also Unternehmen, die in der Bevölkerung kaum bekannt, dafür auf dem Weltmarkt aber echte Größen oder sogar Marktführer sind, gibt es in Troisdorf viele: Die Siemens-Tochter HSP baut in Troisdorf Hightech-Isolatoren für die Energiewirtschaft, der Kunststoffspezialist Reifenhäuser und dessen Tochterfirmen sind Markt- und Technologieführer in diversen Segmenten. Der Logistiker DHL betreibt hier ein Innovation Center für die Logistik der Zukunft, das Unternehmen Silver Plastics ist einer der führenden Hersteller von Kunststoffverpackungen.

Die insgesamt zehn über das Stadtgebiet verteilten Gewerbeinseln haben eines gemeinsam, sagt Thomas Zacharias, Geschäftsführer der Troisdorfer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Trowista: „Alle Flächen, die unter Zugriff der Stadt und ihrer Gesellschaften sind, sind nahezu ausverkauft. Wir haben noch rund 4000 Quadratmeter, auf denen sich die Interessenten und Anfragen sprichwörtlich stapeln.“ Das große Interesse der Wirtschaft am Standort Troisdorf liege auf der Hand, so Zacharias. Maschinenbauer und Kunststoffexperten suchen kurze Wege zur Branche, auch, um Prozess- und Lieferketten kurz zu halten. Aber auch die Lage auf halber Strecke zwischen Bonn und Köln, die Nähe zu weiteren Oberzentren und die Anbindung an die A 59 machten die 78 000-Einwohner-Stadt attraktiv. „Zudem haben wir mit dem Köln Bonner Flughafen einen Airport direkt vor unserer Haustür, der zum Teil sogar auf unserem Stadtgebiet liegt. Zusammen mit der guten konjunkturellen Lage hat das zu einer großen Nachfrage geführt. Jetzt haben wir nur noch einige, wenige Flächenreserven, die wir aber auch brauchen. Alles andere haben wir verkauft oder entwickelt und damit vielen Unternehmen aus der Stadt und der Region geholfen, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. In absehbarer Zeit sind keine weiteren Ausweisungen von Gewerbeflächen geplant.“

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Das Problem privater Brachen

Greift man auf die Zahlen der Landesstatistiker von IT.NRW zurück, sind 7,9 Prozent der Stadtfläche bereits für Gewerbe reserviert. Wo es noch grüne Wiesen gibt zwischen Gewerbehallen, habe das Gründe: „Diese Grundstücke sind entweder in der Entwicklung oder im Eigentum von Unternehmen, die diese Reserven für zukünftige Erweiterungen brauchen.“ Gleiches gelte für das Camp Spich, „wo wir allerdings auch viele private Brachen haben, die man einer höherwertigen Nutzung zuführen könnte.“ Ein Problem, das viele Kommunen haben, nicht nur mit privaten Flächen, gibt der Wirtschaftsförderer zu: „Auch wir haben unsere Baustellen, etwa dort, wo Gewerbegebiete über Jahre verdichtet wurden und dazwischen ungenutzte Nischen entstanden sind. Diese müsste man aufräumen, aber das ist schwierig.“