Ein Jahr Australien

Ein Jahr Australien

Mein Name ist Katharina, ich bin 19 Jahre alt und lebe seit Juli dieses Jahres als Au Pair in einer wundervollen Familie in der Hauptstadt Australiens: Canberra

Ja, da haben Sie richtig gelesen,die Hauptstadt dieses immensen und unglaublich vielseitigen Landes ist nichtetwa Sydney und auch nicht Melbourne. Da der Streit zwischen diesen beidenMetropolen um den Titel „Capitol City“ nicht geschlichtet werden konnte,entschied man sich dafür, in der Mitte eine neue Stadt zu planen und zuerrichten. So entstand Canberra – was vielen vielleicht etwas ungewöhnlicherscheint – bevor überhaupt ein Australier in diese Stadt zog.

Bevor ich nach Canberra kammusste zunächst ich einen Berg Papierkram ausfüllen, zum heimlichenHollywood-Star werden und geschätzte 1000 Fotos mit meinen Cousinen und Cousinsmachen. Doch diese ganze Arbeit hat sich bezahlt gemacht, ungefähr 5 Monatespäter saß ich, zusammen mit 10 anderen Au Pair Mädels und einigen Work &Travellern, im Flugzeug nach Sydney.

Völlig übermüdet kam ich – lautKalender – 3 Tage später endlich in Down Under an, was ich erst richtigbegreifen konnte, als ich das erste Mal vor Harbour Bridge und Opera Housestand. Auf die ersten Begrüßungen „G’day mate. How are you?“, wohlgemerkt imSupermarkt an der Kasse, wo die Verkäufer in aller Ruhe die eingekauften Warenfür jeden Kunden in Tüten verstauen, wusste ich zuerst nicht richtig zu antworten.Doch schneller als ich dachte, wurde sowohl Englisch als aus derAussie-Lifestyle zum ganz normalen Alltag für mich.

Vor meiner Abreise wurde ich vonpraktisch Jedem vor den unzähligen giftigen und gefährlichen Tieren inAustralien gewarnt. Ich hab zwei Dinge gelernt: zum einen, muss man sich inDown Under nicht nur vor Haien, Krokodilen, Spinnen und Schlangen fürchten,sondern zum Beispiel auch vor einheimischen Vögeln, den Magpies, welcheMenschen attackieren, um ihre Eier in der Brutzeit zu schützen. Zum anderenaber, dass man, sofern man sich mit etwas Vorsicht und dem ganz normalenMenschenverstand durch den Alltag bewegt, eine durchaus hundertprozentigeÜberlebenschance in Australien hat. Dass ich an der Küste bereits eine Schlangegesehen habe, ist etwas Besonderes, was vielen Einheimischen in ihrem ganzenLeben nicht passieren wird.

Typisch australisch bedeutetnicht nur den Kängurus hinterm Haus zuzuschauen (was es in Canberra wirklichgibt), sondern auch Cricket oder Rugby im Garten zu spielen, Meatpies oderBarbecues zu genießen (die Australier grillen grundsätzlich alles, was nichtmehr weglaufen kann) und bei angenehmen 30 Grad auf Weihnachten zu warten.

Und genau das mache ich zurzeit.Es wird immer heißer und heißer, was leider nicht gerade sehr zu meinerWeihnachtsstimmung beiträgt. Als ich letztens in Shorts und Flip Flops ein Fotovom bunt blinkenden Haus von gegenüber machte, konnte ich mich vor Lachen kaumhalten – zu diesen Temperaturen passt die Weihnachtsbeleuchtung einfach nicht.

Ich bin sehr gespannt auf meindiesjähriges Aussie-Christmas. Wir werden mit der ganzen Familie am 25.Dezember (der 24. ist für die meisten Australier – so nun auch für mich – einganz normaler Arbeitstag) morgens Santa’s Geschenke aufmachen und nach dem Christmas-Lunchgemeinsam Cricket spielen. Obwohl ich mich sehr darauf freue, vermisse ichmeine Familie und Freunde, die Heimat und weiße Weihnachten natürlich sehr.Aber mit Hilfe von Skype kann ich ja wenigstens ein bisschen deutschesWeihnachten miterleben.

Somit möchte ich hier nun auch die Gelegenheit nutzenund alle meine Lieben zuhause und Buschhoven ganz lieb grüßen.