Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Welche Auswirkungen der Warnstreik in Bonn hat

Tarifstreit im öffentlichen Dienst : Welche Auswirkungen der Warnstreik in Bonn hat

Mit massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben müssen am Mittwoch auch die Bürger in Bonn und der Region rechnen. Grund ist der Warnstreik der Beschäftigten der Kommunen und des Bundes. Besonders betroffen sind die Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs.

Bus und Bahn: Alle Beteiligten des öffentlichen Personennahverkehrs rechnen mit erheblichen Ausfällen im Liniennetz:

Stadtwerke Bonn: SWB-Sprecherin Veronika John geht davon aus, dass keine Bahnen und Busse auf den SWB-Strecken fahren werden. Unklar sei, ob ganztägig oder zeitweise gestreikt werde.

Kölner Verkehrsbetriebe: Die KVB-Busse und -Bahnen fahren nicht. Vom Warnstreik nicht betroffen sind nur die S-Bahnen und der Busverkehr der von der KVB beauftragten Privatunternehmer. Die Stadtbahn-Linien 18 und 16 fahren also nicht.

Regionalverkehr Köln: Die RVK bedient in der Region den linksrheinischen ÖPNV. Ihre Busse sind nicht von Warnstreiks betroffen.

Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft: Die RSVG-Busse würden wohl nach Plan fahren, sagte Geschäftsführer Michael Reinhardt. Betroffen sind aber die Linien, die sich die RSVG mit den SWB teilt. So werde der "überwiegende Teil" der Schnellbuslinie SB 55 zwischen Lülsdorf und Bonn nicht fahren können. Auch die Linie 550 von Rheidt über Schwarzrheindorf nach Bonn sei betroffen. Die Fahrten ab Rheidt um 6.44, 6.49 und 7.04 Uhr fallen aus. Nicht betroffen sind die Linien, die von der KVB-Tochter KBS betreut werden, beispielsweise die Linie 501. Komplett fällt auch die Linie 640 Bonn über Meindorf bis Siegburg aus.

Regionalbahnen: Die Züge der Deutschen Bahn sind vom Streik laut DB-Pressestelle nicht betroffen.

Kindergärten: Nach Auskunft von Elke Palm vom Presseamt beteiligen sich Mitarbeiter aus sechs städtischen Tageseinrichtungen am Streik. Die Kindergärten haben dies, so Palm, in allen Fällen den Eltern mitgeteilt. Für die Familien, die keine private Betreuung organisieren können, sollen möglichst Notgruppen eingerichtet werden. Die Betreuungseinrichtungen "Graurheindorfer Straße" und "An der Umkehr" schließen den Betrieb allerdings vollständig. In Notfällen bestehe Kontakt zu Nachbareinrichtungen, um die Kinder eventuell dort betreuen lassen zu können.

Schulen: An den Schulen hat man sich überwiegend auf provisorischen Unterrichtsbetrieb eingestellt. Aufgrund der Randlage des Carl-von-Ossieztky-Gymnasiums seien viele Schüler auf den Bus angewiesen, sagt Leiterin Marie Krahé-Feller, "Wenn Schüler nicht kommen können, dann ist es höhere Gewalt." An der Bertolt-Brecht-Gesamtschule stellt sich Vize-Schulleiterin Margarete Ruhnke darauf ein, für Mittwoch angesetzte Klausuren möglicherweise abzusagen und nachschreiben zu lassen. Mit 3000 Schülern zählt das Heinrich-Hertz-Berufskolleg zu den größten Schulen Bonns. Alle seien über dem Streik informiert, hieß es, den überwiegend erwachsenen Schülern sei empfohlen worden, möglichst Fahrgemeinschaften zu bilden.

Müllabfuhr: Müllabfuhr und Straßenreinigung laufen am Mittwoch ganz normal weiter, so Richard Münz, Vize-Chef des Amts für Stadtreinigung. Sollte es länger zu Arbeitsniederlegungen kommen, greife ein Notfallplan. Dann würden auf jeden Fall Arztpraxen und Krankenhäuser bedient.

Taxi: "Wir können keine festen Zeiten garantieren", sagte Claus Lenz, Geschäftsführer der Taxi Bonn e.G., die am Dienstag einen Ansturm an Vorbestellungen registrierte. Kunden, die pünktlich am Flughafen sein müssen, riet er, die Zeit großzügig einzuplanen.

Universität: "Wer Probleme hat, am Mittwoch pünktlich zur Prüfung oder Klausur zu kommen, denen bieten wir individuelle Lösungen an", versprach Johannes Seiler von der Pressestelle der Uni Bonn. Obwohl auch im Studentenwerk gestreikt werde, sei das Essen in den Mensen gesichert.

Bürgerämter: Da die überwiegende Zahl der Mitarbeiter in den Bürgerämtern beamtet sind, geht die Pressestelle davon aus, dass es nicht zu Einschränkungen kommt.

Theater: Auch wenn gestreikt wird, "der Theaterbetrieb ist nicht gefährdet", so Joachim Fiedler, kaufmännischer Direktor.

Kundgebung: Die Polizei rechnet mit 750, maximal 1500 Demonstranten, die gegen 10.30 Uhr am DGB-Haus an der Endenicher Straße starten. "Sobald sie auf der Viktoriabrücke sind, kann der Verkehr auf der Endenicher Straße wieder frei gegeben werden", so Frank Piontek von der Bonner Polizei. Dann geht es ein Stück über die Bornheimer Straße und durch die Altstadt zur Kundgebung auf den Münsterplatz. Ab 9 Uhr starten außerdem drei Busse der Komba-Gewerkschaft mit Streikleiter Rainer Friedrich ab Stadthaus zu einer Kundgebung nach Neuss.

Der Warnstreik im Ticker:

Aktuelle Informationen zum Streikgeschehen und den Auswirkungen in der Region finden Sie am Mittwochmorgen bei uns.

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