Weißer Fiesta landet im Möbelhaus

Weißer Fiesta landet im Möbelhaus

23-Jähriger fährt mit gestohlenem Wagen in das Schaufenster eines Einrichtungshauses am Bertha-von-Suttner-Platz - Geschäftsführer schätzt den Schaden auf 75 000 Euro

Bonn. Den Fußgängern und Autofahrern, die am Donnerstag in den frühen Morgenstunden noch am Bertha-von-Suttner-Platz unterwegs waren, bot sich ein erstaunliches Bild. Im Schaufenster des Einrichtungshauses lignet roset stand mitten zwischen Sofas, Tischen und Regalen ein Auto.

Ein weißer Fiesta aus den 80er Jahren. Mit dem war ein 23-Jähriger auf der Flucht vor der Polizei geradewegs in der Auslage gelandet. "Als ich angerufen wurde, dachte ich, das wäre ein schlechter Scherz", sagt Michael Berntgen, Bonner ligne-roset-Geschäftsführer, während er versucht, sich einen Überblick über den entstandenen Schaden zu verschaffen, den er auf rund 75 000 Euro schätzt.

Eigentlich waren die Polizeibeamten gegen 4.30 Uhr auf dem Weg nach Endenich, um eine Verkehrskontrolle durchzuführen. Dazu kam es dann aber nicht. Auf der Viktoriabrücke fiel der Streife das Auto auf, in dem der 23-Jährige in Richtung Hochstadenring unterwegs war, und lediglich Standlicht eingeschaltet hatte. Auf die Haltezeichen der Polizei reagierte der Fahrer nicht. Im Gegenteil, "er hat richtig Gas gegeben", so ein Polizist.

Von der Straße Am Frankenbad aus fuhr er weiter in Richtung Kölnstraße. Von dort aus sollte die Fahrt wohl in Richtung Oxfordstraße weitergehen. "Meine Erfahrung sagt mir, dass er wegen der hohen Geschwindigkeit links einen platten Reifen hatte", so ein Beamter mit Blick auf die deutlich erkennbare Reifenspur quer über den Suttner-Platz.

Denn statt nach rechts ging es geradeaus, mitten hinein in das Schaufenster des Möbelhauses. Das wurde inzwischen mit einem Bretterverschlag versehen. Am kommenden Dienstag aber soll alles wieder in Ordnung sein. "Dann wird die neue Scheibe eingebaut", sagt Berntgen.

Nach bisherigen Ermittlungen hatte der junge Mann den Wagen in der Pfarrer-Byns-Straße gestohlen. Dabei hatte er leichtes Spiel, weil der Schlüssel steckte. Einen Führerschein besitzt der 23-Jährige nicht - das sei auch der Grund gewesen, weshalb er versucht hatte, sich aus dem Staub zu machen, sagte er in seiner Vernehmung. Alkohol oder Drogen hatte er nicht konsumiert, beide Tests waren negativ.

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