Viele schlafen weiter draußen

Viele schlafen weiter draußen

Trotz bitterkalter Temperaturen übernachten nach Schätzung des Vereins für Gefährdetenhilfe (VFG) noch immer etwa 50 Menschen jede Nacht in Bonn unter freien Himmel. Im Dezember hatte der VFG dazu aufgerufen, für Notbedürftige Schlafsäcke zu spenden.

"Bisher bekamen wir über 25 Jahre hinweg im Winter Material von der Bundeswehr gespendet. Leider ist das durch Umstrukturierungen nicht mehr möglich. Die Nikolausfeier, bei der wir früher Säcke und Kleidung verteilt haben, musste ausfallen", erklärte Sozialarbeiterin Nelly Grunwald.

Von Seiten der Bevölkerung seien viele Säcke mit der Zeit gespendet worden, doch bei weitem nicht genug. Jetzt half die erst im vergangenen Jahr gegründete Lieselotte-Peipers-Stiftung dem Verein unter die Arme und unterstützte die Anschaffung weiterer 30 gebrauchter Bundeswehr Schlafsäcke. "So dankbar wir auch für andere sind, die Säcke der Bundeswehr haben sich einfach bewiesen. Sie sind wärmer als andere und einigermaßen wetterfest", erklärte Grunwald Montag dem Stiftungsvorsitzenden Herbert Spoelgen.

Auf testamentarischen Willen der im Frühjahr 2009 im Alter von 102 Jahren verstorbenen Bonner Bürgerin Liselotte Peipers kümmert sich die Stiftung unter anderem um die Förderung der Bildung und Erziehung geistig und/oder körperlich behinderter Kinder und Jugendlicher sowie um die Unterstützung hilfsbedürftiger jugendlicher Personen und älterer Menschen. "Damit ist unser Zweck sehr breit formuliert und wir konnten den VFG mit als eines der ersten Projekte unterstützen", so Spoelgen.

"So unverständlich es auch erscheinen mag, es übernachten noch viele aus unterschiedlichsten Gründen draußen. Wir achten darauf, dass nur diejenigen, die wirklich darauf angewiesen sind, mit Schlafsäcken versorgt werden", erklärte Grunwald. Mit der Unterstützung der Stiftung sei man einen guten Schritt vorangekommen, dennoch appelliert sie an die Bürger, weiter dem VFG Schlafsäcke zu spenden. "Sie können sie einfach bei uns vorbeibringen", sagte sie.

Schlafsackspenden können in der Ambulanten Pflege oder dem Kontaktcafé des Vereins für Gefährdetenhilfe, Quantiusstraße 2, von 8 bis 18 Uhr abgegeben werden. Weitere Informationen gibt es unter www.vfg-bonn.de.