HobbitCon 2014 in Bonn: Tolkiens Urenkel und die Zwerge

HobbitCon 2014 in Bonn : Tolkiens Urenkel und die Zwerge

Bei der Fantasy-Messe "RingCon" im Bonner Maritim-Hotel kamen "Herr der Ringe"-Fans am Osterwochenende wieder voll auf ihre Kosten. Gut 3000 Tickets wurden 2014 verkauft, im Vergleich zum Voriahr damit mehr als doppelt so viele.

Zwischen zwei Veranstaltungen war Zeit für ein kleines Foto-Shooting vor dem Maritim-Hotel. Die beiden Besucherinnen aus Jena und Bayern hatten sich herausgeputzt und waren völlig in ihren Rollen als Elben aus Mittelerde versunken, für die sie sich entsprechend kostümiert hatten: Ithil nannte sich die mit den Kurzschwertern, Ithiliel die mit dem Bogen.

Sie hatten sich 2004 auf der RingCon kennen gelernt. Seitdem waren sie regelmäßig auf diesen Fan-Treffen der FedCon GmbH, die von Samstag bis Montag die zweite HobbitCon, die Convention zum letzten Fantasyfilm nach J.R.R. Tolkiens Roman "Der kleine Hobbit" ausrichteten.

"Das ist wie eine große Familie", meinten sie. "Man kennt die Hälfte der Leute." Die oftmals kunstvoll verkleideten Besucher verteilten sich auf die verschiedenen Räume im Maritim: Viele besuchten die Panels mit Zwergendarstellern aus dem Film, stellten sich zu Fotoshootings an oder nahmen an Workshops zu Rüstungsbau, Zeichnen, Schaukampf oder Special Effects teil - letzteren leitete Richard Taylor, Chef-Effektemacher der Tolkien-Verfilmungen.

[kein Linktext vorhanden]Neben den Schauspielern, Ausstellern, Franchiseverkäufern und dem deutschen Autor Tommy Krappweis war auch Royd Tolkien gekommen: Der Urenkel des Schöpfers des "Herrn der Ringe" erzählte den Besuchern unter anderem von den "Briefen von Father Christmas", die der Autor damals für seine Kinder und Enkel geschrieben hatte. "Ich habe diese Tradition bewahrt." Für seinen Sohn habe er auch schon eine verfasst.

Er war vier Jahre alt, als Tolkien 1973 starb, und hat keine Erinnerung an ihn. Aber man konnte ihm ansehen, dass er es sehr schätzte, wie die Con-Besucher die von seinem Urgroßvater geschaffene Welt zum leben erwecken. Und er schätzte die Aufmerksamkeit - so sehr im Fokus stehe er sonst nur selten, trotz seines berühmten Nachnamens. Er bekam viele kleine Geschenke von Tolkien-Fans, die er alle mit nach hause nahm.

Das Highlight für viele war die Comedyshow mit den Zwergendarstellern, die sich als gute Entertainer erwiesen. Abendparty, Kostümwettbewerb, die unterhaltsame Closing Ceremony, alles lief lauf Pressesprecherin Brigitte Scherr reibungslos ab. Die Stars hätten sich wohl gefühlt.

"Sie lieben den Kontakt zu den Fans und die Kostüme. Sie interessieren sich wirklich dafür." Gut 3000 Tickets waren laut Scherr verkauft worden, mehr als doppelt so viele wie 2013. Besucher aus 27 Ländern seien gekommen, auch aus Russland. "Für die haben wir extra Dolmetscher organisiert."

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