Sechste Gesamtschule: Stadt erteilt Plänen eine Absage

Sechste Gesamtschule : Stadt erteilt Plänen eine Absage

In Bonn wird es in absehbarer Zeit keine weitere Gesamtschule geben. "Die Verwaltung sieht derzeit keine Möglichkeit der Gründung einer sechsten Gesamtschule in Bonn", hieß es klipp und klar in einer Stellungnahme der Stadt für den Rat.

Damit wird die Anfrage der SPD negativ beschieden. Insgesamt seien zum Schuljahr 2014/15 an den fünf Gesamtschulen 315 Kinder abgelehnt worden, was dem Trend der vergangenen Jahre entspreche.

Den Wohnort der Kinder könne man datentechnisch nicht eindeutig zuordnen, so die Verwaltung. Klar sei lediglich, dass der Ansturm auf die Beueler Gesamtschule besonders hoch sei, weil es im Ortsteil kein städtisches Gymnasium gebe. Dort mussten aktuell 100 Kinder abgelehnt werden. In der Bertold-Brecht-Gesamtschule waren es 112, an der Godesberger Elisabeth-Selbert-Gesamtschule aber beispielsweise nur 20.

Man nehme diese Größenordnung, ungeachtet eines nicht seriös prognostizierbaren Elternwahlverhaltens, zumindest als Anhaltspunkt für ein zu erwartendes Schülerpotenzial für den Ansturm zum Schuljahr 2015/ 2016 an. Rechtlich entscheidend für die Verwaltung sei aber bei allen Zahlenspielen, dass das tragende Element eines nachhaltig funktionierenden Gesamtschulsystems immer zuerst die hinreichende pädagogische Leistungsmischung sei.

Und hier komme es auch in den aktuellen Zahlen der nicht Berücksichtigten zu einem Ungleichgewicht: Unter den 315 Gesamtschulaspiranten seien 27 Prozent mit Hauptschulempfehlung, sogar 66 Prozent mit eingeschränkter Realschulempfehlungen sowie nur 16 Prozent mit eingeschränkter sowie reiner Gymnasialempfehlung gewesen. "Die notwendige pädagogische Leistungsmischung für eine sechste Gesamtschule ist nach Bewertung der im Aufnahmeverfahren ausgesprochenen Ablehnungen gegenwärtig in Bonn nicht darstellbar", urteilt die Verwaltung.

Nach übereinstimmender Einschätzung der Leiter aller fünf Gesamtschulen sei also eine hinreichende pädagogische Leistungsmischung für zwei weitere Klassenzüge, nicht aber für eine weitere Gesamtschule, die mindestens vierzügig ansetzen müsste, denkbar. "Eine solche Erweiterung um zwei Züge ist grundsätzlich bereits für den Standort Bonns Fünfte vorgesehen und bekanntermaßen fester Bestandteil der Planung für deren weiteren Ausbau" resümiert die Verwaltung. Eine Sechszügigkeit von "Bonns Fünfter" sei nur angesichts der dringend notwendigen baulichen Erweiterungen zum Schuljahr 2014/2015 noch nicht angeboten worden.

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