Neue Varianten: Zwei Standorte fürs Festspielhaus

Neue Varianten : Zwei Standorte fürs Festspielhaus

Für das geplante Beethoven-Festspielhaus ist ein zweiter Rheinauen-Standort ins Spiel gekommen. Drehte sich die Diskussion bisher um den Hügel, auf dem das Restaurant "Rheingarten" steht, schlägt die Stadt nun als Alternative auch den Blindengarten an der Petra-Kelly-Allee vor.

Das geht aus einer ersten Analyse hervor, die der Landschaftsarchitekt Gottfried Hansjakob gemeinsam mit der Stadt erstellt hat. Sie listet Vor- und Nachteile von vier Varianten auf. Geplant wurde dabei mit den Siegerentwürfen von Zaha Hadid (Diamant) sowie von Hermann & Valentiny (Welle).

Variante 1: Charles-de-Gaulle-Straße, "Rheingarten"-Hügel: Der Hügel müsste abgetragen, der Park teilweise neu modelliert werden. Laut Analyse müsste es Veränderung am Rheinauensee und am Ufer geben. Das Restaurant ist bis Jahresende verpachtet. Für den Pavillon mache der Sohn des damaligen Architekten Urheberrechte geltend. Flächen sind komplett in Stadteigentum.

Variante 2: mit "Rheingarten"-Hügel, aber 40 Meter in Richtung Post Tower versetzt: Der Eingriff in den Park wäre geringer. Allerdings müssten die Fußgängerbrücke verkürzt und der Kurvenbereich der Charles-de-Gaulle-Straße verlegt werden. Die Tiefgaragenzufahrt zur Post und zur Deutschen Welle würde mit einer aufgeständerten Plattform überdeckt. Diese Variante bedeutet Eingriffe ins Eigentum des Post-Konzerns.

Variante 3: Blindengarten, mit starker Verschwenkung der Petra-Kelly-Allee: Garten, Kirschenhain und Totempfahl würden an eine andere Stelle verlegt. Hier sei eine großzügige Umfeldgestaltung bei relativ geringen Eingriffen in die Parkgestaltung machbar, argumentiert Landschaftsarchitekt Hansjakob, der geistige Vater der Rheinaue. An- und Abfahrt seien gut zu organisieren. Die Stadt bräuchte neben eigenen Flächen aber auch ein Grundstück des Johanniterkrankenhauses.

Variante 4: Blindengarten, mit geringer Verschwenkung der Petra-Kelly-Allee. Vorteil: keine fremden Grundstücke nötig. Allerdings wäre der Eingriff in den Park stärker. Hansjakob betont die "kollegiale Zusammenarbeit" mit der Stadtverwaltung, macht aber auch deutlich, welchen Standort er bevorzugt: den Blindengarten. Würde neben dem Post Tower gebaut, wären aus seiner Sicht zu massive Änderungen im Park notwendig. Die Varianten 3 und 4 seien außerdem preiswerter - am Rheingarten-Hügel rechnet die Stadt bisher mit rund zwölf Millionen Euro, um das Umfeld zu gestalten. Der Landschaftsarchitekt pocht auf sein Urheberrecht und behält sich eine Klage vor. "Ich gehe aber davon aus, dass wir in großer Einigkeit weiter zusammenarbeiten", sagte Hansjakob.

Die Finanzierung

Der Bau des Festspielhaus soll rein privat finanziert werden. Die Post stellt 30 Millionen Euro bereit, sofern der nachhaltige Betrieb gesichert ist. Die Initiative um IHK-Chef Grießl will bei weiteren Sponsoren 25 Millionen Euro einsammeln (Stand derzeit: 2,5 Millionen). Weitere Mittel soll ein "Beethoventaler" bringen, den die Bonner Hoteliers pro Übernachtung nehmen wollen. Am Dienstag diskutiert der Kulturausschuss den Sachstand: 18 Uhr, Ratssaal im Stadthaus.

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