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Bonner Lebensretter: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Bonner Lebensretter : Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

„Falsch machen kann man dabei nichts“, sagt Klaus Dieter Irmer – wenn alle dieses Motto pflegten, wären mehr Lebensretter auf den Straßen unterwegs. Der Rentner rettete am 31. August 2015 einem Mann durch Reanimation das Leben.

Für seine Rettungsaktion hat der Bonner am Montag eine Belobigungsurkunde von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erhalten. Bürgermeister Reinhard Limbach überreichte dem 64-Jährigen die Urkunde im Alten Rathaus.

Irmer wurde aufmerksam, als er einen Mann in der Nähe des Münsterplatzes auf dem Boden liegen sah. „Der Mann war leblos. Eine Frau und zwei Männer saßen bei ihm. Ich habe nicht lange überlegt“, sagte Irmer bei der Überreichung. Aus der Theorie des Erste-Hilfe-Kurses wusste er noch: Druckpunkt suchen und die Reanimation kann beginnen. Geschätzte drei bis vier Minuten habe er unaufhörlich den Mann reanimiert. Dabei knackten ein paar Rippen. Doch der Mann habe plötzlich wieder geschnauft und Lebenszeichen von sich gegeben.

Als der Rettungswagen Irmer endlich ablöste, beglückwünschten ihn die Sanitäter und Ärzte: „Durch ihre Rettungsaktion haben Sie dem Mann das Leben gerettet.“ Der 64-Jährige kam wie gerufen: Mehr als 24 Jahre hat er jährlich einen Erste-Hilfe-Kurs des Malteser Hilfsdienstes besucht. Von 1991 bis 2015 war er Mitarbeiter im Kraftwerk der Müllverwertungsanlage der Bonner Stadtwerke. Dort habe er stets gern Erste Hilfe in der Theorie praktiziert. „Es könnten mehr Menschen überleben, wenn Erste-Hilfe-Kurse verpflichtend wären“, so Irmer.

Am Abend der Rettungsaktion hatte Irmer noch den Patienten in der Intensivstation aufgesucht. Als der Mann Tage später wieder aufwachte, bedankte er sich persönlich bei seinem Retter. Noch letztes Jahr trafen sie sich zum Essen. Irmer selbst hatte 2008 beim Kartenspielen einen Herzstillstand erlitten. „Mein Freund hat mich reanimiert. Daraufhin habe ich mir vorgenommen, dass ich das auch einmal machen möchte.“ Irmer will zur Stelle sein, wenn jemand seine Hilfe braucht. „Die ersten fünf Minuten sind überlebenswichtig“, so Irmer.