Bonner Goebenstift renoviert: Zum Semesterstart ist Wohnheim wieder eröffnet

Bonner Goebenstift renoviert : Zum Semesterstart ist Wohnheim wieder eröffnet

Zum Semesterstart haben 36 Studenten das Wohnheim bezogen. Förderer und Freunde machen mit den Bewohnern eine Wiedereröffnungsfeier.

Beim Betreten des Hauses mit der 32 auf der Goebenstraße steigt als Erstes der Geruch von frischer Wandfarbe in die Nase. Auf den Treppenstufen liegt über alle drei Stockwerke des Altbaus ein flammneuer Teppichboden, die Aluminiumstoßkanten jeder Stufe blitzen brandneu. An das in die Jahre gekommene Interieur des Adolf-Clarenbach-Hauses – wegen der Adresse auch Goebenstift genannt – erinnern nur noch alte Fotografien an den Flurwänden.

Doch bis das mehr als hundert Jahre alte Studienhaus wieder bewohnbar war, brauchte es mehr als nur einen Anstrich und ein paar Quadratmeter neue Bodenbeläge.

Anderthalb Jahre lang wurden das Gebäude und das dazugehörige Nachbarhaus bei laufendem Betrieb grundsaniert und sind jetzt, pünktlich zum Beginn des Sommersemesters, fertiggestellt worden. Am Mittwoch hatten die insgesamt 36 Bewohner des Adolf-Clarenbach-Hauses deshalb die Freunde und Förderer ihrer aufpolierten Bleibe zur feierlichen Wiedereröffnung geladen. „Es stehen jetzt nur noch ein paar Nacharbeiten an“, erläuterte Studieninspektor David Fellenberg den Gästen.

Investition von 1,4 Millionen Euro

Neben einer Menge Kleinigkeiten wurden die Elektrik, die Rohleitungen, die sanitären Anlagen und die Heizungen erneuert, so Fellenberg. „Die dazu notwendigen finanziellen Mittel in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro stammen zum Großteil aus dem Erlös des Verkaufs des Hans-Iwand-Hauses“, informierte der Studieninspektor. „Zudem erwarb die Universität 49 Prozent am Eigentum unserer Grundstücke.“

Die Zufriedenheit über die Sanierung und sein Stolz auf das altehrwürdige Gebäude im neuen Glanz war Fellenberg sichtlich anzumerken – ebenso den Bewohnern, die bei der Wiedereröffnung mit glücklicher Miene den Grußworten und Vorträgen ihrer Gäste lauschten. „Für uns ist dieses Haus mehr als ein Wohnort“, sagt Psychologie-Studentin Nora Sophie Conrad, die innerhalb der Wohngemeinschaft den Posten des Seniors innehat. „Es ist ein Platz, an dem Freundschaften entstehen, an dem in Ruhe studiert werden und wo man das Zusammenleben selbst gestalten kann.“

Denn in dem selbst verwalteten Studienhaus hat jeder Bewohner ein Amt, in das er von den anderen Mitbewohnern für die Dauer von jeweils einem Semester gewählt wird. So gibt es zum Beispiel Gärtner oder Bibliothekare.

Um einen Platz in den 36 zwischen neun und 25 Quadratmeter großen Zimmern zu bekommen, müssen sich interessierte Studierende bewerben. „Voraussetzung ist die Volljährigkeit der Bewerber, eine gültige Immatrikulationsbescheinigung und die Bereitschaft, bestimmte Pflichten im Haus zu übernehmen“, erläutert Studieninspektor Fellenberg. „Die Zimmer kosten zwischen 175 und 250 Euro Miete.“ Bewerbungsschluss für das kommende Wintersemester ist der 15. Juli.

Mehr Informationen auf www.goebenstift.de

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