Veränderungen beim Bonner Traditionsgasthaus: "Zum Gequetschten" mit neuem Konzept und Namen

Veränderungen beim Bonner Traditionsgasthaus : "Zum Gequetschten" mit neuem Konzept und Namen

Zwei Kölner Gastronomen starten im August mit einem neuen Konzept im umgebauten Bonner Traditionsgasthaus "Zum Gequetschten" -- dann jedoch unter dem neuen alten Namen "Elefant".

In der mehr als 400-jährigen Geschichte des Wirtshauses hingen verschiedene Namensschilder über der Eingangstür. Zwei davon haben sich im Gedächtnis der Bonner eingeprägt: „Zum Gequetschten“ und „Elefant“. Die bönnsche Traditionskneipe hat bekanntlich zum Jahresende geschlossen. Der Gequetschte war in jeglicher Hinsicht in die Jahre gekommen, der Bierumsatz gesunken und Wirtin Karola Scholz hatte andere Ideen. Jetzt werden die Räume an der Sternstraße von Grund auf saniert. Und spätestens im August soll das Gasthaus öffnen – dann wieder unter dem Namen Elefant.

„Wir machen alles neu, stellen uns neu auf, kombinieren aber auch Neues mit Bewährtem. Die Bonner dürfen gespannt sein“, erklärte Gastronom Oliver Diaz. Diese Ankündigung lässt aufhorchen, denn in jüngster Zeit sind verschiedene Wirte mit neuen Ideen angetreten, die die Bonner Gastroszene aufgewertet haben. Lässt sich Diaz ein wenig mehr in die Karten gucken? Auf diese Frage reagierte er zunächst zögerlich, ließ sich dann doch noch etwas entlocken: „Der Elefant wird mehr Gasthaus, weniger Kneipe, hat mehr Küche, weniger Tresen.“

Und dann ließ er den GA noch etwas in die Speisenkarte blicken: „Wir bieten eine Art Heimatküche: Es wird deutsche Klassiker in moderner Interpretation geben. Das kann Spinat mit Spiegelei, aber auch Backfisch sein.“ Aber auch moderne „Weltküche“ wird zu finden sein: Frische Pasta mit indischem Gemüsecurry. Auf jeden Fall will Betriebsleiterin Felicia Riecke die Türen des Gasthauses schon vormittags öffnen. „Wir möchten das Einkaufspublikum erreichen mit Frühstück, Mittagstisch, Kaffee und Kuchen. Nach Ladenschluss bieten wir einen legeren Platz für ein gutes Abendessen“, sagt die Bonnerin.

Halbe Million fließt in Erneuerung der Gaststätte

Den genauen Eröffnungstermin kennt selbst Diaz nicht. Die gesamten Gebäudeinstallationen aus den 1950er Jahren müssen auf den heutigen Stand gebracht werden. Aktuell steht die Betonsanierung der Decken an, um einen zeitgemäßen Brandschutz gewährleisten zu können. Der Baufortschritt bestimmt den Starttermin. Am Ende der Sanierung werden der Eigentümer, der Immobilieninvestor Fair, und die Betreiber Oliver Diaz und Rodney Ranz mehr als eine Million Euro in die Vitalisierung der 300 Quadratmeter großen Gaststätte investiert haben.

Und wie steht Diaz zum Karneval? „Wir wissen um die Bedeutung des Lokals für den Bonner Karneval und dass der Rosenmontagszug auch direkt vor unserer Tür vorbeizieht. Daher werden wir uns was für das Brauchtum überlegen, mehr verraten wir noch nicht“, sagt Diaz, dessen Unternehmen die Gastronomie im Schokoladenmuseum und das Café Funkhaus in Köln betreibt. Und zu Weihnachten sind er und Ranz für die Märkte auf dem Alter Markt und Heumarkt verantwortlich. „Jetzt freuen wir uns auf Bonn. Und damit ich unseren Start hier auch richtig miterlebe, werde ich auch privat nach Bonn umziehen“, sagte Oliver Diaz.