Politik und Verwaltung suchen Lösungen: Zukunft für das Kleine Theater weiter offen

Politik und Verwaltung suchen Lösungen : Zukunft für das Kleine Theater weiter offen

Politik und Verwaltung ringen um eine Lösung für das Kleine Theater Bad Godesberg. Während die Politik uneins über das weitere Vorgehen ist, hat sich die Verwaltung noch nicht positioniert.

Ob und falls ja, wie es mit dem Kleinen Theater weitergeht, steht nach wie vor in den Sternen. Politik und Verwaltung ringen um eine Lösung, die den Bestand des Theaters sicherstellen soll. Doch wie diese aussehen soll, ob es eines neuen Ratsbeschlusses bedarf und mit wem verhandelt werden soll – darüber herrscht Uneinigkeit.

„Die Erkenntnisse aus den Gesprächen werden derzeit verwaltungsintern bewertet“, teilt das städtische Presseamt kurz und knapp auf GA-Anfrage mit. Soll heißen, dass die Verwaltung noch nicht sicher weiß, wie weiter vorgegangen werden soll. „Eigentlich ist alles wieder komplett offen“, sagt Herbert Kaupert (CDU).

Seiner Meinung nach ist der alte Ratsbeschluss obsolet. Neben Klaus Weise und Pit Hoffmann, die das Kleine Theater zunächst für ein Jahr mieten wollen, und deren ehemaligem Mitbewerber Frank Oppermann hofft Kaupert auf eine dritte Lösung: „Das Kleine Theater ist nicht uninteressant für breiter aufgestellte Theaterbetreiber“, so der CDU-Ratsherr. Mehr wollte er dazu nicht sagen. Allerdings dränge die Zeit.

Dennoch denke er nicht, dass in der nächsten Ratssitzung im Februar eine Entscheidung fallen könne. Die aber wäre notwendig, um die Spielzeit 2019/2020 planen zu können. Das hatten alle Bewerber stets betont. Dass die Zeit drängt, meint auch Jürgen Repschläger (Linke). Seine Forderung: Der OB müsse möglichst schnell eine Sondersitzung zu dem Thema einberufen, in der offene Fragen geklärt würden. „Wir müssen entscheiden, sonst geht das den Bach runter“, ist Repschläger überzeugt.

Uneinigkeit über Oppermann

Die FDP unterstütze grundsätzlich eine Lösung, „die auf dem Fortbestand des Theaters beruht“, sagt Bezirksverordneter Wolfgang Heedt. Man erachte den Vorschlag des Duos Weise/Hoffmann für gut. „An der Qualität des Angebots hat sich nichts geändert, die beiden sind ja noch da.“ Auf Oppermann müsste man nicht mehr zugehen, schließlich habe der Rat nicht für ihn gestimmt.

Das sieht Tim Achtermeyer (Grüne) anders. „Es handelt sich um ein komplett neues Angebot von Weise.“ Wolle man weiter mit ihm verhandeln, brauche man einen neuen Beschluss. Das gelte zwar auch für Oppermann. Dieser aber habe bereits in der vorherigen Bewerberrunde die Bestätigung der Stadt bekommen, dass seine Bewerbung ausschreibungskonform gewesen sei.

Aus diesem Grund müsse aus seiner Sicht „jetzt erst einmal mit Oppermann gesprochen werden“, meint Marcel Schmitt (BBB). Der Theatermann habe sich an der Ausschreibung beteiligt und die Kriterien erfüllt. Für den BBB wäre das ohnehin die bevorzugte Lösung, „da er die Erbpachtregel verfolgt“.

Man bedauere den Rückzug und verfolge weiterhin das Ziel, das Gebäude als Theater zu nutzen, so Fenja Wittneven-Welter (SPD). „Sollte eine Verpachtung oder ein Verkauf kurzfristig nicht möglich sein, können wir uns vorstellen, dass das Gebäude zur Zwischennutzung vermietet wird.“

Es müsse nur gewährleistet sein, dass es sich um einen Theaterbetrieb handelt. „So könnte eine gewisse Zeit überbrückt werden, um eine langfristig tragfähige Lösung für eine weitere Nutzung als Theater zu finden.“ Oppermann steht auf jeden Fall bereit: „Meine Angebote aus der Ausschreibung haben auch jetzt noch Bestand.“

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