Kommentar: Zukunft der Duisdorfer Gewerbeschau elegant abgebügelt

Kommentar : Zukunft der Duisdorfer Gewerbeschau elegant abgebügelt

Hat die Duisdorfer Gewerbeschau, die in diesem Jahr schon nicht stattfand, überhaupt noch eine Zukunft? nach der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg sieht es eher nicht danach aus.

Duisdorf als Standort für Handel und Gewerbe hat es nicht leicht. Der Einzelhandel klagt über die Konkurrenz aus dem Internet, die Läden melden nachlassende Umsätze, hinzu kommen derzeit etliche Leerstände in der Rochusstraße und auch noch Baumaßnahmen, die die Erreichbarkeit der Parkplätze einschränken. Ob Werbemaßnahmen wie eine Gewerbeschau bisheriger Prägung das richtige Instrument sind, um die Kaufkraft in Duisdorf zu binden oder zu erhöhen, sei mal dahingestellt. Die Idee, alles in einem großen Bürgerfest zu konzentrieren, bei dem auch die Stadt mit ihrem Derletalfest und dem Festival Rock im Tal mit im Boot ist, hat jedenfalls einiges für sich. Über ein solches Konzept müsste im Detail diskutiert werden.

Bei der Politik zieht das nicht. Schon der Wunsch, 8000 Euro aus dem Stadtsäckel lockerzumachen, wurde vom Tisch gewischt. Stattdessen schickt man die Händler zur Stadt, deren Abteilung Wirtschaftsförderung nun für Unterstützung sorgen soll. Damit wurde der Antrag elegant abgebügelt, und die politische Mehrheit von CDU/Grünen war ihn los. Motto: nichts wirklich entschieden und trotzdem einen guten Eindruck hinterlassen.

Die Händler können mit solchen Pseudo-Hilfen allerdings nichts anfangen, sie brauchen jetzt klare Aussagen, ob und wie die Stadt und ihre gewählten Vertreter den örtlichen Handel unterstützen. Ob es mit der Gewerbeschau weitergeht, entscheiden die Händler selbst. Ob sie sich den Aufwand, Stress, das Risiko und die ständig steigenden Auflagen und Sicherheitskonzepte weiterhin antun, ist wohl eher unwahrscheinlich.

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