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Anweisung des Verkehrsministeriums: Zugverkehr im Rheinland stark eingeschränkt

Anweisung des Verkehrsministeriums : Zugverkehr im Rheinland stark eingeschränkt

Regionalbahnen fahren nach Sonderfahrplan, die Bonner Stadtwerke setzen mehr Busse zur Uniklinik ein und wollen flexibel reagieren. Ansonsten bleibt es in Bonn beim Samstagsfahrplan.

Das Landesverkehrsministerium hat mitgeteilt, dass das Angebot auf der Schiene massiv eingeschränkt wird. Davon sind auch Bonn und die Region stark betroffen. Landesweit sollen nur noch etwa die Hälfte der Fahrten mit Regionalbahnen (RB), Regionalexpress (RE) und S-Bahnen stattfinden. Der Nahverkehr Rheinland (NVR) teilte mit, dass in seinem Einzugsgebiet die Einschränkungen noch höher sein würden.

Aus einem Sonderfahrplan, der im Internet unter www.mobil.nrw/corona/ veröffentlicht ist, geht hervor, dass die Regionalbahn 5 zwischen Emmerich und Koblenz weiterhin ohne Einschränkungen verkehrt. Dagegen fällt die RB 48 von Wuppertal bis Bonn zwischen Köln und Bonn aus. Fahrgäste könnten auf diesem Abschnitt auf die RB 26 oder den RE 5 umsteigen. Im Rechtsrheinischen wird der RE 8 ab Samstag zwischen Mönchengladbach und Koblenz entfallen, der über den Beueler Bahnhof fährt. Pendler können ersatzweise auf die RB 27 umsteigen. Dem Sonderfahrplan ist zu entnehmen, dass die S 23 (Voreifelbahn) ab Samstag nur noch im Stundentakt fahren wird.

Die Umstellung soll an diesem Samstag beginnen. NVR-Sprecher Holger Klein sagte, man gehe davon aus, dass im Laufe der Woche der ausgedünnte Fahrplan sukzessive in Kraft treten werde und vorerst bis zum 19. April Gültigkeit hat. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sagte: „Mit dem Sonderfahrplan stellen wir eine stabile Grundversorgung sicher.“ Er begründete die Einschränkungen damit, dass auch die Eisenbahnunternehmen von der Pandemie betroffen seien. Es gebe „eine hohe Zahl an Kranken- und Quarantänefällen bei Triebfahrzeugführern und Stellwerkpersonal“. Unterdessen haben die Bonner Stadtwerke das Busangebot auf der Strecke zwischen dem Zentralen Busbahnhof und der Uniklinik verdreifacht. „Bereits vor fünf Uhr morgens wurden nochmals weitere Fahrzeuge vorgehalten, die adhoc von Servicepersonal vor Ort eingesetzt werden. Gleiches gilt für die nachmittägliche Zeit des Schichtwechsels“, erklärte SWB-Kommunikationsleiter Jürgen Winterwerp. Nach der Umstellung auf den Samstagsfahrplan wegen des geringeren Fahrgastaufkommens hatte es Kritik gegeben, weil gerade die Busse auf den Venusberg zu Stoßzeiten viel zu voll seien. Winterwerp sagte weiter: „Ein merkbarer und enorm flexibler Fahrplan, der an sensiblen Stellen – etwa Krankenhäusern – mit zusätzlichen Fahrten ergänzt wird, ist sehr sinnvoll.“ Das Vorgehen sei mit der Stadt abgestimmt. Oberbürgermeister Ashok Sridharan hatte bei Geschäftsführerin Anja Wenmakers angeregt, die SWB mögen zum normalen Nahverkehrstakt zurückkehren, damit die Fahrgäste nicht so dicht gedrängt stehen. Aus Sicht von Gabi Mayer (SPD) und Rolf Beu (Grüne), beide Aufsichtsratsmitglieder der SWB Bus und Bahn, wäre ein solcher Schritt nicht sinnvoll. Es sei nun Flexibilität gefragt, wo dies notwendig ist – und ein Angebot, das die Verkehrsbetriebe möglichst lange aufrechterhalten können.