Neues ADFC-Konzept: Zehn Radrouten nach Bonn sollen Pendler überzeugen

Neues ADFC-Konzept : Zehn Radrouten nach Bonn sollen Pendler überzeugen

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert den schnellen Ausbau von Strecken für Fahrradfahrer nach Bonn und hat ein Konzept mit zehn Radrouten vorgelegt. Pendler sollen das Auto in Zukunft möglichst stehen lassen.

Er sieht darin einen guten Lösungsansatz, um Autofahrer zu einem Umstieg zu bewegen und einen Beitrag für saubere Luft zu leisten. Aus Sicht des Kreisverbands Bonn/Rhein-Sieg könnten drei Wege aus dem Linksrheinischen mit einer Strecke von 45 Kilometern für einen Betrag von rund 1,5 Millionen Euro so ausgebaut werden, dass sie für Radler deutlich an Attraktivität gewännen.

Die Fahrzeit aus vielen Orten in die Stadt würde damit bei einer halben Stunde liegen und eine gute Alternative zur Fahrt mit dem Auto bedeuten. Besonders in den Blick nimmt der ADFC Berufspendler aus den umliegenden Gemeinden und Städten Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal, Wachtberg und dem Siebengebirge von denen viele in Bonn arbeiten.

Die Umsetzung könnten die beteiligten Kommunen aus Sicht des Clubs bis zum Beethovenjahr 2020 schaffen, weil die Trassen bereits bestehen und lediglich so umgestaltet werden müssten, dass Radler besser vorwärtskommen. Voraussichtlich 2020 stehen die großen Sanierungen des Tausendfüßlers und der Nordbrücke an.

In einem mehrseitigen Konzept, das der ADFC am Freitagnachmittag vorstellte, beschreibt der Lobbyverband neben den drei Radpendlerrouten im Linksrheinischen sieben weitere Routen im Rechtsrheinischen, die beispielsweise nach Köln und ins Bergische Land führen.

„Im Zuge der Diskussion um mögliche Dieselfahrverbote finden wir, dass man Autofahrern den Umstieg aufs Rad erleichtern muss“, sagte Georg Wilmers vom ADFC. „Wenn der Autoverkehr in der Region im Beethovenjahr nicht völlig zum Stillstand kommen soll, dann müssen Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis jetzt Alternativen entwickeln“, ergänzte ADFC-Verkehrsplanungssprecher Werner Böttcher. Dafür müssten allerdings Gelder aus den „Dieselmilliarden“ fließen. Nach dem Dieselskandal haben Bund und Autobauer Fördergelder in Aussicht gestellt, um Projekte für saubere Luft in Städten zu finanzieren. Die Priorität setzt der ADFC zunächst auf diese linksrheinischen Trassen:

Die acht Kilometer lange Radpendlerroute von Bornheim über Alfter zum Bonner Hauptbahnhof ist bereits erklärter politischer Wille der beteiligten Kommunen. Sie steht auch im Maßnahmenpaket, das die Stadt an den Bund geschickt hat, um sich für die Teilnahme am Modellprojekt Saubere Luft zu empfehlen. Teilweise hat die Stadt schon Fahrbahnmarkierungen aufgebracht wie beispielsweise auf dem Bendenweg in Dransdorf oder auf der Ennemoserstraße. Fürs erste würde diese Strecke auch ohne die geplante Brücke und den Ausbau zweier Knotenpunkte auskommen, denkt der ADFC. Dann blieben Kosten von 1,1 Millionen Euro.

Die zweite Pendlerroute führt von Rheinbach über Swisttal nach Alfter und sollte an die erste Route anschließen. Auf dieser Strecke wären Asphaltierungsarbeiten am Rheinweg in Alfter notwendig und in Bonn unter anderem Wurzelschäden und tiefe Schlaglöcher zwischen Röttgen und Ückesdorf zu beseitigen. Geschätzte Kosten: 150.000 Euro.

Die dritte Route zwischen Rheinbach, Meckenheim und Bonn erfordert einen Radweg neben der Landstraße 261 zwischen Meckenheim und Sängerhof. Kostenpunkt nach vorliegender Beschlussvorlage im Kreis: 270.000 Euro. Für kleinere Verbesserungen wie ein Vorfahrtsschild in Lengsdorf an der Lingsgasse oder eine Radfahrerampel an der Einmündung Konrad-Adenauer-Damm/ Reichsstraße, reichten insgesamt 70.000 Euro aus.

Der ADFC spricht sich auch für einen Radweg entlang der A 565 im Zuge des sechsspurigen Ausbaus des Tausendfüßlers aus. Am Donnerstagabend bezifferte der Landesbetrieb Straßen NRW im Planungsausschuss von Stadt und Kreis die Zusatzkosten für einen solchen Radweg mit zehn Millionen Euro. Ein Teil des Geldes müsste vermutlich Bonn aufbringen, Fördergelder sind denkbar.

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