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Corona-Pandemie: Zahl der Einbrüche in Bonn und der Region sinkt drastisch

Corona-Pandemie : Zahl der Einbrüche in Bonn und der Region sinkt drastisch

Homeoffice, Homeschooling und keine Veranstaltungen: In der Corona-Krise halten sich alle vornehmlich zu Hause auf. Wie die Krise die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und bundesweit verändert hat.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis stark gesunken. Das ergab eine Nachfrage des GA bei den zuständigen Polizeistellen.

Für den Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ist der Rückgang im April 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat besonders deutlich, wie vorläufige Zahlen zeigen. Zählten die Beamten dort im April 2019 noch 32 Einbrüche, waren es im April dieses Jahres gerade einmal neun Fälle. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 70 Prozent. Im März dieses Jahres wurden 19 Einbrüche registriert, im Vorjahr waren es noch 29.

„Wir haben einen Rückgang, den wir mit Zahlen belegen können“, sagte Polizeisprecher Georg Küpper. Ob der Rückgang mit der Pandemie zusammenhängt, lasse sich zwar nicht belegen. Die Vermutung liege aber nahe, dass weniger eingebrochen werde, weil die Menschen sich mehr in ihren Wohnungen und Häusern aufhielten. Die meisten Einbrüche würden erfahrungsgemäß tagsüber stattfinden, wenn die Menschen nicht zuhause sind.

Auch die Bonner Polizei spricht von einem starken Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. „Wir liegen bei den Fallzahlen im März und April deutlich unter denen der entsprechenden Monate im Vorjahr“, sagt Polizeisprecher Michael Beyer. Konkret gingen die Fallzahlen für die beiden Monate im Vergleich zum Vorjahr demnach um 25 Prozent zurück. Dabei handele es sich um vorläufige Einschätzungen. Die Bonner Polizei geht laut Beyer ebenfalls davon aus, dass die Pandemie zu dem Rückgang geführt haben könnte, weil mehr Menschen zuhause geblieben sind. Das würde Einbrecher naturgemäß abschrecken.

Fallzahlen sind bundesweit rückläufig

Auch anderswo zeigt sich bereits eine Veränderung der Fallzahlen. So verzeichnete die Kreispolizei im April weniger als die Hälfte an Taschendiebstählen im Vergleich zum Vorjahr. „Wir haben eine Ausnahmesituation, die sich auch spürbar bei den polizeilichen Einsätzen niederschlägt“, sagte Küpper.

Dieser Trend zeichnet sich auch bundesweit ab, wie eine Länder-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. So ging etwa in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Wohnungseinbrüche im März und April im Vergleich zu den Vorjahresmonaten deutlich zurück. Auch in Bayern sank die Zahl der Einbrüche - ebenso wie die Kriminalität insgesamt.

Während vom 1. März bis 26. April 2019 genau 3856 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW registriert wurden, waren es laut Landesinnenministerium im selben Zeitraum dieses Jahres 2336. Das entspricht einem Rückgang von fast 40 Prozent.

Die Zahlen der Länder sind jedoch vorläufige Zahlen, die sich noch ändern können. Endgültige Fallzahlen gibt es erst, wenn die Fälle von der Polizei an die Staatsanwaltschaften abgegeben werden und in die bundesweit einheitlich geführte Kriminalstatistik eingehen, hieß es aus Bayern. Rückläufige Zahlen bei den Einbrüchen vermeldeten zudem auch Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vormpommern, Bremen und Hamburg.

In Hamburg gingen Wohnungeinbrüche „massiv“ zurück, wie ein Sprecher der Polizei sagte. „Wir verzeichen etwa 40 Prozent weniger Fälle im Vergleich zu Vor-Corona.“

In der Hansestadt seien Kriminelle jedoch vermehrt in andere Objekte wie Geschäfte oder Büros eingestiegen. Dem Polizeisprecher zufolge liegt die Zahl der Einbrüche hier in der Pandemie rund 10 Prozent über den Werten von zuvor.

Neben der Zahl der Wohnungseinbrüche ist in einigen Ländern auch die Gesamtzahl der Straftaten nach Angaben der Landeskriminalämter rückläufig. Der Rückgang der Kriminalität betrifft fast alle Phänomenbereiche, heißt es aus Sachsen. Nach Angaben des Landeskriminalamts in Stuttgart ist die Gesamtzahl der erfassten Straftaten in Baden-Württemberg rückläufig. „Insbesondere Delikte, die im öffentlichen Raum begangen werden, nehmen aufgrund der Beschränkungen merklich ab.“