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Wohnungs-Leerstand in Bonn: Stadt fordert Sanierungskonzept von Bima

Wohnungsbau : Stadt Bonn fordert Sanierungskonzept von der Bima

Die Stadtverwaltung sieht den Leerstand von Wohnungen in Bonn kritisch. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) prüft nun Liegenschaften für Wohnungsbau.

Die Stadt hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) aufgefordert, ein Sanierungskonzept für leerstehende Wohnungen vorzulegen. Die Fachverwaltung stünde in aktuellem Austausch mit der Bima, erklärte Vizestadtsprecher Marc Hoffmann. Auf Anfrage teilte er weiterhin mit, dass die Zweckentfremdungssatzung auch in diesen Fällen  gelte. Sie schreibt Vermietern vor, Wohnungen zügig zu sanieren und weiterzuvermieten. „Der Leerstand ist der Stadt Bonn bekannt und wird kritisch beobachtet“, sagt Hoffmann.

Mieter der Hicog-Siedlung in Tannenbusch beklagen Sanierungsstaus. Zu den Leerständen und dem Sanierungsstau nimmt auch das Bundesfinanzministerium  in einer Antwort an den SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Hartmann (Rhein-Sieg-Kreis) Stellung. In dem Schreiben heißt es, zum 1. August hätten von 1200 bundeseigenen Wohnungen 181 Wohnungen leer gestanden. Überwiegend seien dafür die Strangsanierungen in Tannenbusch, Muffendorf und der Arminiusstraße in der Nordstadt verantwortlich.

Dort müssen Leitungen aufgrund einer festgestellten Bleibelastung ausgetauscht werden. 67 Wohnungen in Bonn seien in den vergangenen zwei Jahren aber saniert worden. Bernhard von Grünberg, Vorsitzender des örtlichen Mieterbunds, dringt auf eine zügige Umsetzung. „Seit Jahren wird uns das erzählt. Die Mieter erhalten kaum Informationen.“

Darüber hinaus geht aus dem Schreiben hervor, dass die Bima derzeit die Eignung von 13 Liegenschaften in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis für den Wohnungsbau prüfe. Allerdings müssten mit den Kommunen noch Gespräche geführt werden, ob die Errichtung baurechtlich möglich sei.

Grundsätzlich sieht die Bima dabei insbesondere Potenziale in ihren Bestandssiedlungen und in der Deichmanns Aue.  Weiter heißt es, die Bima prüfe für sechs der Liegenschaften, selbst als Bauherr aufzutreten. Hagedorn weist darauf hin, dass die Bundesanstalt seit dem Haushaltsgesetz 2018  und geänderten Richtlinien Kommunen Baugrundstücke günstiger überlassen dürfe.

Die Nachverdichtungspläne betrachtet Hartmann „als gutes Zeichen, dass sich die Bundesregierung ihrer Verantwortung für eines der größten sozialen Probleme unserer Zeit bewusst ist“. Er will sich beim Ministerium dafür einsetzen, die baurechtlichen Prüfungen für die Bebauung der 13 Liegenschaften mit hoher Priorität voranzutreiben. Die Bima konnten Fragen des GA am Mittwoch nicht beantworten.