Neues Messverfahren für die Innenstadt: Wo die meisten Fußgänger in Bonn unterwegs sind

Neues Messverfahren für die Innenstadt : Wo die meisten Fußgänger in Bonn unterwegs sind

Ein neues Messverfahren ermöglicht eine Analyse der Fußgängerströme in der Bonner City. Wir zeigen, wo und an welchen Wochentagen besonders viel los ist.

Die meisten Passanten in der Bonner Innenstadt gehen durch die Remigiusstraße. Es folgen die Post- und die Sternstraße. Die höchsten Besucherzahlen verzeichnen die drei Straßen in der zweiten Wochenhälfte. Auf einen größeren Zeitraum betrachtet boomt es in der City vor allem im Advent. Und auch bei besonderen Veranstaltungen wie „Bühne frei für Beethoven“ oder Sankt Martin sowie bei „Bonn leuchtet“ oder dem „Bonn-Fest“ in Kombination mit verkaufsoffenen Sonntagen schnellen die Zahlen in die Höhe: Das ist das Ergebnis einer Auswertung der in den drei genannten Straßen von der Firma Hystreet.com GmbH seit Mai installierten Frequenzmessung.

Diese Messung führt Hystreet derzeit in sogenannten 1a-Lagen in mehreren Großstädten durch. „Gemessen wird das ganze Jahr über rund um die Uhr“, erklärte Arnulf Marquardt-Kuron vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung, das die frei zugänglichen Daten zwischen August 2018 und Januar 2019 ausgewertet hat. Die Messstellen werden aus Sorge vor Vandalismus nicht bekannt gegeben und funktionieren ähnlich wie Lichtschranken, so Marquardt-Kuron. Bisher wurden die Passanten per Hand gezählt – aufgrund des Aufwands nur einmal im Jahr. „Passantenfrequenzen sind aber ein wichtiger Indikator zur Beurteilung der Attraktivität von Einkaufs- und Stadtzentren“, sagte Bonns Wirtschaftsförderin Viktoria Appelbe.

Die Bonner Zahlen zeigten durchaus eine positive Entwicklung. Selbst bei der Stippvisite der Deutschland-Tour am Donnerstag, 23. August, als Kaufleute fürchteten, es komme weniger Kundschaft in die City, sei diese so voll wie immer an dem Wochentag gewesen. Insgesamt wurden in den fünf Monaten 5.126.305 Passanten in der Remigiusstraße, 4.828.750 Millionen in der Poststraße und 4.149.198 Millionen in der Sternstraße gezählt. „Die Zahlen sind für die örtlichen Einzelhändler, die ja immer mehr unter Druck geraten, wie auch für die Veranstalter wertvolle Daten“, sagte Appelbe. Sie gäben Hinweise, wie man die Innenstadt noch attraktiver gestalten könne.

Mit Blick auf den Streit um die Ladenöffnungen am Sonntag zwischen der Stadt Bonn und der Verdi-Gewerkschaft sollen sie zudem in Zukunft mit eine Grundlage für das Genehmigungsverfahren bilden.

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