Pilotprojekt in Bonn: Wie Bonns Polizei bei E-Autos ausgebremst wurde

Pilotprojekt in Bonn : Wie Bonns Polizei bei E-Autos ausgebremst wurde

Die Bonner Polizei hat vier Elektrofahrzeuge gekauft, darf aber auf Geheiß des Landesamtes für Polizeiliche Dienste zunächst nur zwei einsetzen. Eines mussten sie gar ganz abgeben.

Mit gutem Beispiel vorangehen und die Elektromobilität fördern, das wollte die Bonner Polizei. Doch das ambitioniert gestartete Projekt wurde – zumindest teilweise – ausgebremst. Nach Informationen des General-Anzeigers durften von den vier bestellten Elektrofahrzeugen auf Geheiß des Landesamtes für Polizeiliche Dienste (LZPD) zunächst nur zwei fahren. „Erhebliche Bedenken zur Inbetriebnahme der beiden Fahrzeuge“ seien der Grund gewesen. Zwei Monate habe es gedauert, dann gab das LZPD grünes Licht, erfuhr der GA.

Mithin ist mittlerweile auch das dritte Fahrzeug in Bonn im Einsatz, das vierte aber musste abgegeben werden. An die Behörde in Neuss, wo das Projekt vorgestellt wurde und das Elektroauto nun im Bezirksdienst Dormagen eingesetzt wird – als Pilotprojekt.

Es sei richtig, dass die Bonner ein Fahrzeug abgeben mussten, sagte ein LZPD-Sprecher auf Anfrage. Mit Ausbremsen habe das aber nichts zu tun. Man habe sich lediglich die Frage gestellt, ob es sinnvoll gewesen wäre, die beiden neuen Autos in Bonn einzusetzen. „Wir wollten schauen, wie die Fahrzeuge in verschiedenen Behörden funktionieren“, erläuterte der Sprecher. Die Bonner Behörde sei eher städtisch, die Neusser eher ländlich geprägt. „Wir wollen an beiden Orten Erkenntnisse gewinnen.“ Sind die Erfahrungen gut, sollen die Elektrofahrzeuge eventuell landesweit angeschafft werden, so der Sprecher. Dafür sei dann nämlich das LZPD zuständig. „Die Erstbeschaffung liegt aber bei der Behörde“, sagte der Sprecher und betonte, dass neben Neuss auch Bonn Teil des Pilotprojekts wäre.

„Im Polizeipräsidium Bonn werden seit Mitte 2016 zwei Elektrofahrzeuge für Kurierfahrten und den allgemeinen Fahr- und Ermittlungsdienst eingesetzt“, teilte die Pressestelle der Bonner Polizei mit. Darüber hinaus seien für den Einsatz der Bezirksbeamten in ländlichen Gebieten zwei weitere Elektrofahrzeuge angeschafft worden. Sie sollten durch das Siebengebirge und in Meckenheim fahren, so ein Sprecher. Eins davon ging dann aber nach Neuss.

Dort ist das Auto bis Januar im Einsatz, heißt es in einer Pressemitteilung der Neusser Behörde. Das LZPD stelle der Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss das Fahrzeug „befristet zu Testzwecken zur Verfügung“. Platzangebot im Innenraum, Vor- und Nachteile gegenüber dem sonst eingesetzten Motorroller sollen getestet und aufgezeigt werden. Die Höchstgeschwindigkeit des Einsitzer liegt bei 80 Stundenkilometern.

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