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Kommentar zur Attacke auf Niklas P.: Widerlich und pietätlos

Kommentar zur Attacke auf Niklas P. : Widerlich und pietätlos

Es sind zahlreiche Emotionen, die der Tod von Niklas P. auslöst. Betroffenheit über das brutale Vorgehen der Täter. Tiefe Trauer über den sinnlosen Tod des 17-Jährigen. Fassungslosigkeit mit Hinblick auf die Tatsache, dass so etwas passieren kann. Die Hoffnung, dass die Täter schnell gefasst werden.

Und alle, die Anteil nehmen, denken auch an das Leid der Familie, haben den Wunsch, dass sie die Kraft findet, diese schwere Zeit irgendwie zu überstehen. Auch wenn das fast unmöglich erscheint. Es gibt aber noch zwei weitere Emotionen: Unverständnis und Abscheu. Und zwar mit Blick auf die für Samstag geplante Veranstaltung unter dem Motto „Stoppt die Gewalt“.

Hinter dem so harmlos erscheinenden Motto verstecken sich rechtsextreme Kräfte um die „Bogida“-Initiatorin Melanie Dittmer, die vor kurzem wegen Volksverhetzung verurteilt worden ist. Sie und ihre Anhänger instrumentalisieren den Tod eines Jugendlichen für ihre Zwecke, für ihre fremdenfeindliche Hetze.

Das ist widerlich und pietätlos. Obwohl noch kein Täter gefasst ist, steht für sie bereits fest, dass es sich um Männer mit Migrationshintergrund handeln muss. Das mag vielleicht so sein – vielleicht aber auch nicht. Erst wenn die Täter gefasst sind, wird Klarheit herrschen. Dann aber ist eins wichtig: Es ist egal, aus welchem Land sie stammen, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder nicht. Es ist auch unerheblich, welchen Pass, welche Staatsbürgerschaft sie besitzen.

Es geht einzig und allein darum, dass sie kriminelle Gewalttäter ohne Empathie und Gewissen sind. Und dass sie mit aller dem Gesetz zur Verfügung stehenden Härte für diese Tat bestraft werden müssen.