Kommentar zu COP23-Vorbereitungen: Wenn das mal gut geht

Kommentar zu COP23-Vorbereitungen : Wenn das mal gut geht

Die gemeinsame Pressekonferenz mit Vertretern von sechs Institutionen – darunter drei Verkehrsunternehmen – vermittelte eine Ahnung davon, unter welchem Hochdruck zuletzt auf einen reibungslosen Verlauf der Klimakonferenz in Bonn hingearbeitet wurde.

All jenen Mitarbeitern, die die Sondersituation mit Überstunden und nervenaufreibenden Abstimmungen bezahlt haben, gebührt zunächst einmal ein Dankeschön. Denn dafür, dass der Stadt Bonn die Konferenz gewissermaßen aus heiterem Himmel in den diplomatischen Schoß fiel, sind sie in keiner Weise verantwortlich. Vielmehr sollen sie verhindern, dass das unverhoffte Geschenk der Stadt am Ende schmerzhaft auf die Füße fällt.

Dass sie angesichts der Aufgabe unisono Gelassenheit ausstrahlen, stimmt zuversichtlich. Achillesfersen gibt es gleichwohl, und sie lauern vor allem entlang der Schienen. So erfreulich die vorzeitige Inbetriebnahme der Haltestelle UN-Campus in Kessenich auch ist, so provisorisch wird sich beim Gipfel der Hauptbahnhof präsentieren. Wenn sein trostloser Zustand (und der seines Umfeldes) nur nicht in allzu vielen Reiseanekdoten in die weite Welt getragen wird, wäre das aus Bonner Sicht erfreulich. Noch mehr bleibt indes zu hoffen, dass schwere Unfälle an heillos überfüllten Bahnsteigkanten weiterhin nur ein Schreckensszenario bleiben.

Wenig Freude verheißen auch die Sonderregelungen für Fahrgäste aus und in Richtung Norden: Fernreisende aus Norddeutschland, Berlin oder dem Ruhrgebiet werden in Beuel anlanden. Und auch dem Regionalverkehr im Süden Kölns stehen Störungen bevor, wie die Vertreter der Bahn erklärten. Der Grund sind Gleisbauarbeiten, die – nebenbei bemerkt – schon länger im Kalender stehen als die Klimakonferenz. Der Bahn für möglichen Verdruss die Schuld zu geben, wäre somit etwas kurz gedacht. Aber noch kann ja auch alles klappen. Vielleicht hilft ja auch ein Stoßseufzer: Wenn das mal gut geht!

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