Weltblutspendetag: Weniger Menschen in Bonn spenden Blut

Weltblutspendetag : Weniger Menschen in Bonn spenden Blut

Donnerstag ist Weltblutspendetag - und Tag der offenen Tür beim Blutspendedienst des Uniklinikums Bonn. Die Zahl der Spender dort nimmt stetig ab.

Papst Innozenz VIII. lag im Sterben. Um seinen Tod zu verhindern, gab man ihm das Blut von drei jungen Männern zu trinken. Sie starben, weil sie völlig ausgeblutet wurden, und starben umsonst: Natürlich konnte der Papst damit nicht gerettet werden. Hätte man ihm das Blut in die Venen gegeben, hätte man vielleicht mehr Erfolg gehabt. Eine kuriose Geschichte, die man am Donnerstag beim ersten Tag der offenen Tür des Blutspendedienstes am Universitätsklinikum auf dem Venusberg hören konnte.

Die Veranstaltung fiel mit dem Weltblutspendetag zusammen, an dem der Dienst schon seit Jahren Aktionen veranstaltet. Aber ein Tag der offenen Tür war noch nicht dabei: Der wurde im Rahmen der 200-Jahrs-Feier der Bonner Universität durchgeführt. Besucher erhielten Informationen über den Aufbau des Blutes, konnten sich auch einen Abstrich unterm Mikroskop anschauen, Blutdruck messen lassen und selbst mal versuchen eine Nadel in eine Vene einzuführen – an einem Modellarm.

Hinter den Kulissen zeigte Cordula Schorn, wie das Blut nach der Spende in seine Einzel-Bestandteile zerlegt wird. Rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) und Plasma werden separiert, außerdem Leukozyte herausgefiltert, die weißen Blutkörperchen könnten Abwehrreaktionen beim Empfänger auslösen. „Das alles muss spätestens 18 Stunden nach der Spende erledigt sein“, so Schorn. Dann kommen die Beutel ins rund um die Uhr besetzte Lager, wo die hergestellten Erythrozytenkonzentrate 42 Tage lang bleiben können – und immer wieder „gekreuzt“ werden. Das bedeutet, dass das Blut des Spenders mit dem eines potenziellen Empfängers vermischt wird, um zu prüfen, ob sie kompatibel sind.

Blut kann nicht künstlich hergestellt werden

Mit dem Blut, das dort gesammelt wird, könne man 40 bis 50 Prozent des Bedarfs am UKB decken, sagte Johannes Oldenburg, Leiter des Blutspendedienstes. Den Rest beziehe man über das Rote Kreuz, mit dem man eng zusammenarbeite. Der Trend, sagte er, gehe nach unten. „Wir haben einen kontinuierlichen Rückgang an Blutspenden.“ Jedes Jahr seien es 500 bis 600 weniger. Ob das an der dezentralen Lage des UKB oder an mangelnder Motivation der jungen Generation liege, wisse er nicht. Gleichzeitig sei mit einer Zunahme des Bedarf zu rechnen. „Eine mögliche Strategie wäre eine Blutspendestation in der Stadt, die einmal in der Woche geöffnet ist.“ Andere Ideen, etwa synthetisches Blut, seien ferne Zukunftsmusik, „weil Blut so ein geniales Organ ist, dass wir es künstlich nicht in der gleichen Qualität herstellen können, wie es die Natur tut“.

Natürlich konnte man auch Blut spenden. Dafür war Klaus Zeyen mit dem Bus aus Sankt Augustin gekommen, wie er es seit 2015 tut. Vor allem des Geldes wegen, sagte er. Aber auch, weil er als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr oft genug Situationen gesehen hat, in denen Spenderblut benötigt wurde. Viele UKB-Angestellte kamen auch vorbei. „Man kriegt als UKB-Mitarbeiter ja mit, wie dringend Spenden gebraucht werden“, sagte Gaby. Sie hatte die Spende dieses Mal gut verkraftet, anders als vor einem Jahr. „Gebt dem zweiten Mal eine Chance“, appellierte sie.

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