Weihnachtsmarkt in Bonn: Lkw verschiebt Anti-Terror-Sperren

Foto sorgte für Aufregung : Lieferwagen verschob Anti-Terror-Sperren auf Bonner Weihnachtsmarkt

Schwere Betonklötze sollen die Besucher des Bonner Weihnachtsmarkts vor Anschlägen durch Fahrzeuge schützen. Beim Rangieren eines Lieferwagens wurde eine Sperre verschoben - weshalb sie kurzzeitig nur mit einer dünnen Metallkette gesichert war. Das Foto davon sorgte im Netz für Aufregung.

Es ist ein Foto, das für reichlich Spott im Netz gesorgt hat: Die neuen Anti-Terror-Sperren auf dem Bonner Weihnachtsmarkt waren zwar mit einem dicken Stahlseil verbunden. Doch auf einer Seite hing es nicht mit dem Karabiner in der vorgesehen Öse, sondern war nur mit einer kleinen Metallkette gesichert. Dabei war das Konstrukt, bei dem zwischen zwei Betonklötzen das Seil gespannt wird, von der Stadtverwaltung als besonders sicher angepriesen worden. „Was auf dem Foto zu sehen ist, ist natürlich nicht so gedacht und hält auch keinem Lastwagen stand“, erklärt Markus Schmitz vom Bonner Presseamt.

Die mangelhafte Befestigung sei aus der Not geboren gewesen. Offenbar hatte ein Lieferwagen beim Rangieren einen der Betonklötze touchiert und dadurch verschoben. Das fiel vergangenen Donnerstagmorgen zunächst nicht auf, weil das Stahlseil während der Anlieferungszeiten für die Händler geöffnet bleibt. Doch als die städtischen Mitarbeiter es wieder einhängen wollten, standen die Klötze so weit auseinander, dass das Seil zu kurz war. Vor Ort gab es weder Geräte, um den Klotz wieder zu richten noch ein längeres Stahlseil.

Dafür musste erst Peter Barth anrücken. Der Bonner Schausteller lagert und liefert die Sperren, die von einer anderen Firma an die Stadt vermietet werden. Um die jeweils rund zweieinhalb Tonnen schweren Klötze zu bewegen, braucht es spezielles Gerät, das auch Barth erst einmal anliefern muss. Nachdem das erledigt war, stand wenige Stunden später wieder alles an der richtigen Stelle. Für Barth war das der zweite Einsatz, denn schon zuvor war eine der Sperren durch ein Lieferfahrzeug verschoben worden.

Jürgen Beck, der die massiven Betonblöcke vermietet, ist von ihrer Wirksamkeit überzeugt. „Wir hatten den Fall an Pützchens Markt, dass jemand mit seinem Auto in das Stahlseil gefahren war. Das Fahrzeug hat ordentlich was abbekommen“, erzählt er. Die kleine Metallkette, die auf den Internetfotos zu sehen war, sei eigentlich als Diebstahlsicherung gedacht. „Sie ist mit einem Zahlenschloss versehen, damit nicht einfach jemand den Karabiner lösen kann.“

Schausteller rückt mit schwerem  Gerät alles gerade

 Die Idee hinter der Stahlseilverbidung sei, dass Laster im Falle eines Anschlags nicht in die Menschenmenge rasen können, sondern vorher aufgehalten werden. Fahre man gegen das fingerdicke Stahlseil, würde es nicht reißen. Auch die Verankerung in den Klötzen sei robust. „Sie ist richtig in den Beton eingelassen“, erklärt Beck. Kollidiere ein Fahrzeug mit dem Block selbst, würde der zweite verhindern, dass er beiseite geschoben werde.