WCCB Bonn: Parkhaus könnte bepflanzt werden

Stadt prüft Teilbegrünung : Diskussion um Gestaltung des WCCB-Parkhauses in Bonn

Die Außenwand des WCCB-Parkhauses sieht eher trist aus. Die Stadt Bonn verzichtete damals aus Kostengründen auf die Verkleidung. Nun prüft die Stadt zumindest eine Teilbegrünung.

Seit 2013 ist das Parkhaus am World Conference Center Bonn (WCCB) geöffnet. 970 Parkplätze stehen auf sechs Etagen zur Verfügung, die rege genutzt werden. Nach wie vor nichts getan hat sich indes an der eher trist wirkenden Fassade des Parkhauses, die einst als "Mikado-Fassade" mit stabähnlichen Aluminiumelementen verschönert werden sollte. Die Stadt Bonn verzichtete dann aber aus Kostengründen auf die Verkleidung. Jetzt prüft die Verwaltung, ob durch eine Teilbegrünung die Fassade anlässlich des Beethoven-Jubiläums 2020 ansehnlicher gestaltet werden könnte.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) hatte eigentlich mit Blick auf das Beethoven-Jubiläum eine komplette Begrünung der Fassade vorgeschlagen. Immerhin ist das WCCB eine der Hauptspielstätten des Beethoven-Jubiläumsjahres. Die Beethovenhalle ist, wie berichtet, nach wie vor wegen der Grundsanierung geschlossen. Ursprünglich sollte sie bereits zum Beethovenfest 2018 wieder geöffnet sein.

Beauftragung eines Fachplaners wäre erforderlich

In einer Mitteilungsvorlage vor der Sommerpause, in der die Stadtverordneten mit Mehrheit die Prüfung einer Teilbegrünung beschlossen hatten, verweist die Verwaltung auf ihre bereits 2013 getroffenen Aussagen hinsichtlich einer bereits damals alternativ zur Mikado-Fassade vorgeschlagenen kompletten Begrünung der Parkhaus-Fassade. Demnach wäre aufgrund der Abmessungen des Gebäudes sowie des gestalterischen Anspruchs für die Begrünung der Fassade auf jeden Fall die Beauftragung eines Fachplaners erforderlich. Weiterhin müssten statische Nachweise für die erforderliche Unterkonstruktion aus Stahl für die Kletter- beziehungsweise Rankhilfen sowie für das Tragwerk des Parkhauses geführt werden.

Ein mehrmals jährlich zu erfolgender Rückschnitt der Begrünung sei zudem notwendig, "damit der freie Lüftungsquerschnitt nicht eingeschränkt wird und Schäden an Konstruktion und Fassade durch unkontrolliertes Wachsen in Fugen und Spalten hinein verhindert werden."

Preis von 685.000 Euro für die Begrünung

Die Bepflanzung benötige zudem eine direkte Verbindung zum Boden, damit die Wasser- und Nährstoffversorgung sichergestellt werde. "Dafür müssten die bereits vorhandenen Betonfundamente einschließlich Unterbau auf einer Länge von circa 220 Metern rückgebaut und gegen Mutterboden und/oder Substrat ausgetauscht werden", so die Verwaltung.

All dies diente zur Erklärung der schon damals ohne Frage hohen Kosten für eine solche Begrünung von immerhin 596.000 Euro. Aufgrund der allgemeinen Preissteigerung in der Baubranche, die die Verwaltung mit einem Aufschlag von mindestens 15 Prozent - drei Prozent pro Jahr - ansetzt, sei aktuell von einem Preis von 685.000 Euro für die komplette Begrünung auszugehen.

Wie teuer eine Teilbegrünung der Fassade käme, steht derzeit noch nicht fest. "Der Prüfauftrag befindet sich noch in Bearbeitung. Die Verwaltung wird die Prüfergebnisse und die voraussichtlichen Kosten zu gegebener Zeit in die städtischen Gremien einbringen und zur Diskussion stellen", teilte Isabel Klotz vom Presseamt jetzt auf GA-Nachfrage mit.