Tag der Feuerwehr: Wasser marsch auf dem Bonner Münsterplatz

Tag der Feuerwehr : Wasser marsch auf dem Bonner Münsterplatz

"Das dauert zu lange", tönte es am Samstag aus den Lautsprechern auf dem Münsterplatz. Dabei haben sich die Bonner schon redlich bemüht, die Eimerkette in Gang schnell zu bringen. Alle durften mit anpacken beim Tag der Feuerwehr, um die qualmende Hütte auf dem Münsterplatz zu löschen.

"Ja, so war es auch früher", sagte Albert Lehmann, von der Bonner Feuerwehr. Jeder Bürger hatte einen Ledereimer zu Hause, und wenn es brannte, hieß es "mithelfen".

Der Festtag stand ganz im Zeichen des 150. Geburtstags der Bonner Feuerwehr und bildete gleichzeitig den letzten Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Jubiläum. Gleich zwei Mal zeigte die Wehrleute einen Streifzug durch 150 Jahre Löschtätigkeit, angefangen mit der Eimerkette und der alten Handspritze von 1890 über ein historischen Löschzug aus den 1950er Jahren bis hin zu modernster Technik der Gegenwart.

Daneben gab es viele Vorführungen und Mitmachaktionen wie einen simulierten Autounfall, bei dem Besucher einmal selbst die hydraulische Schere ansetzen durften.

Einmal in der Steuerkabine eines richtigen Feuerwehrautos sitzen - viele Kinder erfüllten sich auf dem Münsterplatz diesen Traum. "Das war super", schwärmte Arvid, der mit seinen dreieinhalb Jahren schon genau wusste, dass es eigentlich "Drehleiterfahrzeug" heißt, und was ein Sauerstoffgerät ist. "Wir haben von allem etwas aufgefahren, was bei uns stationiert ist und ein paar Oldtimer sind auch dabei", sagte Lehmann, der alle Veranstaltungen zur 150-Jahr-Feier organisiert hat.

Ein Löschfahrzeug fiel allerdings aus der Reihe: Mitgebracht hatten es Feuerwehrleute aus Bonns Partnerstadt Oxford, die mit ihren Bonner Kollegen und Freunden das Jubiläum feierten. Eine Gruppe von 15 Feuerwehrleuten aus der Partnerstadt hatte die 740 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt, um am Tag der Feuerwehr dabei zu sein.

"Oxford to Bonn" nannten sie ihre Wohltätigkeitstour, auf der sie 12.000 Pfund (rund 14.000 Euro) für eine Hilfsorganisation für Feuerwehrleute sammeln konnten. Sechs Tage saßen sie im Sattel und hatten das Löschfahrzeug aus ihrer Heimat im Schlepptau.

"Die Unterschiede zwischen den Feuerwehren liegen im Detail, es ist der gleiche Job und es sind die gleichen Feuer", erklärte Gary Mattingley, Wachleiter aus Oxford. Bewunderung hatte er vor allem für die hohen Fertigkeiten der deutschen Feuerwehrleute und die enge Verbindung mit dem Kranken- und Rettungswesen.

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