Fragen und Antworten: Was Sie nach Sturmtief "Eberhard" in Bonn wissen sollten

Fragen und Antworten : Was Sie nach Sturmtief "Eberhard" in Bonn wissen sollten

Die Stadt warnt nach Sturmtief Eberhard ausdrücklich vor Spaziergängen im Wald, da noch weitere Bäume umstürzen können. Die Aufräumarbeiten in Bonn werden noch rund zwei Wochen dauern. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die von Sturmtief Eberhard am Wochenende verursachten Schäden haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr und die Mitarbeiter des städtischen Grünamtes sowie die Deutsche Bahn auch am Montag stark beschäftigt. Zahlreiche umgeknickte Bäume mussten von Straßen und Gehwegen entfernt oder beschädigte Hölzer gefällt werden. Gefordert waren auch Dachdeckerbetriebe, die lose Dachziegel entfernten. In den nächsten Tagen fallen noch weitere Arbeiten an, wie zum Beispiel in den Wäldern. Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Schäden hat das Sturmtief angerichtet?

Die größten Schäden gab es an Bäumen im gesamten Stadtgebiet. Nach Auskunft der Stadt Bonn erlitten 30 größere Bäume in Grünanlagen Totalschäden. Betroffen ist unter anderem ein Bergahorn am Alten Zoll, der gefällt werden muss. Erhebliche Schäden registrierte die Stadt auch in den Wäldern, in denen rund 300 Bäume umknickten. Da weiterhin die Gefahr besteht, dass Bäume oder schwere Äste umstürzen oder herabfallen, warnt die Stadt davor, sich in dieser Woche im Wald aufzuhalten. Derzeit seien etwa 40 Prozent der Waldwege auf Stadtgebiet gesperrt.

Beschädigt wurde auch die Mauer eines Kindergartens an der Talstraße in Muffendorf: Dort riss eine umstürzende Weide ein Stück Mauerwerk heraus. Laut der Stadt sind inzwischen alle Gefahrenstellen behoben oder gesichert. Die Aufräumarbeiten dauerten allerdings noch einige Tage. Ansonsten hinterließ das Sturmtief vor allem an Hausdächern seine Spuren.

Sind Personen verletzt worden?

Zwei Polizeibeamte zogen sich am Sonntag gegen 16.15 Uhr durch aufgewirbelte Holzteile Verletzungen zu, als sie am Bonner Bogen eine Gefahrenstelle an einer Baustelle sichern wollten. Die beiden Beamten im Alter von 26 und 34 Jahren wurden am Kopf beziehungsweise Rücken getroffen und in ein Krankenhaus eingeliefert. Einer der beiden Polizisten wurde dort auch am Montag noch stationär behandelt. Verletzt wurde auch eine Frau gegen 12.30 Uhr auf der Adolfstraße, die nach Angaben ihres Vaters von einem Stein getroffen worden sei und im Krankenhaus behandelt werde. Die Bonner Feuerwehr konnte allerdings nicht sagen, ob es bei dem Unfall einen definitiven Zusammenhang mit dem Sturm gibt.

Gab es noch Auswirkungen auf den Nahverkehr?

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte am Nachmittag, der Regionalexpress 8, der über den Köln-Bonner Flughafen, Bonn-Beuel und das Siebengebirge fährt, könne nicht durchgehend verkehren. Der Streckenabschnitt zwischen Grevenbroich und Mönchengladbach sei unterbrochen, weshalb es zu Verspätungen gekommen sei. Indirekt sei Bonn ebenfalls betroffen, weil auch der RE 6 über den Flughafen nicht den gewohnten Weg fahren könne. „Da wir mit Umleitungsstrecken fahren müssen, ist Bonn von Verspätungen betroffen“, begründete die Sprecherin.

(Dieses Video ist Teil einer Kooperation von GA und WDR)

Daniel Krieger sagte dem GA, er sei am Morgen gut nach Köln gekommen. „Auf der Rückfahrt hatte die Bahn eine Viertelstunde Verspätung, das ist voll im Rahmen.“ Rita Köhler, die ihre Tochter besucht hatte, musste am Hauptbahnhof allerdings knapp eine Stunde warten, weil der IC nach Nürnberg verspätet einfuhr. „An solchen stürmischen Tagen habe ich dafür aber Verständnis“, sagte Köhler. Die Stadtwerke Bonn blieben nach Auskunft ihres Sprechers Michael Henseler am Montag von Einschränkungen verschont: „Es kann aber in den nächsten Tagen noch etwas folgen, wenn Äste von Bäumen fallen.“

Was ist bei beschädigten Bäumen oder Dächern zu tun?

Die Feuerwehr empfiehlt, zunächst die Nachbarn zu informieren. Dann sollte geprüft werden, ob durch die Dachziegel beziehungsweise den Baum eine akute Gefahr für Menschen besteht. Ist das der Fall, sollte die Feuerwehr alarmiert werden. Sonst verweist die Feuerwehr auf einen Dachdeckerbetrieb oder eine Gartenbaufirma.

Geschädigte sollten sich schnell an ihre Versicherer wenden, rät Bernd Engelien, Sprecher der Zurich-Versicherungen in Bonn. Im Idealfall sollten Fotos mitgeliefert werden. „Laut Allgemeinen Versicherungsbedingungen spricht man ab Windstärke 8 von einem Sturm“, erklärt er. Für daraus resultierende Schäden kämen grundsätzlich Gebäude-, Hausrat- oder Kaskoversicherung auf.

Wie kann man Sturmschäden verhindern?

Bei Sturmtiefs wie Eberhard ist auch das beste Dach vor Schäden nicht gefeit, sagt Dachdeckermeister Stephan Dorten aus Endenich. „Das sind Ausnahmesituationen.“ Generell könne man aber Vorsorge tragen, damit das Dach bei starkem Wind intakt bleibt. „Man sollte in sporadischen Abständen das Dach von einem Fachbetrieb inspizieren lassen“, rät Dorten. Das koste bei einem normalen Einfamilienhaus je nach Lage und Aufwand zwischen 600 und 800 Euro.

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