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Wirbel um True Fruits: Warum jetzt der Werberat die Kampagne prüft

Wirbel um True Fruits : Warum jetzt der Werberat die Kampagne prüft

35 Beschwerden sind beim Deutschen Werberat eingegangen, seit das Bonner Unternehmen „True Fruits“ seine neue Werbekampagne gestartet hat. Die Anzahl sei jedoch für den Werberat nicht entscheidend, sagte Geschäftsführerin Julia Busse am Mittwoch dem GA.

„Eine einzige Beschwerde genügt, dass wir tätig werden,“ erklärte Busse. Schließlich würden Kampagnen mit einer größeren Reichweite von mehr Menschen wahrgenommen als etwa ein Plakat im Schaufenster eines Dorfladens. Mittlerweile liegt Busse die geforderte Stellungnahme des Bonner Unternehmens vor.

„Nun kommt ein gestaffeltes Verfahren in Gang, in dem die einzelnen Werbemotive geprüft werden.“ Das zuständige Entscheidungsgremium unter Trägerschaft des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) setzt sich aus Branchen-Experten zusammen. Die härteste Maßnahme ist eine öffentliche Rüge.

Bei der Kampagne des Bonner Saftladens hätten Beschwerdeführer die Werbung „als sexuelle Anspielung, als anstößig, eklig oder geschmacklos“ kritisiert, so Busse. Auch auf eine schädliche Wirkung auf Kinder werde hingewiesen.

Nicolas Lecloux, Mitgründer und Marketingchef von True Fruits, bewertet die Funktion des Werberats als „grundsätzlich wichtig und sinnvoll“. Das Unternehmen habe seine „Sichtweise zu den Vorwürfen geäußert und die Absicht hinter der Kampagne erklärt“. Aber: „Tatsächlich können wir die Beschwerden nicht nachvollziehen“, sagt er. Julia Busse erwartet eine Entscheidung bis spätestens Ende kommender Woche.