Neuordnung des Verkehrs: Vier Varianten für den Bonner Talweg

Neuordnung des Verkehrs : Vier Varianten für den Bonner Talweg

Ein Verkehrsplaner hat erste Ideen für die Neuordnung des Verkehrs auf dem Bonner Talweg vorgestellt. Ziel ist, den vorhandenen Platz für Autos, Bahn, Radfahrer und Fußgänger besser aufzuteilen.

Auf dem Bonner Talweg müssen in absehbarer Zeit im Abschnitt zwischen Weber- und Königstraße die maroden Bahngleise für die Linien 61 und 62 erneuert werden. Da die Stadtwerke seit Jahren Trassen der Straßenbahnen im Stadtgebiet so anlegen, dass in weiterer Zukunft breitere Wagen mehr Menschen befördern können, ist dies auch in dem genannten Teilstück vorgesehen.

Die Stadt hat den Düsseldorfer Verkehrsplaner Hans-Rainer Runge beauftragt, den laufenden Verkehr zu analysieren und erste Vorschläge für eine Neuordnung für sämtliche Verkehrsträger vom Autofahrer bis zum Fußgänger zu unterbreiten. Sie alle teilen sich den 17 Meter breiten Raum zwischen den Häusern beiderseits der Straße. Die Ergebnisse hat Runge bei einer Bürgerversammlung in der Mensa Nassestraße vorgestellt. Einige Schwachpunkte aus seiner Sicht: Dem Fußgänger stünde teilweise lediglich ein ein Meter breiter Bürgersteig zur Verfügung, das Parken in zweiter Reihe gefährde Schüler und Passanten beim Überqueren des Talwegs, die unterschiedliche Parkbewirtschaftung mit Kurzzeitplätzen, gebührenpflichtigem und Anwohnerparken sei „ein fürchterliches Kauderwelsch“.

"Alles nicht optimal"

Runge skizzierte vier Lösungen, zu denen auch die Idee aus einer Bachelor-Arbeit zählt. Eine Variante sieht einen 1,60 Meter breiten Schutzstreifen für Radfahrer, das Wegfallen des Parkens in zweiter Reihe und eine Kompensation mit mehr Kurzzeitparkplätzen vor. Bei Variante 2 entfiele das Parken auf der Ostseite, dafür erhielten die Gehwege drei Meter Breite. Die Kölner Studentin schrumpfte in ihrem Vorschlag die Fahrbahnbreite auf 6,50 Meter, was breite Gehwege mit Parkstreifen möglich machte. Doch Radler würden direkt vor den Bahnen/Autos fahren und es wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung nötig. Vierte Möglichkeit: Gehen und Parken auf einem je 5,25 Meter breiten Bereich.

„Alles nicht optimal“, sagte Runge, aber der Straßenraum sei begrenzt. Aus den Wortbeiträgen der Bürger waren unterschiedliche Sichtweisen herauszuhören. Ein Ladenbetreiber und Anwohner machte auf die Bedeutung von Durchgangsverkehr für die Geschäfte aufmerksam. „Wir sind auf Kunden angewiesen, die kurz anhalten können.“ Auch die Zulieferung müsse gewährleistet werden.

Dem will die Stadt laut ihres Planers Helmut Haux durchaus Rechnung tragen. Andere Anwohner betonten, die bestehenden Gehwege seien zu eng. „Mit einem breiten Rollstuhl kann man das vergessen.“ Die Stadt hat eine Bürgerwerkstatt für 20 Teilnehmer geplant, um deren Vorschläge einbringen zu können, und legte entsprechende Listen aus.

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