Internet-Dialog gestartet: Verwaltung will Bonn fahrradfreundlicher machen

Internet-Dialog gestartet : Verwaltung will Bonn fahrradfreundlicher machen

Die Stadt Bonn hat einen Internet-Dialog gestartet und sammelt darin bis zum 18. Oktober Vorschläge, um die Stadt fahrradfreundlicher zu machen. Bürger sollen so Einfluss auf die Radverkehrsplanung nehmen können.

Um die Radwege für die wachsende Zahl der Radler sicherer und attraktiver zu machen, gibt es den Bonner Rad-Dialog. Bis zum 18. Oktober können Bonner auf der Internetseite Vorschläge machen, wie die Verwaltung die Rahmenbedingungen fürs Radfahren im Stadtgebiet verbessern kann.

Fast 50 Interessierte warteten zum Auftakt des Dialogs im Haus der Bildung auf den offiziellen Startschuss. Sie alle wollten die Frage diskutieren: Wie kann Radfahren in Bonn verbessert werden? Stadtbaurat Helmut Wiesner führte kurz in das Projekt ein: „Das Fahrrad ist in Bonn die Alternative zum Auto. Und nicht umsonst ist es Teil der Umweltverbundes.“ Unter dem Begriff „Umweltverbund“ fassen Verkehrsplaner umweltverträglichere Verkehrsmittel wie Fahrräder, öffentliche Verkehrsmittel sowie Carsharing und Mitfahrzentralen zusammen.

„Auch das Konzept 'Emissionsfreie Stadt' setzt vor allem auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel“, erklärte Wiesner. Um eine geringere Emissionsbelastung für Innenstädte zu erzielen, unterstützt das Wirtschaftsministerium NRW Kommunen beim Entwickeln neuer Mobilitätskonzepte. In der ersten Runde dieses Wettbewerbs erhielt Bonn erst kürzlich den Zuschlag und bekommt nun bis zu zehn Millionen Euro vom Land.

Einfluss auf die Radverkehrsplanung in Bonn

Ein Schritt in Richtung emissionsfreie Stadt könnte der Bonner Rad-Dialog sein. Er ist Teil eines Forschungsprojekts der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Thema Bürgerbeteiligung im Internet. Deren Institut für Internet und Demokratie hat diese Plattform gemeinsam mit der Stadt Bonn entwickelt. Zeitgleich finden Rad-Dialoge auch in Köln-Ehrenfeld und Moers statt.

Tobias Escher, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsprojekts, erläuterte die Online-Plattform: Auf einer interaktiven Karte können Radfahrer Orte markieren, an denen die Fahrradverkehrsführung Verbesserungen bedarf. Diese können sie kategorisieren, betiteln und in maximal 1500 Zeichen beschreiben. Auch das Unterstützen und Kommentieren fremder Vorschläge ist möglich.

„Machen Sie mit und nehmen Sie aktiv Einfluss auf die Radverkehrsplanung in Bonn, denn so können wir gemeinsam Bonn attraktiver und sicherer für den Radverkehr machen“, warb Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Was abschließend mit den gesammelten Vorschlägen passiert, bleibt zunächst jedoch offen. Am Ende „wird die Verwaltung die Vorschläge prüfen und die Politik wird entscheiden, welche Maßnahmen wann umgesetzt werden können“, so heißt es.

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