Busse und Bahnen: Verloren im Bonner Schienenersatzverkehr

Busse und Bahnen : Verloren im Bonner Schienenersatzverkehr

Natürlich ist es sinnvoll, das Schienennetz in den Ferien zu sanieren, findet auch unser Autor. Seit dieser Woche herrschen in Bonn allerdings verschärfte Bedingungen. Hätte er doch auf den Rat seines Busfahrers gehört.

Kein Bonner Sommer ohne Schienenersatzverkehr. In gefühlt jeden Sommerferien der vergangenen Jahre standen Stadt- oder Straßenbahnen für Arbeiten an deren Infrastruktur still. Natürlich ist es sinnvoll, notwendige Sanierungen in den Ferien zu erledigen, wenn tendenziell weniger Menschen die Bahnen nutzen.

Daher tangiert es den erfahrenen Bahnnutzer auch nicht mehr sonderlich, dass die Straßenbahnen zwischen Dottendorf und Hauptbahnhof in diesen Ferien wieder einmal durch Busse ersetzt werden. Die Tage im Juli, als die klimatischen Rahmenbedingungen der im Feierabendverkehr mitunter völlig überfüllten Busse bei knapp 40 Grad Außentemperatur an Körperverletzung grenzten, sind schon längst vergessen.

Seit dieser Woche herrschen allerdings verschärfte Bedingungen. Seit der Sperrung von rund 250 Meter Fahrbahn auf dem Bonner Talweg zwischen Königstraße und Weberstraße werden die Ersatzbusse auf einen Ersatzbusumweg vom und zum Hauptbahnhof geschickt - rund 2,5 Kilometer, oder wie ein Fahrer kürzlich bemerkte: "auf eine halbe Weltreise." Und gerade für das Personal hinter dem Lenkrad ist das wahrlich kein Spaß. Das Lenken durch enge Straßen in der Südstadt und Poppelsdorf ist Filigranarbeit.

Doch auch der meisterlichste Busfahrer muss kapitulieren, wenn in der Weberstraße bereits ein Müllwagenfahrer damit zu kämpfen hat, an einem Lkw vorbeizuschleichen, der zwecks Warenanlieferung die halbe Straße blockiert. Hätte man doch auf den Rat des Busfahrers gehört, bereits an der Haltestelle "Weberstraße" auf dem Bonner Talweg auszusteigen, da man vermutlich zu Fuß schneller am Bahnhof sei.

Bei der nächsten Tour wird das beherzigt. Immerhin ist das Wetter schön und die Bewegung tut gut. Dennoch mögen es die Schülerinnen und Schüler verzeihen, dass es Menschen gibt, die sich auf das Ende der Sommerferien und der damit einhergehenden Einstellung des Schienenersatzverkehrs freuen.

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