Kommentar zum Bonner Verkehrstest: Verkorkster Start

Kommentar zum Bonner Verkehrstest : Verkorkster Start

Bei der Einführung der neuen Verkehrsführung auf der Kaiserstraße ist manches schief gelaufen. Die Vermarktung war eine einzige Katastrophe, meint GA-Redakteur Philipp Königs.

Viel verkorkster kann der Beginn, die Verkehrsströme in der Bonner Innen- und Südstadt, also an zentraler Stelle, anders zu leiten, eigentlich kaum sein. Keiner will diesen Test, aber er wird kommen. Über die Art und Weise, wie diese Beschlüsse, vor allem zur fahrradfreundlichen Kaiserstraße, zustande gekommen sind, ist schon ausführlich an dieser Stelle berichtet worden.

Es mutete am Mittwochabend deshalb schon mehr als seltsam an, wie sehr sowohl Moderator als auch der Verwaltungsvorstand betonten, die Jamaika-Koalition habe diese Beschlüsse eben so gefasst.

Das ist natürlich in letzter Konsequenz richtig, und die Politik kann sich dieser Verantwortung auch nicht entziehen. Doch das Hickhack nahm erst seinen Lauf, als Oberbürgermeister Ashok Sridharan ein paar Tage vor der entscheidenden Ratssitzung eine völlig neue Variante vorschlug, die dann nochmals auf Druck der Grünen abgeändert wurde.

Den Bürgern gegenüber begründete der OB seinen Vorstoß nun damit, dass bei ihm kurzfristig Hinweise eingegangen waren, die Einbahnstraße gen Süden auszuweisen, sei genau die falsche Richtung, weil Anlieferungen wie zur Mensa dann schwierig würden. Das Wort Verkehrsplanung bekommt an dieser Stelle eine ganz neue Bedeutung.

Man muss nun erwähnen: Wer als Fahrradfahrer den schon jetzt breiteren Raum auf der Kaiserstraße nutzt, ist wesentlich angenehmer unterwegs als zuvor. Die Variante hat also durchaus Vorzüge. Wie das Ganze allerdings vermarktet wurde, war eine einzige Katastrophe. Aus diesem Verlauf sollten sowohl Politik als auch Verwaltung die Lehre ziehen, eine stringente Verkehrspolitik mit Vorlauf zu betreiben. Gerade in sensiblen Bereichen wie der City. Sonst bleibt die Verkehrswende Wunschdenken.

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