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Beschluss der Bezirksvertretung: Verkehrsinsel am "Katzenloch" soll Schulweg sicherer machen

Beschluss der Bezirksvertretung : Verkehrsinsel am "Katzenloch" soll Schulweg sicherer machen

Die Situation an den Haltestellen Katzenloch an der Röttgener Straße gibt nicht nur Eltern täglich Anlass zur Sorge. Das soll sich ändern, hat die Bezirksvertretung Bonn jetzt einstimmig beschlossen.

Rund 40 Anwohner haben im Juli 2017 einen Bürgerantrag gestellt, die Haltestellen Katzenloch entweder mit Querungshilfe, einer Ampel oder einem Zebrastreifen sicherer zu machen. Die Politik konnte die Sorge und auch die Argumente nachvollziehen.

Vor allem im Berufsverkehr fährt dort Auto an Auto. Die Bushaltestelle ist wegen zweier enger Kurven erst spät zu erkennen. Zwar sei Tempo 30 vorgeschrieben, doch die meisten Verkehrsteilnehmer führen dort deutlich schneller – alles zusammengenommen eine gefährliche Situation für die Schulkinder, die jeden Tag mit den Bussen 603 oder 630 fahren und die Straße überqueren müssen. Die meisten Eltern haben daher ihre Kinder angehalten, den weit entfernten Ampel-Überweg auf Höhe der Post zu nehmen.

Verkehrszählung sollte Klarheit bringen

Um sich eine Meinung bilden zu können, beauftragten die Politiker die Verwaltung mit einer Verkehrszählung. Abschließend fand ein Ortstermin mit den Anwohnern statt. Die Verkehrszählung an einem Tag im Oktober zwischen 6 und 19 Uhr ergab, dass die Belastung in Spitzenzeiten bei 918 Fahrzeugen in der Stunde lag. Mit diesen Werten musste eine der angestrebten Lösungen, die Einrichtung eines Zebrastreifens ohne Mittelinsel, ausgeschlossen werden. Laut Verwaltung darf für eine solche Maßnahme der Höchstwert von 750 Fahrzeugen nicht überschritten werden.

Eine Fußgängerzählung ergab für die Nachmittagsstunden im Mittel 30 Fußgänger. Doch die Anwohner wiesen darauf hin, dass vor allem die Kinder den Umweg über die Ampel in Höhe der Post in Kauf nähmen. Sie sind in der Zählung nicht erfasst. Somit sei mit einer höheren Zahl an Passanten zu rechnen, die dort die Röttgener Straße überquerten.

Ampelanlage ist der Stadt zu teuer

Gegen eine Ampel sprechen laut Verwaltung die Kosten von 45.000 Euro für den Bau und etwa 1500 Euro für die jährliche Unterhaltung. Daher befürwortet sie eine zweite Variante, nämlich eine Verkehrsinsel als Querungshilfe. Dazu müssten die Straße aufgeweitet und zwei Bäume gefällt werden. Etwa 38.000 Euro wird die Maßnahme laut Verwaltung kosten. Sollte die Zahl der Fußgänger ansteigen, könnte nachträglich ein Zebrastreifen angelegt werden. Dann kämen Kosten für Beleuchtung und Beschilderung von etwa 8000 Euro hinzu.

In einem Zug direkt auch die Haltestellen Katzenloch barrierefrei auszubauen, ist laut Stadt nicht möglich, denn sie sind nicht im aktuellen Programm aufgenommen. „Bei der letzten Fahrgasterhebung wurden dort lediglich 23 Ein- und 41 Aussteiger gezählt“, erläutert die Verwaltung. Daher haben sie derzeit nicht die Priorität wie viele andere Haltestellen im Stadtgebiet. Der barrierefreie Ausbau könnte später nachgezogen werden. Mit dem Vorschlag waren die Bezirksverordneten einverstanden.