Verkehr in Bonn: Fünf Varianten für die Westbahn

Stadtplanung in Bonn : Das sind die Pläne für die neue Westbahn

Die Pläne für die Hardtbergbahn, jetzt Westbahn, liegen auf dem Tisch. Die Stadt stellt eine Machbarkeitsstudie mit fünf Varianten für eine Trasse über Endenich bis zum Hardtberg vor.

Seit den 70er Jahren geistert der Bau einer Hardtbergbahn durch die politischen Gremien. Die Stadt hat am Dienstagnachmittag erste Ergebnisse einer neuen Machbarkeitsstudie vorgestellt. Das Projekt nennt sie mittlerweile Westbahn und spricht von einer Weiterentwicklung alter Planungen. 2015 hatte der Stadtrat beschlossen, eine unterirdische Verbindung endgültig zu den Akten zu legen und nur noch eine oberirdische Trassenführung in Erwägung zu ziehen. Die Kölner Vössing Ingenieurgesellschaft hat fünf Varianten teils mit Untervarianten geprüft, von denen die Gutachter die Varianten A und C favorisieren. Bonns Planungsdezernent Helmut Wiesner betonte bei einer Pressekonferenz, dass die Verwaltung sämtliche Bewertungen der Politik zur Beratung vorlegen wird. Der Planungsausschuss und die Bezirksvertretungen Bonn und Hardtberg würden per Mitteilungsvorlage über die Ergebnisse informiert.

Favorisierte Variante A: Sie startet am Hauptbahnhof und führt in Untervariante A 1 hin und zurück über Südunterführung, Poppelsdorfer Allee, Baumschulallee, Endenicher Allee, Wesselbahnweg, Endenicher Ei, Hermann-Wandersleb-Ring zur Provinzialstraße. In der Untervariante A 2 führt die Bahn stadtauswärts auf eben diesem Weg, stadteinwärts allerdings über Colmant- und Quantiusstraße. Die Studie hält beide Lösungen für umsetzbar. Sie verlaufen über eine Strecke von 3,6 Kilometern bei einer Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich 16,3 Stundenkilometern und liegen im Einzugsgebiet von 8720 Einwohnern. Variante A 3 mit einer unterirdischen Führung Richtung Stadthaus mit einer Rampe bis zur Baumschulallee wäre ebenfalls denkbar. Eine Bürgervariante (A 4) hält das Gutachten nicht für machbar, weil sie mit dem Abriss mehrerer Gebäude einher ginge. Sie verliefe südlich von Endenich am Abschnitt der A 565.

Favorisierte Variante C: Sowohl die Variante 1 als auch 2 würden nicht direkt am Hauptbahnhof starten, sondern in Verlängerung der aus Beuel kommenden Straßenbahn die Trasse ab der Thomas-Mann-Straße verlängern. Die Trasse würde über die Rabinstraße führen, am Alten Friedhof durch eine noch zu bauende Unterführung unter den Bahngleisen verlaufen und über die Endenicher Straße und den Hermann-Wandersleb-Ring, Provinzialstraße und Schieffelingsweg führen. Als Endstation ist – wie in den anderen Varianten auch – die Südwache auf der Hardhöhe vorgesehen. In der zweiten Untervariante würde ein Schwenk über die Nideggerstraße führen, wo derzeit ein Studentenwohnheim entsteht. Das Einzugsgebiet umfasst in beiden Fällen laut Machbarkeitsstudie derzeit 8249 Einwohner, die Streckenlänge liegt zwischen 3,7 und 3,9 Kilometern, die Fahrgeschwindigkeit bei 16,4 Stundenkilometer.

Die Gutachter-Empfehlungen für die Westbahn. Foto: GA

Weitere Varianten: Die Variante B vom Hauptbahnhof durch die Nordunterführung über Herwarthstraße und Endenicher Straße hätte aus gutachterlicher Sicht erhebliche Nachteile. „Die Durchfahrthöhe ist für Bahnen zu gering und auch die benötigte Breite von 6,50 Meter für beide Schienen kaum vorhanden“, begründete Stefan Pieper vom Planungsamt. Die Unterführung, über die die Bahngleise verlaufen, müsste also erheblich umgebaut werden. Gleiches gelte für Variante D, die durch die Nordunterführung und im Anschluss über die Endenicher Allee ihren weiteren Verlauf nähme. Die Möglichkeit über Poppelsdorfer Allee und Wolfgang-Paul-Allee direkt über den Uni-Campus Poppelsdorf zu fahren und über den Flodelingsweg durch Endenich, existiert nur als Ideenskizze (Variante E).

So geht es weiter: Planungsdezernent Wiesner sagte, nun gehe es darum, die Politik zu informieren und eine Bürgerbeteiligung in die Wege zu leiten. Im Rahmen des Bundesförderprogramms Lead City hatte die Stadt die Westbahn in ihre Vorschlagsliste für mittelfristige Strukturprojekte mit einem Kostenvolumen von mehr als 200 Millionen Euro angegeben. „Seriös lassen sich genaue Kosten zum jetzigen frühen Zeitpunkt ebenso wenig beziffern wie man einen Zeitplan nennen kann“, sagte Wiesner. Die Machbarkeitsstudie sei lediglich ein „Arbeitsstand“. Die Stadt hat im sogenannten ÖPNV-Bedarfsplan beim NRW-Verkehrsministerium drei Großprojekte angemeldet. Neben der Westtrasse sind das die Seilbahn auf den Venusberg und die Verlängerung der Stadtbahnlinie 63 bis ins Buschdorfer Gewerbegebiet.

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