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Verkehr in Bonn: Ärger über Dauerbaustellen an der Reuterstraße

Verkehr an der Reuterstraße : Bonner ärgern sich über Dauerbaustellen

Zwei Nebenstraßen der Reuterstraße sind derzeit gesperrt – der Jagdweg bereits seit 16 Monaten. Der Ärger über die Langzeit-Baustellen in Bonn ist laut.

Mit Dauerbaustellen haben sie so ihre Erfahrungen, die Anlieger der Straßen südlich der Reuterstraße. 2018 waren es die Bürger am Bonner Talweg, denen bei der Zufahrt zu ihren Häusern und beim Parken über Monate Improvisationstalent abverlangt wurde. Während für sie die Leidenszeit mittlerweile beendet ist, fragen sich seit einiger Zeit die Menschen im Jagdweg, wann sie wieder unter normalen Verhältnissen leben können. „Mitte April“, so lautet auf Anfrage des General-Anzeigers die Antwort des Tiefbauamtes, wann die Stadt im Jagdweg vermutlich fertig wird.

Seit Mitte Oktober 2018 wird dort der Kanal erneuert. „Zwischen Reuterstraße und Blücherstraße sowie an der Kreuzung mit der Sternenburgstraße wird der Kanal im Stollen verlegt. Die offene Bauweise ist abgeschlossen, zurzeit werden die Kanalrohre im Kreuzungsbereich Sternenburgstraße im Stollen verlegt“, erklärt Tiefbauamtsleiter Peter Esch.

Derzeit werde zwischen Reuterstraße und Blücherstraße die Straße erneuert. In dieser und der kommenden Woche wird demnach die Tragschicht eingebaut und im Anschluss die Deckschicht von Reuterstraße bis zur Baugrube an der Sternenburgstraße.

Fertigstellung war auf Ende 2019 datiert

Ursprünglich sollten die Arbeiten Ende 2019 fertiggestellt sein. Dass es anders kam, erklärt Esch mit Überraschungen: „Im Stollenbereich zwischen Reuterstraße und Blücherstraße wurden zwei Betonkörper vorgefunden, die man dort nicht erwartet hat. Außerdem war im Bereich der Kreuzung Sternburgstraße ein zusätzlicher Stollen erforderlich, da dort viele Versorgungsleitungen liegen. Daher konnte, anders als geplant, nicht in offener Kanalbauweise gearbeitet werden.“

Als Zufahrt in den Ortskern Poppelsdorfs sowie zur Uniklinik hat der Jagdweg trotz seiner geringen Breite eine wichtige Funktion, nahe Alternativen beschränken sich auf die Argelanderstraße. Entsprechend aufmerksam wird das Geschehen auf der Baustelle im Stadtteil beäugt. Kritik äußern Anlieger nicht nur an der Dauer der Baustelle, sondern auch an der Informationspolitik. „Nach über einem Jahr ist der Jagdweg immer noch gesperrt, eine Bautafel ist nicht zu sehen“, klagt ein GA-Leser. Die Anwohner seien vor Beginn der Maßnahme im September 2018 mit einem Bürgerbrief informiert worden, sagt dazu Esch. Die Baufirma versuche, die Anwohner soweit wie möglich immer direkt zu informieren. Das Parken im Baustellenbereich werde geduldet, solange der Betrieb der Baustelle nicht gestört wird.

Sperrung der Burbacher Straße bis Ende 2020

Eine andere Querverbindung zwischen Reuterstraße und ihrer Parallelen ist die Burbacher Straße. Auch sie ist von der Reuterstraße aus gesperrt, auf der Ecke wird derzeit ein größeres Gebäude gebaut. Hinzu kommen Kanalbauarbeiten der Stadt in der Reuterstraße, denen derzeit die Linksabbiegespur aus Richtung Reuterstraße zum Opfer fällt. Dem Ruf nach einer Umleitungsbeschilderung entgegnet Esch mit dem Hinweis, dass „in die Burbacher Straße vor allem ortskundige Verkehrsteilnehmende abbiegen“, sodass eine Beschilderung nicht nötig sei.

Die Sperrung der Burbacher Straße soll bis Ende 2020 dauern. In der Zwischenzeit wollen die Stadtwerke im 240 Meter langen Abschnitt zwischen den Hausnummern 18 bis 62 zwei Monate lang das Stromnetz sanieren. Den Autofahrern dürften bis zum Jahresende vor allem Hausdorff- und Eduard-Otto-Straße als Ausweichroute dienen.