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Geplantes Hallenbad: Verein legt eigene Berechnung zum Hallenbad in Dottendorf vor

Geplantes Hallenbad : Verein legt eigene Berechnung zum Hallenbad in Dottendorf vor

Der Verein Bürger.Bad.Godesberg hat sich mit eigenen Berechnungen in den Streit um das geplante Hallenbad in Dottendorf eingeschaltet. Die Stadt dementierte die darin errechneten Mehrkosten umgehend.

Ein Vorstandsmitglied mit Finanzexpertise erklärte, das Wasserlandprojekt werde auf 30 Jahre gerechnet rund 93 Millionen Euro teurer als Sanierung und Weiterbetrieb des Franken- und des Kurfürstenbades. Dabei berücksichtigt der Verein unter anderem – durchaus nachvollziehbar – die Sanierung des denkmalgeschützten Frankenbades, die auch dann erfolgen muss, wenn das Gebäude wegen des Wasserland-Neubaus nicht mehr als Bad genutzt wird. Das veranschlagt der Verein mit 13 Millionen Euro in seinem Kostenvergleich. Die Stadtverwaltung hält dagegen, diese Summe sei nicht belegt.

Die Analyse der Bürgerinitiative enthält allerdings einen gravierenden Denkfehler. Sie rechnet das von den Stadtwerken als Wasserland-Betreiber prognostizierte Jahresdefizit von 2,89 Millionen Euro auf 30 Jahre hoch und addiert zu diesen Kosten noch die Baukosten für die Schwimmhalle, die bei rund 60 Millionen Euro liegen. Diese Finanzierungskosten haben die SWB jedoch schon – ebenso wie die Abschreibung – als Belastung in das jährliche Baddefizit eingerechnet.

Der Verein habe die 60 Millionen Euro Baukosten in seine Berechnung also zweimal einfließen lassen, betont Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt. Ebenso wenig sei nachvollziehbar, dass die Godesberger den Steuervorteil nicht berücksichtigt hätten, den die Stadtwerke durch Verrechnung der Bad-Verluste mit ihren Energiegewinnen erzielen wollen.

Eine Sanierung der beiden alten Bäder würde laut Stadt 35 Millionen Euro kosten, der jährliche Betriebszuschuss zusammen bei 3,94 Millionen liegen. Gegen das Wasserland-Projekt läuft derzeit ein Bürgerbegehren.