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Neues Zentrum an der Ennemoserstraße: Verein für Gefährdetenhilfe will in Bonn Grundstück kaufen

Neues Zentrum an der Ennemoserstraße : Verein für Gefährdetenhilfe will in Bonn Grundstück kaufen

Der Verein für Gefährdetenhilfe plant an der Ennemoserstraße in Bonn ein neues Zentrum, unter anderem für Arbeitslose und Flüchtlinge.

Der Verein für Gefährdetenhilfe (VfG) plant, ein 2600 Quadratmeter großes Grundstück an der Ennemoserstraße zu erwerben. Dies geht aus einer nicht öffentlichen Beschlussvorlage hervor, die dem General-Anzeiger vorliegt. Auf dem Gelände betreibt die Heinrich-Schäfer-Stiftung, verwaltet durch die Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, derzeit noch ein Ausbildungszentrum für Handwerker. Diese Einrichtung soll auf das benachbarte Grundstück, das in Besitz der Handwerkerschaft ist, verlagert und in „verkleinerter und modernisierter Form“ fortgeführt werden, weil die Nachfrage nachlässt. Derzeit werden die dortigen Werkstätten modernisiert.

Der VfG plant, auf dem Gelände ein Beschäftigungs-, Aktivierungs- und Qualifizierungszentrum zu errichten und seine Arbeitsstätten dorthin zu verlagern. Derzeit beschäftigt der Verein etwa 120 Langzeitarbeitslose, Flüchtlinge oder Menschen in anderen sozialen Problemlagen. Daneben bietet er Praktikumsplätze zur Wiedereingliederung in den Beruf sowie Stellen an, die öffentlich gefördert werden. Handwerksmeister und -gesellen sowie Sozialarbeiter und Sozialpädagogen betreuen die Menschen in den Einrichtungen in einem angemieteten Objekt Am Dickobskreuz. Für die Immobilie an der Ennemoserstraße hat der Verein bereits ein erstes Nutzungskonzept vorgelegt.

Second-Hand-Kaufhaus geplant

Nach diesem Entwurf sollen auf dem Grundstück die eigene Kfz-Werkstatt mit einem Ausbildungsbetrieb, ein Entrümplungs- und Umzugsservice sowie ein Betrieb mit Hausmeister- und Renovierungsdienstleistungen angesiedelt werden. In der Kfz-Werkstatt werden zehn Auszubildende zum Kfz-Mechatroniker beziehungsweise zum Lagerlogistiker ausgebildet.

Während die Dienstleistungsbetriebe in die neuen Räume umziehen, wird auf dem Grundstück auch ein zusätzliches Angebot eingerichtet – ein Second- Hand-Kaufhaus. Dort sollen gebrauchte Möbel, Kleidung und Haushaltswaren verkauft werden. Das Kaufhaus soll 20 Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigungschance eröffnen. Am neuen Standort soll es rund 100 Arbeitsgelegenheiten geben.

Seit den 1960er Jahren besteht für das Grundstück ein Erbbaurecht. Es läuft zum Jahresende aus. Mit diesem Erbbaurecht war die Auflage an die Stiftung verbunden, auf dem Areal Werkstätten und Schulungsräume zur handwerklichen Ausbildung zu betreiben. Der VfG verpflichtet sich mit dem Kauf ebenfalls dazu, die Immobilien für einen Ausbildungs- und Schulungsbetrieb zu nutzen. Mit Blick auf den noch nicht unterzeichneten Kaufvertrag wollte der VfG zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben.

Der VfG betreut seit mehr als 40 Jahren Wohnungslose, Arbeitssuchende oder Drogenabhängige. Das Angebot umfasst ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfeleistungen. Mehr Infos auf www.vfg-bonn.de