Bonner Blutspendemarathon: „Vampire-Cup“ an der Uniklink mit gutem Start

Bonner Blutspendemarathon : „Vampire-Cup“ an der Uniklink mit gutem Start

Seit 2015 richtet die Bonner Fachschaft die „Vampire-Days“ am Universitätsklinikum (UKB) auf dem Venusberg aus. Der Blutspendemarathon läuft noch bis Freitag nächster Woche. Der Auftakt war vielversprechend: 300 Spender kamen an den ersten drei Tagen.

Die Konkurrenz im Wettbewerb um die meisten Blutspender, die durch Pharmazie-Fachschaften an deutschen Universitäten innerhalb des zwei Wochen dauernden „Vampire-Cups“ zum Blutspenden aufgefordert werden, ist größer geworden. „Es wird immer schwerer, unseren ersten Platz zu behaupten“, sagt Denise Grunert (25) Fachschaftsvorsitzende im fünften Semester Pharmazie an der Bonner Uni.

Sie ist auch die Koordinatorin der bundesweiten „Public Health“-Kampagne vom Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland. Seit 2015 richtet die Bonner Fachschaft die „Vampire-Days“ auch am Universitätsklinikum (UKB) auf dem Venusberg aus. Zwei Jahre in Folge konnten die Pharmaziestudierenden in der Hauptkategorie „Spender pro Studierendenzahl“ die Siegertrophäe in Form einer Plüsch-Fledermaus nach Bonn holen. Seit dem vorigen Jahr hat sich nun mit 14 teilnehmenden Fachschaften die Anzahl der Teilnehmer in Deutschland mehr als verdoppelt.

Das ist ein Grund zur Freude für Denise Grunert. Denn ihr Anliegen es ist nicht nur, auf die Notwendigkeit des Blutspendens aufmerksam zu machen, sondern darüber hinaus auch die Pharmaziestudierenden im Bewusstsein der Öffentlichkeit stärker mit ihrer Präsenz im Gesundheitswesen in Verbindung zu bringen.

300 Spender an den ersten drei Tagen

„Der Start war schon mal sensationell“, sagt Monika Jakobs-Sackenheim vom UKB-Blutspendedienst. In den ersten drei Tagen der studentischen Vampire-Days konnte man seit voriger Woche Montag mit rund 300 Spendern bereits rund 30 Prozent mehr Freiwillige zählen, die sich zugunsten von Patienten an Bonner Kliniken von jeweils einem halben Liter ihres Blutes trennten.

Mit einer vorsichtigen Hochrechnung dürfte die Vorjahreszahl mit knapp 500 Spendern bis zum 2. November noch weit übertroffen werden können. Somit begrüßen vor allem der Blutspendedienst am UKB und das Institut für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin das außergewöhnliche Engagement der Pharmazeuten, die mit Flyern und persönlicher Ansprache sowie auf Facebook und Instagram ihre Kommilitonen zum Blutspenden animieren.

Etwa die Hälfte des jährlichen Bedarfs von 28.000 Blutspenden können somit durch die Mithilfe der Bonner gedeckt werden, die damit unmittelbar den Patienten im Bereich des gesamten Universitätsklinikums und in Krankenhäusern der Region helfen. „Den benötigten Rest beziehen wir hauptsächlich vom DRK-Blutspendedienst West“, erklärt der Transfusionsmediziner Jochen Hoch. Er fügt hinzu, dass diese Kooperation sehr gut funktioniere. „Von den rund 14.000 Litern Blut, die jährlich benötigt werden, gehen etwa ein Viertel in die Intensiv- und Notfallmedizin“, berichtet der Facharzt für Hämostaseologie, der Lehre von der Blutgerinnung.

Geringerer Blutverlust bei invasiven Eingriffen

15 bis 20 Prozent werden für die Behandlung von Krebspatienten benötigt, und rund 30 Prozent kommen in der allgemeinen Chirurgie, der Herz- und Neurochirurgie zum Einsatz. Der prozentuale Rest versplittere sich in diversen Bereichen, erläutert Hoch. Inzwischen brauche man weitaus weniger Blut bei chirurgischen Eingriffen als noch vor einigen Jahren. Durch minimal invasive Eingriffe, welche den Bereich der Verletzung eines Körpers durch eine möglichst kleine Einschnittstelle so gering wie möglich halten, könne man heute oft auf den Einsatz von Blutkonserven verzichten.

Egal welcher der vier Hauptblutgruppen (A, B, AB und 0) ein Spender angehört, seine 500 Milliliter Vollblutspende wird durch Zentrifugieren in verschiedene Bestandteile (Leukozyten, Erythrozyten, Blutplasma) aufgetrennt. Im UKB wird darauf geachtet, dass sich der zur Verfügung stehende Bestand immer zwischen sechs und 800 Blutkonserven bewegt.

„Ich versuche schon, recht regelmäßig zum Blutspenden zu gehen“, sagt die 23-jährige Medizinstudentin Nicole Konrad und entschied sich spontan zu ihrem Kommen, um damit den „Vampire-Cup“ möglichst wieder nach Bonn zu holen. „Auch wenn es nicht der Grund für eine Blutspende sein sollte“, betont Initiatorin Grunert, „sollte man wissen, dass es dafür auch eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro gibt.“

Zeitaufwand liegt bei rund einer Stunde

Das eigentliche Blutspenden dauert selten länger als zehn Minuten. Mit den ärztlichen Untersuchungen vor der Spende und einer Ruhephase danach, sollte man jedoch mit einem Zeitaufwand von bis zu einer Stunde rechnen. Die Empfehlung lautet, dass Männer alle zwei und Frauen alle drei Monate Blut spenden können.

Wer es noch bis zum 2. November tut, trägt dazu bei, den Hattrick eines dreifach hintereinander gewonnenen „Vampire-Cups“ für Bonn möglich zu machen. Und hilft damit auch einem schwer kranken Menschen aus der Nachbarschaft oder im akuten Notfall sogar sich selbst.

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