Urteil in Bonn: 17-Jähriger wegen Raub zu Jugendstrafe verurteilt

Jugendlicher verurteilt : 17-Jähriger raubte Passanten am Rheinufer aus

Ein 17-Jähriger hat am Rheinufer immer wieder versucht, meist jugendlichen Opfern Wertgegenstände und teure Kleidung „abzuziehen“. Am Mittwoch wurde er nun zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Es war wohl eine ganze Bande, die seit letztem Herbst am Bonner Rheinufer immer wieder versuchte, meist jugendlichen Opfern Wertgegenstände und teure Kleidung „abzuziehen“. Am Mittwoch wurde nun ein 17-jähriges Mitglied zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung verurteilt. Das teilte die stellvertretende Amtsgerichtsdirektorin Gabriela Wester am Donnerstag mit. Weil der Angeklagte minderjährig ist, war die Verhandlung nicht öffentlich. Elf Taten sah das Gericht als erwiesen an und folgte mit seinem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Delikte reichten von Raub und räuberischer Erpressung über Diebstahl bis zu Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung.

Offenbar war der Jugendliche in wechselnder Begleitung vornehmlich am Rheinufer aber auch in der Gegend um den Bertha-von-Suttner-Platz unterwegs, um an begehrte Unterhaltungselektronik, Geld und Markenklamotten zu kommen.  Im April traf er mit zwei Freunden in der Höhe der Rheingasse auf eine Gruppe von drei Azubis. Er solle seine Tasche öffnen, befahl er einem von ihnen und nahm sich eine darin befindliche Powerbank zum Laden von Mobiltelefonen sowie 50 Euro in bar. Auch die beiden anderen Auszubildenden waren nach dem Zusammentreffen um 50 Euro beziehungsweise ein Paar hochwertige Kopfhörer und zehn Euro ärmer. Von Trikots über Tablet-Computer bis zu teuren Jacken versuchten die Bandenmitglieder offenbar immer wieder an Luxusgüter zu kommen, für deren Kauf ihnen das nötige Kleingeld fehlte.

Der nun verurteilte 17-Jährige war im Januar und April dieses Jahres wegen ähnlicher Vergehen bereits zweimal zur Ableistung von Sozialstunden verurteilt worden.

Die letzte Tat brachte den jungen Mann ins Gefängnis: Am 19. Juli kurz nach Mitternacht sah er eine junge Frau mit ihrer Freundin in der Nähe der Bastei auf einer Bank sitzen. Die 23-jährige Flughafenangestellte saß dort mit einer Freundin, als der Verurteilte in Begleitung von drei Freunden die Frauen um ein Taschentuch, Haschisch und schließlich um Alkohol und Geld gebeten haben sollen.

Offenbar, weil die beiden jungen Frauen der Bitte nicht entsprachen, soll er die 23-Jährige geschlagen und ihr die Beine weggetreten haben. Während ein 16-jähriger Mittäter mit der Prada-Tasche der Frau flüchtete, hielt der Verurteilte sie fest. Die Gewalt gegen die junge Frau räumte er gegenüber der Richterin nicht ein. Während der zwei Verhandlungstage zeigte sich der Jugendliche teilweise geständig und einsichtig, falsch gehandelt zu haben. Er wolle gar nicht so sein, sagte er der Richterin. Er  plane nun ein Praktikum zu machen.

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