Belastung stammt aus Rohrleitungen: Ursache für Quecksilber in Universität Bonn gefunden

Belastung stammt aus Rohrleitungen : Ursache für Quecksilber in Universität Bonn gefunden

Die verdächtigen Kügelchen, die in Abwasserleitungen des ehemaligen chemischen Instituts der Uni Bonn gefunden wurden, bestehen aus Quecksilber. Als eine der möglichen Ursachen wurden nun die Abwasserleitungen identifiziert.

Proben haben nun Gewissheit gebracht: Die verdächtigen Kügelchen, die in Abwasserleitungen des ehemaligen chemischen Instituts der Uni Bonn gefunden wurden, bestehen aus Quecksilber. „Zur Beseitigung dieser Kontaminationsquelle sollen nun Rohrleitungen und Siphons ausgetauscht werden“, sagt Uni-Sprecher Andreas Archut. Zudem ist geplant, das Abwassersystem von einer Fachfirma reinigen zu lassen. Wann das passiert, steht jedoch noch nicht fest. Bald sollen auch andere Gebäude vorsorglich überprüft werden.

Seit mehreren Monaten sind im Institut an der Meckenheimer Allee, in dem Geografen und Mikrobiologen studieren und forschen, Räume gesperrt oder nur eingeschränkt zugänglich. Schwangere dürfen den Keller des Gebäudekomplexes beispielsweise überhaupt nicht mehr betreten. Der Grund ist schädlicher Quecksilberdampf in der Raumluft, der auch nach neuerlichen Messungen immer noch an vielen Stellen Grenzwerte überschreitet.

Als eine der möglichen Ursachen wurden nun die Abwasserleitungen identifiziert. „Geprüft wird, ob der Rohrabschnitt, in dem die Quecksilber-Kugeln gefunden wurden, mit Druck durchgespült werden kann“, erklärt Archut.

Belastetes Wasser muss gefiltert werden

Das belastete Wasser muss dann aufgefangen und gefiltert werden. Ein aufwendiges und kostspieliges Spezialverfahren, für das vermutlich die Universität aufkommen muss. Denn das Quecksilber im Abflusssystem legt laut Archut nahe, dass das Schwermetall über Waschbecken und Bodensiphons in die Rohrleitungen gelangt ist. „Dies könnte etwa bei Glasbruch von Gerätschaften mit Quecksilber geschehen sein.“ An einigen Stellen sollen Leitungen sogar getauscht werden. Einen Zeitplan gebe es dafür noch nicht.

Aktuell erstellt die Uni zusätzlich eine Liste von Gebäuden, in denen mit Quecksilber oder Quecksilber enthaltenden Gerätschaften gearbeitet wurde. Sie sollen danach vorsorglich auf Belastungen durch das giftige Schwermetall überprüft werden.