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Geschäftsklima in Bonn und der Region: Unternehmer in der Region zufrieden

Geschäftsklima in Bonn und der Region : Unternehmer in der Region zufrieden

Jede zweite Firma beurteilt die aktuelle Geschäftslage als gut, aber nur jede vierte rechnet mit steigendem Umsatz.

„Sonnig mit vereinzelten Eintrübungen.“ Mit diesen Worten umschreibt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg das aktuelle Konjunkturklima im Kammerbezirk.

Am Donnerstag stellten IHK-Präsident Wolfgang Grießl und IHK-Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille den Wirtschaftslagebericht in Bonn vor.

Zentrales Ergebnis der Befragung von 1200 Unternehmen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis: 45 Prozent der Firmenchefs beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage mit gut, weitere 48 Prozent mit befriedigend.

Hohes Niveau

„Wir bewegen uns konstant auf hohem Niveau“, sagte Kammer-Präsident Grießl und meinte den Konsumklimaindikator, der mit zurzeit 123,9 Punkten im Vergleich zum Jahresbeginn nahezu unverändert blieb. Ein wenig eingetrübt sind die Erwartungen.

Nur jedes vierte Unternehmen rechnet mit besseren Geschäften, 60 Prozent mit einer unveränderten Entwicklung. Generell erwarten die Unternehmen eine leichte Zunahme der Beschäftigten. Lediglich jedes zehnte befragte Unternehmen plant eine Reduzierung.

Allerdings bereitet die mit 7,4 Prozent vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote in Bonn der Kammerführung Sorgen. „Zum einen herrscht im vom Dienstleistungssektor dominierten Bonn ein Mangel an Fachkräften, zum anderen gibt es zu wenig Stellen für gering Qualifizierte“, sagte Hille.

Das dürfe dauerhaft nicht so bleiben. Der Kreis stehe, was die Arbeitslosenquote betreffe, besser da. Einen Appell, mehr Langzeitarbeitslose einzustellen, richteten Hille und Grießl an die Unternehmer. Trotz der grundsätzlichen Bereitschaft der Wirtschaft zu helfen, stehe die große Zahl an Flüchtlingen dem regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarkt weiterhin nicht zur Verfügung, sagte Hille.

Das liege zum einen an bürokratischen Hürden, zum anderen am oft geringen Qualifizierungsniveau der Asylbewerber.

Weiterhin konstant entwickelt sich der Befragung zufolge die Investitionsbereitschaft. Zum wiederholten Mal geht gut ein Viertel der Unternehmen von steigenden Investitionen aus. Nahezu 60 Prozent planen mit einem konstanten Budget.

Bonner Einzelhandel muss kämpfen

Bei den Exporterwartungen zeigen sich die Firmen zurückhaltend. Der Anteil mit fallendem Exportvolumen verdoppelt sich fast auf 17 Prozent. Während der Dienstleistungssektor zum wiederholten Mal von allen Branchen am besten dasteht, hat der Bonner Einzelhandel zu kämpfen. Gerade noch jeder vierte befragte Händler beurteilt seine Geschäftslage als gut, 18 Prozent bewerten sie als schlecht.

Von der gestiegenen Kaufkraft profitiere weniger der stationäre Einzelhandel als der Online-Handel, resümiert die IHK. „Impulse für die Bonner Innenstadt könnten von der Umsetzung der Projekte Viktoriakaree und Nordfeld ausgehen, sagte Hille. Auch die Erreichbarkeit der City bleibe Thema. Während die Industrie für die Zukunft ebenfalls verhaltener in die Zukunft blickt, hellt sich die Stimmung im Gastgewerbe mit Beginn des Frühlings auf. Jeder zweite Hotelier und Gastronom beurteilt seine Geschäftslage als gut, aber nur jeder Fünfte erwartet steigende Umsätze. Das größte Risiko sieht die Branche in steigenden Arbeitskosten.